Die Jahreszeiten einer Beziehung

Die Jahreszeiten einer Beziehung

Die Jahreszeiten einer Beziehung sind spannende Marker bei der Beurteilung, in welchem Stadium sich Deine Beziehung befindet. Hast Du Dich schon einmal gefragt, in welcher Jahreszeit sich derzeit Deine Beziehung befinden könnte?

  • Toben gerade Herbststürme zwischen euch,
  • befindet ihr euch gerade frisch verliebt im sommerlichen Garten der Lüste und vergesst dabei Zeit und Raum,
  • seid ihr derzeit eher eine administrative Gemeinschaft, die versucht, den Anforderungen des Lebens die Stirn zu bieten
  • oder verändert sich eure Beziehung und Du weisst gerade gar nicht mehr, ob sie eine ist und ob es überhaupt noch Sinn macht, am Status Quo festzuhalten?

Ich möchte Dir zeigen, dass Dir der Blick auf die Jahreszeit Deiner Beziehung nicht nur zeigt, wo Du gerade stehst, sondern auch die Schritte zeigt, die Dir helfen, aus der Endlosschleife herauszufinden, die Dich/euch momentan in einer Jahreszeit festhält.

Lass uns gemensam durch die Jahreszeiten stromern und uns die Qualitäten anschauen…

 

Die Jahreszeiten einer Beziehung – der Frühling:

Erinnerst Du Dich an das Gefühl, das Du hattest, als Dir klar wurde, dass die Person, die Deine Schmetterlinge im Bauch in Aufruhr versetzte, auch Interesse an Dir zeigte?

Das Sehnen, das Dich schier verrückt macht: ruft er/sie an? Das endlose Warten, die Vorstellung, wie er/sie wohl küsst? Wie er/sie sich wohl anfühlt. Was alles mit ihm/ihr möglich wäre! Deine Gedanken kreisen unermüdlich in der Zukunft. Ist er/sie etwa der/die Richtige?

Im Frühling erwachen plötzlich Gefühle, die gestern noch undenkbar erschienen. Da ist etwas Neues, etwas noch nie da Gewesenes, das eine vollkommen unerwartete Zukunft möglich erscheinen lässt. Du selbst siehst Dich vielleicht in Gedanken in einer ganz neuen Umgebung. Siehst Dich in einer neuen Rolle: als Partnerin, Gefährtin, Ehefrau, Mutter, Unternehmergattin, Familienvater, Liebhaber, Gefährte. Doch alles existiert im Frühling nur in Deiner Vorstellung. Du schmiedest bereits Ideen und Pläne,  Dein Gegenüber ist Dir allerdings noch vollkommen fremd. Eine Projektionsfläche, auf die Du all Deine Träume projizieren kannst. Ob die der Realität standhalten, willst Du jetzt gerade gar nicht wissen. Das Verliebtsein ist einfach viel zu schön um es mit der Realität zu konfrontieren. Dieses Flattern im Bauch ist einfach zu kribbelig…

Die Gefühle des Frühlings bringen Dich dazu, Dich vollkommen neu zu erfinden. Du wirst herausgerissen aus dem Alltags-Korsett und entdeckst Seiten an Dir, von denen Du nie zu träumen gewagt hast. Und irgendwie bist Du auch etwas in Dich selbst verliebt. Du magst das strahlende Gesicht, das Dir am Morgen im Spiegel entgegenblickt. Du magst Deinen Gang, der sich in letzter Zeit verändert hat.

Doch alles spielt sich noch im Reich der Träume, Illusionen, und Vorstellungen ab. Der Alltag ist noch nicht in dieses Reich eingdrungen. Weder das Schnarchen des potentiellen Partners noch anstrengende Diskussionen, weil ihr nicht einer Meinung seid. All das wird mit dem rosaroten Schleier der Potentiale verdeckt.  Denn mal ehrlich: das, was sich darunter verbirgt, will doch keiner in der Phase des Verliebt-Seins wirklich sehen!

Die Schwelle des Tuns: der Sprung in die Realität

Will man endlich „Nägel mit Köpfen“ machen, dann muss man den Sprung ins TUN machen. Gerade in Zeiten virtueller  Beziehungsanbahnung ist das ein ganz wichtiger Schritt. All die Imaginations-Blubberblasen müssen in der Realität überprüft werden! Wie fühlt sich der Partner an? Wie küsst er? Wie lacht er?  Wie sieht er nach der ersten Nacht aus? Wie sieht er das Leben? Hält  er den Frühlingsgefühlen stand?

Die Jahreszeiten einer Beziehung – der Sommer:

Wenn der Partner die Prüfung der ersten Schwelle überstanden hat, dann steht dem Sommer nichts mehr im Weg. Die Zeit der Sinnlichkeit beginnt. Am liebsten würde man ihn doch auffressen. Mit Haut und Haar. Man vergisst Zeit und Raum, lebt im absoluten Jetzt und Regeln sind in dieser Phase dazu da, sie zu brechen. Man klebt aneinander, kriegt nicht genug, besäuft sich am Liebesrausch und entdeckt sich selbst durch seinen Partner immer besser. Die Liebe findet im und mit dem Körper statt. Das Umfeld verkommt zur Kulisse, einem Rahmen, in dem die Inszenierung der Liebe in Vollendung gespielt wird. Freunde werden mit endlosen Berichten über die Einzigartigkeit dieser Liebe überschüttet. Am liebsten hätte man, dass diese Zeit nie vergehen möge – auf dass das Leben einem einen endlosen Sommer bescheren möge.

Die Sommersonnwende – die Schwelle der Empathie

Doch eine weitere Schwelle wartet bereits auf die Liebenden. Irgendwann geht es nicht mehr nur darum, sich körperlich zu entdecken und in ewiger Symbiose wie siamesische Zwillinge aneinander zu kleben. Da werden eigene Bedürfnisse wach und die gilt es beim Partner anzumelden. Doch, wieviel Empathie hat der für Deine Wünsche nach Freiraum?

 

Die Jahreszeiten einer Beziehung – der Herbst:

Was passiert mit der Liebe, wenn plötzlich emotionale Stürme über einstige Sommerlandschaften fegen? Wenn die Bätter fallen dann sieht man, was darunter steckt. Die Verletzungen, die im Sommer mit viel Blattwerk überdeckt waren, werden sichtbar. Der Lack ist ab. Frühere Beziehungsnarben und deren  Erkenntnisse  werden mit einbezogen.  Fragen, wie zum Beispiel „wer  bringt mehr in die Beziehung mit ein, wer muss was leisten?, wer hat wem „zu dienen“?, tauchen immer häufiger auf. Die Beziehungsclaims werden in hitzigen Diskussionen abgesteckt und so manche Verletzungen zugefügt. „Wenn Du mich liebst, dann müsstest Du…“ hört man dann. Spätestens im Herbst fällt man aus dem Paradies des Sommers. Und immer häufiger stellt sich die Frage:  bin ich ein Trabant, der immer und immer wieder um die Bedürfnisse meines Partners kreist oder erlaube ich mir, auch mal die Sonne zu sein, die eine Weile im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen darf?

Im Herbst wird das ICH-DU-Konzept geformt und alles, was mit dem „SELBST“ beginnt: Selbstliebe, Selbstakzeptanz, Selbstkritik, Selbstannahme, Selbstständig, Selbstlos, Selbsthass und so vieles mehr. Denn das Selbst entsteht aus der Reflexion durch ein Du. Doch was passiert, wenn gar kein ICH da ist, wenn man nicht gelernt hat, eigene Bedürfnisse anzumelden und auch einzufordern?

Herbstsonnwende – die Schwelle der Selbstfürsorge

Diese Schwelle wird dann wichtig, wenn man erkennt, dass Selbstaufopferung nicht der Garant für eine harmonische Verbindung ist. Ist man nur für Andere da, kann das schnell in einen Beziehungs- Burnout führen. An der Schwelle des Herbstes in den Winter geht es um Selbstfürsorge. Auf allen Ebenen.

  • Auf der materiellen Ebene,
  • der emotionalen Ebene,
  • der intellektuellen Ebene
  • und der spirituellen Ebene.

Kannst Du Dich auf all diesen Ebenen gut nähren, ohne die Beziehung damit zu belasten? Das heisst, ohne Deinen Partner dafür verantwortlich zu machen, dass er/sie Dir zu einem satten Gefühl verhilft. Die Frage, die ich in Gesprächen mit Paaren stelle ist: Wo tankst Du auf? Ist die „Tankstelle“ nur in der Beziehung angelegt, kann es schnell zur Überforderung des Partners führen. Doch beide Partner haben das Recht und die Pflicht, eigene Räume zu nutzen um ihre Bedürfnisse zu nähren. Sind diese klar definiert, dann fällt auch der Schritt in eine sonnige Beziehungswinterlandschaft  nicht schwer.

Die Jahreszeiten einer Beziehung – der Winter:

In der Winterphase einer Beziehung  geht es darum, weder sein „Ich“, noch seine Beziehung, also sein “ Ich-Du“, in einem „Wir“ zu verlieren.  Denn manchmal sind wir so sehr im administrativen Tun in der Familie, in der Gesellschaft, in Vereinen, Institutionen und Unternehmen verknotet, dass wir uns selbst und unseren Partner darin gar nicht mehr spüren können. Das, was uns einst getragen hat, ist nur noch als Erinnerung präsent und wird durch Alltag und Pflichten überlagert. Wir sind dann nur noch Funktionsträger einer Rolle, die wir uns entweder selbst kreiert haben oder die uns auferlegt worden ist.

Es geht dann nicht mehr ums SEIN sondern nur noch ums TUN.

Alles muss perfekt gewuppt werden, alles wird bis ins kleinste Detail definiert und verwaltet. Listen werden geführt, To do`s verarbeitet, Teams versorgt… der gemeinsame Nenner in allem ist der Plan, die Struktur, das Konzept.

Doch wo ist MEIN Platz in diesen Strukturen? Was passiert, wenn eine  „Arbeitsgemeinschaft“ ihr Ziel erreicht hat? Was passiert mit Paaren, deren Ziel, zum Beispiel, den Kindern gute Eltern zu sein, endet. Wer ist man denn dann als Paar? Ohne die Funktion?

Während man zu Beginn des Winters damit beschäftigt ist, seinen ganz eigenen Platz im „Wir“ zu finden, geht es am Ende der winterlichen Beziehungsphase darum, zwischen Gemeinsamkeiten und Einsamkeiten sein „Ich“ im „Wir“ neu zu finden. Dazu muss man die nächste Schwelle überwinden. Es ist an der Zeit sich zu häuten…

Tauwetter – das Loslassen aller Konzepte, wer oder was ich bin

Die winterliche Starre von Konzepten ist hilfreich, wenn es darum geht, Ziele zu verfolgen und Gemeinschaften zu versorgen. Doch wenn einer dieser Versorgungsphasen „durch“ ist, dann ist es an der Zeit, den Frühling hereinzubitten. Das Tauwetter hilft, die Starre von Konzepten auflösen. Auch vom Konzept, wer ich bin oder wie ich zu sein hätte. Wenn innerlich der Frühling ruft, dann ist es an der Zeit, loszulassen, sich zu häuten und in das große Mysterium einzutauchen. Dort entdeckt man die Möglichkeit, sich selbst neu zu kreieren…

 

 

Der Gang durch die Jahreszeiten Deiner Beziehung hat Dich enorm wachsen lassen. Neue Jahresringe haben sich gebildet. Ein erweitertes Ich ist entstanden und das Konzept, wer Du bist, ist dadurch zu klein geworden.

Wenn Du Dir erlaubst, alle Ideen, wer Du bist, loszulassen, um in den Raum aller Möglichkeiten, in die Matrix des Seins einzutreten, dann kannst Du darin ein ganz neues Ich erträumen, das Deinen Partner in einem neuen Seinszustand begegnen wird. Und damit beginnt ein neuer Frühling, denn wer weiß, was alles möglich wird, wenn ihr euch dort begegnen werdet…

 

 

Was glaubst Du? Kann man Persönlichkeiten  einer gewissen Jahreszeit zuschreiben?

Definitiv!

Wir alle haben ein bestimmtes Grundmuster, das man einer Jahreszeit  zuordnen kann. Rechnet man die Schwellen hinzu, sind es acht Grund-Typen, mit denen wir Persönlichkeiten beschreiben können.

Spannend wird es, zu entdecken, was passiert, wenn ein Sommer-Wesen auf ein Winter-Wesen trifft oder ein Sommer-Herbst-Wesen auf ein Winter-Frühlings-Wesen. Denn jede dieser Beziehungen hat gewisse Themen und Entwicklungsaufgaben.

Hast Du Lust bekommen, die einzelnen Wesen kennenzulernen und ihre Beziehungsmuster zu erforschen? Denn je klarer Du die Muster erkennst, um so verständlicher werden Handlungsweisen und Du verstehst, warum Dein Gegenüber so handelt und nicht anders. Dieses Wissen ist ein wichtiger Schlüssel zur Gestaltung einer harmonischen Beziehung denn sie bringt Empathie in das Zusammen-Spiel.

Wenn Du mehr über Dich und Deine Beziehung erfahren möchtest, dann starte gemeinsam mit mir ins Online-Seminar BEZIEHUNGSWEISE, in dem ich Experten mit ins Boot geholt habe: Den Beziehungspsychologen Wieland Stolzenburg und die Gesichterleserin  Stephanie Helmberger.

Gemeinsam erforschen wir die unterschiedlichen Persönlichkeiten der Jahreszeiten, wer mit wem zusammenpasst, welche Lernaufgaben die unterschiedlichen Paare haben und wie es gelingt, harmonische Beziehungen durch dieses Wissen zu gestalten.

Bist Du mit dabei?

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