Die Krise in der Lebensmitte ist wie Pubertät – nur andersrum. Welche Gemeinsamkeiten Pubertät und die Phase in der Lebensmitte haben und wie sie uns auf unterschiedliche Weise beeinflussen.
Die Krise in der Lebensmitte ist wie Pubertät — nur andersrum
Meine Tochter hat es auf den Punkt gebracht.
Als ich ihr erzählte, wo ich gerade stehe — von der Freiheit und den Herausforderungen der Lebensmitte — sagte sie: „Eigentlich ist das wie Pubertät. Nur andersrum.“
Sie hatte recht.
In der Pubertät kämpfst du dich in die Welt hinein.
Du suchst deinen Platz. Du formst deine Identität. Du löst dich von dem, was war — Familie, Kindheit, Geborgenheit — und stürmst in das hinein, was sein soll.
Es ist laut. Es ist chaotisch. Es ist aufregend und erschreckend zugleich.
Und am Ende weißt du: Ich bin jemand. Ich kann etwas. Ich habe einen Platz.
In der Lebensmitte kämpfst du dich aus der Welt heraus.
Nicht aus dem Leben — sondern aus dem Konstrukt, das du jahrzehntelang gebaut hast.
Die Identität, die dich so weit gebracht hat — Leistungsträgerin, Führungskraft, Macherin — fühlt sich plötzlich zu eng an. Nicht weil sie falsch war. Sondern weil sie nicht mehr alles von dir fasst.
Beide Phasen stellen dieselbe Frage:
Wer bin ich — jenseits dessen, was andere von mir erwarten?
In der Pubertät stellst du sie zum ersten Mal. In der Lebensmitte stellst du sie tiefer.
Was beide Phasen gemeinsam haben
In der Pubertät brauchst du Menschen, die selbst schon erwachsen sind — die wissen, was auf dich wartet, und dich nicht aufhalten, sondern begleiten.
In der Lebensmitte brauchst du Menschen, die selbst schon über diese Schwelle gegangen sind — die wissen, was auf der anderen Seite liegt, und dich nicht beruhigen, sondern führen.
Nicht zurück. Weiter.
Wenn du gerade an dieser Schwelle stehst, dann bin ich gerne für Dich da
Von Herz zu Herz, Mia
