3 Tipps für Vater-Töchter, die sich nur über Leistung definieren und wie sie aus der Perfektions-Falle kommen

Wenn Leistung deine einzige Währung war

Ich war gut 50 Jahre meines Lebens eine Vater-Tochter.

Nicht weil mein Vater mich drillt oder Perfektion von mir verlangte. Sondern weil er nicht da war. Ich war ein Scheidungskind — und durfte ihn 18 Jahre lang nicht sehen.

In meinen Träumen stellte ich mir vor, dass er mich voller Stolz in die Arme nehmen würde, wenn ich ihm nur zeige, dass ich großartige Leistungen erbringen kann.

Ich wollte die perfekte Tochter sein. Perfektes Aussehen. Perfekte Karriere. Perfekte Ergebnisse.

Meine Währung war Leistung. Perfektion. Sichtbarkeit über Erfolg.

 

 

Ich maß mich mit den Augen meines Vaters, mit den Augen der Gesellschaft, in der ich aufwuchs und mit den „Yuppie-Werten“ der 80-er Jahre: Young Urban Professional, junge karrierebewusste, großstädtische Menschen.

Diese Wunde war ich mir lange nicht bewusst. Ich verstand nicht, dass ich mich von einer Seite meines Seins abschnitt: meiner Weiblichkeit.

Da Leistung in unserer Gesellschaft ein wertvolles Asset und damit gesellschaftlich anerkannt ist, kam ich nicht auf die Idee, dass mir etwas fehlte.

Markus Breitenberger erklärt:

Vatertöchter haben oft Probleme, ihre Identifikation als Frau zu finden. Wie ihre Mutter, die sie oft als schwach erlebt haben, wollen sie gewiss nicht sein. Lieber fokussieren sie sich auf Leistung und Arbeit – ein Garant für anerkennende Worte und Blicke vom Vater.

 

Was das mit vielen Frauen macht

Diese Geschichte ist nicht nur meine.

Viele Frauen — ob mit anwesendem oder abwesendem Vater — haben gelernt, dass Liebe und Anerkennung verdient werden müssen. Dass Leistung Sicherheit gibt. Dass Schwäche gefährlich ist.

Das System hat diese Überzeugung verstärkt. Karriere, Effizienz, Performance — das sind die Werte, die belohnt werden. Also haben wir geliefert.

Jahrzehntelang.

Bis irgendwann die Frage kommt: Wer bin ich, wenn ich aufhöre zu liefern?

Der Weg aus der Perfektionsfalle

Er führt von innen nach außen. Nicht durch ein weiteres Optimierungsprogramm.

Es geht darum, das innere Bild zu verändern — das Bild von dir selbst, das irgendwann durch fremde Augen und Maßstäbe geformt wurde. Und es durch deines zu ersetzen.

Das geht nicht durch Willenskraft. Es geht durch Begegnung — mit dir selbst, mit anderen Frauen die denselben Weg gehen, und mit jemandem der weiß, wie dieser Weg aussieht.

Nicht weil sie es gelehrt hat. Sondern weil sie ihn gegangen ist.

 

TIPP 1: Erlaube Dir, eine schonungslose Analyse Deiner Lebenssituation  durchzuführen

Ein spannendes Analysetool ist das Lebensrad, das Eva Wippermann in ihrem Artikel „How to Lebensrad“ ganz wundervoll erklärt!

 

TIPP 2: Erlaube Dir, einen vollkommen anderen Weg zu gehen, als den üblichen

„Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind“, wusste bereits Albert Einstein.

Unsere übliche Denkweise ist linear, sprich: männlich. Wir haben in der Regel eine Ausgangsposition A und ein Ziel B vor Augen und versuchen, ohne Umwege, möglichst effizient von A nach B zu gehen.

 

Doch wohlmöglich findet man vollkommen neue Ansätze, wenn man einen zirkulären, weiblichen Lösungsweg geht.

Suche Dir für Dene Reise eine Begleitung, die dich nicht linear, sondern zirkulär durch einen Entwicklungsprozess führen kann.

 

TIPP 3: Suche Dir Weggefährtinnen

Den Weg von TUN ins SEIN schafft man nicht alleine. Suche Dir Weggefähtinnen, ein Rudel, das sich ebenfalls auf den Weg gemacht hat, sich nicht mehr über Leistung zu definieren.

Und da diese Reise in ein unbekanntes Land führt, das nur wenige vor Dir bereist haben, geht es in einer Gruppe von mutigen Frauen wesentlich einfacher! Ich bin mir sicher, dass Du viele Gefährtinnen findest, wenn Du Dich zeigst und nach ihnen rufst!