Die Kunst, die Zeichen der Zeit zu lesen oder welche Trends sehe ich 2023 in der Coaching- und Beraterszene

Im beruflichen wie auch im persönlichen Bereich findet ein Wertewandel statt. Wie entwickelt sich dadurch 2023 die Coaching- und Beraterwelt? Wird es in den kommenden 10 Jahren noch Coaches geben? Wenn unsere Gesellschaft ein Wesen wäre, in welcher Lebensphase wäre es jetzt gerade? Das sind Fragen, die ich mir stelle, wenn ich eine Prognose zur Coaching- und Beraterszene abgeben sollte.

Einen Impuls folgend spiele ich mit einer KI und stelle die Frage: „welchen Entwicklungsprozess durchlaufen Frauen in der Menopause?“ Folgende Antwort erhielt ich:

„Es ist eine Zeit, in der Frauen eine spirituelle Reise unternehmen, um sich selbst und ihr Leben neu zu entdecken. Während der Menopause stellen Frauen sich selbst und ihrem Leben viele Fragen. Sie überdenken ihren Glauben, ihre Werte und Ziele und machen sich Gedanken über ihr Verhältnis zu anderen Menschen, ihre berufliche Situation und ihre Beziehungen.

Frauen können sich während der Menopause auch auf eine spirituelle Suche begeben, indem sie sich ihrer Gefühle bewusst werden und sich mit ihrem inneren Selbst beschäftigen. Dieser Prozess kann sich durch Meditation, Yoga, Visualisierung oder andere spirituelle Praktiken ausdrücken. Er kann auch eine Zeit sein, in der Frauen in sich selbst und in ihre Verbindung mit der Natur hineinwachsen.“

Den Trend, sich neu zu finden, neue Wege auszuloten und sich aus der Leistungsgesellschaft herauszuschälen nehme ich nicht nur bei Frauen in der Lebensmitte wahr.

Es scheint, als ob sich die Arbeitswelt ebenso wie unsere Gesellschaft nach Alternativen sehnt.

Die Ära des „schneller, höher, weiter“ erfüllt immer weniger Menschen und neue Werte verändern gerade die kulturelle Landschaft, unsere Arbeitswelt und damit unsere Gesellschaft. Eine Sinnleere trotz materiellem Erfolg macht sich bemerkbar, die kapitalistische Systemkrise fordert uns ebenso wie die ökologische Krise. Beziehungen verflachen und die Sehnsucht nach tragfähigen, nährenden Verbindungen wird immer spürbarer.

Kann es sein, dass unsere ganze Gesellschaft in die Menopause eintritt und sich selbst neu entdeckt?

Und wenn ja, verändert sich dadurch auch die Ausrichtung in der Trainer-, Coaching- und Beraterszene in den kommenden Jahren?

Meine Prognose

In den kommenden fünf Jahren werden immer mehr BeraterInnen, TrainerInnen und Coaches sich zu MentorInnen umbenennen, da sie die Zeichen der Zeit erkennen und den erdrutschgleichen Bedürfniswandel von KundInnen, sich mit den komplementären Kräften zwischen den Anforderungen der „old work“ und den immer „new needs“ or „new values“ auseinanderzusetzen.

Doch reicht die willkürliche Umbenennung seiner Tätigkeit? Ist dafür nicht auch ein Bewusstseinswandel vonnöten?

Die Unternehmensberatung  Berliner Team erklärt das Arbeits- und Bewusstseinsumfeld eines Coaches, dessen vorrangige Aufgabe ist, Potenzial zu fördern und weiterzuentwickeln:

 

Die Welt des Coaching findet im orangen Mem statt

 

„Das orange Mem ist das Thema Leistung und Erfolg. Das Grundthema: Handle im eigenen Interesse und spiele, um zu gewinnen.

Die Denkweise

Im orangen Mem findet man die so genannten Materialist.innen und Kapitalist.innen.
Die Welt ist voller Überfluss und du ziehst los, um dein Glück zu machen, um Reichtum und Prestige zu ernten. Du willst etwas aus deinem Leben machen. Dafür bist du bereit viel zu leisten. Du willst der Beste sein und wenn du deine Ziele erst einmal erreicht hast, dann darf die Welt das ruhig auch wissen! Statussymbole sind ein geeignetes Mittel, um deinen Erfolg zu verkünden. Du magst Äußerlichkeiten, zeigst gerne wie toll du bist – egal ob du Schönheit, Reichtum, sportlichen Ehrgeiz, intellektuelle Errungenschaften, Doktortitel präsentierst oder allen beweist, dass du recht hast.
Du erkennst, dass du viele Möglichkeiten hast und wählst die aus, bei der dir am meisten Vorteil und Verdienst winkt. Auch in einer orange geprägten Gesellschaft gibt es Regeln, doch du versuchst sie zu deinen eigenen Gunsten auszulegen, vielleicht sogar ein wenig zu biegen: Steuerlöcher, Umwelt-Vorschriften oder freundliches Miteinander – wenn so etwas deinem Vorteil im Weg steht, dann versuchst du es lieber mit juristischer Spitzfindigkeit, statt zu überlegen, ob die Regeln für die Gemeinschaft einen Sinn haben. Schliesslich willst du deinen Gewinn maximieren. Um dies zu erreichen sind Weiterentwicklung und Technologie wichtige Faktoren.
Wettbewerb motiviert dich. Wenn auch deine Umgebung, deine Gruppe prosperiert, fühlst du dich besonders erfolgreich. Die Natur, andere Menschen und du selbst sind für dich Ressourcen, die du nutzen kannst, um deine Ziele zu erreichen.

Die Werthaltungen

Es geht darum, den anderen zu besiegen und selbst auf Platz 1 zu sein. Erfolg, insbesondere finanzieller, ist alles! An teuren Autos und teuren Uhren erkennt man die Gewinner.innen in diesem System. Karriere ist wichtig, ebenso die Zugehörigkeit zu den Reichen und Schönen.

Erscheinungsformen

Das orange Mem ist mit 30 % in der Bevölkerung sehr häufig vertreten. Dieses materialistische Weltbild ist in unserer so genannten ersten Welt vorherrschend. Auf diesen Werten bauen die modernen Industrienationen auf. Statusbewusstsein ist in der Bevölkerung sehr verbreitet; viele arbeiten an ihrem Aufstieg. Hightech und Entwicklung sind wichtige Faktoren für stetes Wachstum. Schwellenländer wie zB. Indien, das zuvor ein starkes Regel- und Beamtensystem (blaues Mem) hatte, bewegen sich gerade in Richtung des orangen Mems. Eine klassische Verkörperung der Denkweise orange ist der „Yuppie” oder das „Instagirl“.

Im Unternehmen

Wir finden das orange Wertesystem in Organisationen mit leistungsorientierten Hierarchien, sehr häufig in Vertriebsorganisationen. Der Blick ist auf den.die Kund.innen gerichtet, das Denken langfristig, zielorientiert. Zielvereinbarungsprozesse, Provisionsregelungen, Förderung des internen Wettbewerbs durch Bestenlisten sind typische Ausprägungen dieses Mems. Es wird nicht mehr durch Vorschriften geführt, sondern durch Ziele.“

Ändert sich die Ausrichtung der KlientInnen, so müssen sich auch die Techniken der BeraterInnen, TrainerInnen und Coaches ändern!

Und genau hier kommen die Werte, Haltungen und Fähigkeiten von Mentoren zum Tragen, die eine gelbe bzw. türkise Mem-Ausrichtung haben. Auch hier hilft uns das Berliner Team, die Bewusstseinsebenen zu erfassen:  

 

Die Welt des Mentorings findet im gelben bzw. türkisen Mem statt

 

Im gelben Mem ist das Thema integrale Synergien. Das Grundthema: Finde einen pragmatischen Weg, um Synergien zu schaffen, nicht auf Kosten von anderen!

Die Denkweise

Die Welt wird immer komplexer und fordert eine komplexere Denkweise.
Das nimmst du wahr, lässt dich aber nicht davon verrückt machen, denn du begreifst Chaos und Veränderung als Normal-Zustand – und nicht als Bedrohung. Du verstehst, dass verschiedene Situationen komplett unterschiedliche Handlungsweisen erfordern. So bist du dir auch bewusst, dass deine Mitmenschen unterschiedliche Werte und Wichtigkeiten haben – und dass das seine Berechtigung hat. Du schätzt diese Vielfalt, denn so lassen sich die besten Aspekte nutzen und kombinieren. Im Umgang mit der komplexen, ständig sich wandelnden Umwelt – schätzt du es, flexibel reagieren zu können. Es begeistert dich, viele Alternativen zu haben, aus denen du dann spontan die im Moment funktionalste Lösung auswählst. Die Möglichkeiten, die durch das Internet hinzu gekommen sind, unterstützen dich dabei.
Da du ohnehin den inneren Drang verspürst zu lernen und Neues zu erfahren, ist es dir nur recht, wenn es Veränderungen gibt. Festgefahrene Systeme sind dir ein Graus; viel schöner ist, dass du dir deine Ressourcen selbst einteilen kannst. Das Wissen und die Kompetenz, die du dir – meist selbstständig – angeeignet hast geben dir Sicherheit.
Du kannst systematisch denken und auch größere Zusammenhänge verstehen. Hierarchien magst du nicht; du bevorzugst ein vernetztes, gleichwertiges Miteinander. Deshalb reagierst du eher auf logische Erklärungen oder Notwendigkeiten, denn auf Anordnungen, Dogmen und Rangfolgen. Eine Autorität ist für dich die Person, die ein Problem lösen kann, dabei sind Ihnen Alter, Geschlecht, Ethnie, Herkunft völlig egal. Status und auch Materielles sind für dich nicht von großer Bedeutung. Statt Besitz anzuhäufen willst du lieber dich selbst, deine Kompetenz und deine Leistung verbessern, deinen Horizont erweitern. Du hast die Bedürfnisse von anderen auf dem Schirm. Dir ist bewusst, dass die Welt durch Ausbeutung von Mensch, Tier und Ressourcen und durch Umweltschmutzung in Gefahr ist. Es ist dir ein Anliegen diese Situation zu verbessern. Du suchst nach Lösungen, bei denen es keine Verlierer gibt.

Werthaltungen

Wissen ist wichtig, Vernetzung bringt uns weiter. Es geht darum, Synergien zu schaffen, lebenslang zu Lernen, und das für die jeweilige Situation sinnvollste zu tun. Neues und Veränderung sind grundsätzlich attraktiv.

Erscheinungsformen

Das gelbe Mem betrifft gerade mal ca. 1% der erwachsenen Bevölkerung. Dieses systematische, flexible Denksystem ist relativ jung. Es beginnt langsam sich zu verbreiten, vor allem in der westlichen Welt.

Im Unternehmen

Im Arbeitsleben tritt das Mem auf, wo feste Strukturen weniger wichtig werden. Man fühlt sich in losen Netzwerken und virtuellen Teams wohl, die Organisationsformen sind fliessend. Die Steuerung erfolgt durch Zielvorgaben und gut definierte allgemeine Regeln (Governance). Die Gruppe stellt sich so auf, wie sie das gesetzte Ziel am besten erreichen kann. Dabei werden unterschiedlichste Individuen und Teilgruppen integriert. Veränderung und Komplexität werden begrüsst.

Der Wandel hin zu einer integralen Lebensweise braucht meiner Meinung nach MentorInnen, die sowohl mit Coachingansätzen vertraut sind als auch in sich die integrative Ebene des Mentorings entwickelt haben.

Das schließt zum Beispiel Techniken des schaulogischen Denkens ebenso ein wie zyklisch-holistische Ansätze, die nicht zielorientiert coachen sondern den Mentee dabei helfen, seine eigene Tiefe auszuloten und sich dadurch in einem neuen Wertefeld zu definieren.

Je mehr sich also unsere Kultur hin zu einem sinnerfüllten Lebensentwurf entwickelt, umso mehr MentorInnen werde für diesen Mem-Wechsel gebraucht.

Möchtest Du wissen, ob in Dir eine integrale Mentorin schlummert? Dann mach‘ den Schnell-Check!

Falls Dich die Ausbildung zur integralen Mentorin interessiert: Mitte Januar 2023 öffnen ich für 10 Tage die Türen zur Mentorinnen-Ausbildung. Falls Du mehr darüber wissen möchtest, freue ich mich, wenn Du einen Gesprächstermin mit mir buchst.

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