Kapitän oder Matrose – wer lenkt Dein Lebensschiff über die sieben Weltmeere der Resilienz?

Kapitän oder Matrose – wer lenkt Dein Lebensschiff über die sieben Weltmeere der Resilienz?

 

„Können wir das nicht mal wie Erwachsene besprechen?“ klagt  Dein Gegenüber,  als die hitzige Team-Diskussion  zu entgleisen droht. Irritiert hältst Du inne, denn in Gedanken hast Du Dich gerade in die Takelage Deines Lebensschiffs geflüchtet. Dort oben bist Du vermeintlich vor verbalen Angriffen gefeit – doch, wer lenkt in dieser Zeit Dein Lebensschiff?  Und, was ist denn genau „ein Erwachsener“? 

Mülltrennung, die Wäsche regelmäßig machen und Stromrechnungen bezahlen: All das sind Anzeichen dafür, dass du erwachsen bist – klärt eine britische Umfrage aus 2020 auf. Wikipedia  ergänzt:  Allgemein geht man davon aus, dass der Erwachsene jene notwendigen Fähigkeiten und Kenntnisse erworben hat, die ihn befähigen, die für sein Leben und Fortkommen notwendigen Entscheidungen selbständig und eigenverantwortlich zu treffen.

Das heisst also, er ist fähig, sich materiell, emotional, intellektuell und auch spirituell selbst zu versorgen. Die Religionswissenschaftlerin, Ethnologin und Theologin Ursula Seghezzi fügt in ihrer Definition eines Erwachsenen hinzu: „…und ist in der Lage, einen Überschuss zu produzieren, den er anderen zur Verfügung stellt.“

Erwachsen sein heißt, sich materiell, emotional, intellektuell und auch spirituell selbst versorgen zu können und einen Überschuss zu produzieren, den man anderen zur Verfügung stellen kann.

 

Kapitän deines Lebens

 

Ich bin demnach also ein erwachsener Kapitän meines Lebensschiffs:

  • ich habe genügend Ressourcen gelagert, um stürmisches Wetter zu überstehen,
  • kann meine Mannschaft verpflegen ohne selbst zu darben,
  • kenne Kurs und kann mit Kompass und Sextant umgehen,
  • pflege Planken und Takelage und
  • habe Vertrauen in die Kräfte, die mich umgeben.

Alles Fähigkeiten, die Psychologen in sieben Säulen einteilen, die gewissermaßen Teilbereiche der menschlichen Widerstandskraft sind. Je mehr dieser Eigenschaften sich ein Mensch aneignen kann, desto besser wird er Krisen handhaben.

Als resilienter Kapitän habe ich demnach Zugang zu allen sieben Weltmeeren und kann sie sicher befahren:

I. Das Meer des Selbstvertrauens                                                                                        

Der Kapitän vertraut in stürmischen Zeiten seinem Können und glaubt an sich. Statt in die Opferrolle zu schlüpfen, wird er aktiv. Er übernimmt die Verantwortung für sein Schiff und die Besatzung.

II: Das Meer der Kontaktfreude

Ein resilienter Kapitän ist in gutem Kontakt mit sich selbst und mit seiner Crew. Er weiß, dass er Schwierigkeiten gemeinsam mit anderen Menschen effizienter löst und hat keine Angst, sich anderen Menschen anzuvertrauen. Er hat keine Scheu, enge Bindungen einzugehen und um Hilfe zu bitten.

III. Das Meer der Gefühlsstabilität

Ein resilienter Kapitän kann die eigene Gefühlswelt steuern und empfindet hohe Belastungen weniger als Stress denn als Herausforderung.

Der erwachsene Kapitän handelt kontrolliert und überlegt und lässt sich nicht zu impulsiven Handlungen verleiten. Er kann auch auf sofortige Belohnungen zugunsten eines höheren Ziels verzichten – ein Zeichen seiner emotionalen Intelligenz.

 

Kapitän im Pool

IV. Das Meer der Analysestärke

Der erwachsene Kapitän ist imstande, eingefahrene Denkpfade zu verlassen. Er kann die Ursache einer Situation  exakt identifizieren und analysieren. Das hilft ihm, schnell Lösungen zu erkennen.

V. Das Meer der Akzeptanz

Den Dingen ins Auge sehen zählt zu den Stärken eines resilienten Kapitäns, denn erst wer die Situation und das eigene Schicksal akzeptiert kann damit beginnen, die anstehenden Probleme in Angriff zu nehmen. 

VI. Das Meer des Optimismus

Selbst in schweren Lebenskrisen optimistisch zu bleiben, fällt oft nicht leicht, Doch ein resilienter Kapitän sieht auch  im trostlosesten Moment etwas Gutes. Als widerstandsfähiger Mensch blicket er weiterhin zuversichtlich in die Zukunft. So bleibt eine Krise ein zeitlich begrenztes Ereignis, aus dem man sich selbst herausführen kann.

VII. Das Meer des Realismus

Ein resilienter Kapitän kann langfristig denken und realistische Ziele entwickeln. So wird er von Krisen nicht aus dem Gleichgewicht geworfen. Da er sich schon gedanklich auf das Leben „danach“ vorbereitet, meistert er Herausforderungen souveräner und schneller.  

Hand auf`s Herz | Wer steht gerade am Ruder Deines Lebensschiffs?

Gefühlt taumeln wir gerade von einer Krise in die nächste. Von einem Hurrikan in den nächsten. Die immensen Anforderungen an unsere Anpassungsfähigkeit betreffen uns alle. Nun ist Führung gefragt. Bist Du als Kapitän Deines Lebensschiffs mit allen Wassern gewaschen und kennst alle sieben Resilienz-Weltmeere?

Am Freitag, den 30.April von 19:00 bis 20:30 Uhr halten Markus Zielke und ich bei der AURYN AKADEMIE einen Vortrag über das faszinierende Feld der Resilienzforschung und wie es uns helfen kann, als Kapitän die Führung des eigenen Lebensschiffs zu übernehmen.

 

Mia Brummer und Markus Zielke
Mia Brummer und Markus Zielke

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