2017 hat die UNESCO acht Schlüsselkompetenzen definiert, welche zur Erreichung der 17 Ziele der nachhaltigen Entwicklung (sustainable development goals) in dieser Welt eine Grundvoraussetzung darstellen. Hierzu gehören u.a. die Fähigkeit, mit sich selbst in Beziehung zu sein, mit anderen gemeinsam an Lösungen zu arbeiten oder auch das Wahrnehmen vieler Informationen eines Feldes. Die Initiative „Inner development goals“ knüpft an diese 17 Nachhaltigkeitsziele an und ordnet die inneren Fähigkeiten, die hierfür erforderlich sind, 5 Themenfelder zu:  

– Beziehung zu sich selbst
– kognitive Fähigkeiten
– Beziehung im Miteinander und zur Welt
– Zusammenarbeit – soziale Kompetenzen
– in Aktion treten

Dabei wurden diesen 5 Kategorien 23 Fähigkeiten und Qualitäten zugeordnet:

I. Sein – Meine Beziehung zu mir selbst

 

Die Kultivierung unseres Innenlebens und die Entwicklung und Vertiefung unserer Beziehung zu unseren Gedanken, Gefühlen und unserem Körper helfen uns, präsent, beabsichtigt und nicht reaktiv zu sein, wenn wir Komplexität gegenüberstehen.

 

Innerer Kompass

Ein tief empfundenes Verantwortungsbewusstsein und Engagement für Werte und Zwecke, die sich auf das Wohl des Ganzen beziehen.

 

Integrität und Authentizität

Mein Engagement und die Fähigkeit, mit Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit und Integrität zu handeln.

 

Offenheit und Lernbereitschaft

Eine grundlegende Denkweise der Neugier und der Bereitschaft, verletzlich zu sein und Veränderungen anzunehmen und zu wachsen.

 

Selbsterkenntnis

Die Fähigkeit, in reflektierendem Kontakt mit eigenen Gedanken, Gefühlen und Wünschen zu stehen; ein realistisches Selbstbild und die Fähigkeit, sich selbst zu regulieren.

 

Präsenz

Fähigkeit, im Hier und Jetzt zu sein, ohne zu urteilen und in einem Zustand unbegrenzter Präsenz.

 

II. Denken – Kognitive Fähigkeiten

 

Die Entwicklung unserer kognitiven Fähigkeiten, indem wir verschiedene Perspektiven einnehmen, Informationen bewerten und die Welt als zusammenhängendes Ganzes verstehen, ist für eine kluge Entscheidungsfindung unerlässlich.

 

Kritisches Denken

Die Fähigkeit zur kritischen Überprüfung der Gültigkeit von Ansichten, Beweisen und Plänen.

Komplexitätsbewusstsein Verständnis und Fähigkeiten im Umgang mit komplexen und systemischen Zuständen und Kausalitäten.

 

Perspektivenkompetenz

Die Fähigkeit, Erkenntnisse aus gegensätzlichen Perspektiven zu suchen, zu verstehen und aktiv zu nutzen.

 

Sinneswahrnehmung

Die Fähigkeit, Muster zu erkennen, Unbekanntes zu strukturieren und bewusst Geschichten zu erschaffen.

 

Langfristige Orientierung und Visionen

Langfristige Orientierung und Fähigkeit, Visionen im größeren Zusammenhang zu formulieren und aufrechtzuerhalten.

 

 

III. In Beziehung gehen – Für andere und die Welt sorgen

 

Andere zu schätzen, sich um sie zu kümmern und sich mit ihnen verbunden zu fühlen, wie Nachbarn, zukünftige Generationen oder die Biosphäre, hilft uns, gerechtere und nachhaltigere Systeme und Gesellschaften für alle zu schaffen.

 

Wertschätzung

Der Umgang mit anderen und der Welt mit einem Grundgefühl von Wertschätzung, Dankbarkeit und Freude.

 

Verbundenheit

Ein ausgeprägtes Gefühl dafür haben, mit einem größeren Ganzen verbunden zu sein und/oder Teil eines größeren Ganzen zu sein, wie etwa einer Gemeinschaft, Menschheit oder einem globalen Ökosystem.

 

Bescheidenheit

In der Lage sein, gemäß den Erfordernissen der Situation zu handeln, ohne Rücksicht auf die eigene Wichtigkeit.

 

Empathie und Mitgefühl

Die Fähigkeit, mit Freundlichkeit, Empathie und Mitgefühl mit anderen, sich selbst und der Natur in Beziehung zu treten und damit verbundenes Leiden anzugehen

 

 

IV. Zusammenarbeit – Soziale Kompetenz

 

Um Fortschritte bei gemeinsamen Anliegen zu erzielen, müssen wir unsere Fähigkeiten entwickeln, Interessengruppen mit unterschiedlichen Werten, Fähigkeiten und Kompetenzen einzubeziehen, Raum zu halten und mit ihnen zu kommunizieren.

 

Kommunikationsfähigkeit:

Die Fähigkeit, anderen wirklich zuzuhören, einen echten Dialog zu fördern, eigene Ansichten gekonnt zu vertreten, Konflikte konstruktiv zu bewältigen und die Kommunikation an unterschiedliche Gruppen anzupassen.

 

Co-Creation-Fähigkeiten:

Die Fähigkeit und Motivation zum Aufbau, zur Entwicklung und Förderung kooperativer Beziehungen mit verschiedenen Stakeholdern, gekennzeichnet durch psychologische Sicherheit und echte Co-Creation.

 

Inklusive Denkweise und interkulturelle Kompetenz:

Die Bereitschaft und Kompetenz, Vielfalt anzunehmen und Menschen und Kollektive mit unterschiedlichen Ansichten und Hintergründen einzubeziehen.

 

Vertrauen

Die Fähigkeit, Vertrauen zu zeigen und vertrauensvolle Beziehungen aufzubauen und aufrechtzuerhalten.

 

Mobilisierungsfähigkeiten

Die Fähigkeit, andere zu inspirieren und zu mobilisieren, sich für gemeinsame Ziele zu engagieren.

 

 

V. Die Fähigkeit zu Handeln und Veränderung aktiv vorantreiben

 

Eigenschaften wie Mut und Optimismus helfen uns dabei, echte Entscheidungsfreiheit zu erlangen, alte Muster zu durchbrechen, originelle Ideen zu entwickeln und in unsicheren Zeiten beharrlich zu handeln.

 

Mut

Die Fähigkeit, für Werte einzustehen, Entscheidungen zu treffen, entschlossen zu handeln und gegebenenfalls bestehende Strukturen und Ansichten zu hinterfragen und zu durchbrechen.

 

Kreativität

Die Fähigkeit, originelle Ideen zu generieren und zu entwickeln, innovativ zu sein und bereit zu sein, herkömmliche Muster zu durchbrechen.

 

Optimismus

Die Fähigkeit, ein Gefühl der Hoffnung, eine positive Einstellung und das Vertrauen in die Möglichkeit sinnvoller Veränderungen aufrechtzuerhalten und zu kommunizieren.

 

Beharrlichkeit

Die Fähigkeit, Engagement aufrechtzuerhalten und entschlossen und geduldig zu bleiben, auch wenn Bemühungen lange Zeit brauchen, um Früchte zu tragen.

 

 

Nicht beantwortet wurde dabei eine entscheidende Frage: Wie bauen wir diese Kompetenzen auf?

 

Aus diesem Grund habe ich den gerade laufenden Beta-Kurs „werde Mentorin der Neuen Zeit“ entwickelt. In dem Grundlagenkurs beschäftigen wir uns mit unserer Fähigkeit zu sein, zu denken, in Beziehung zu treten, in Co-Kreation zusammenzuarbeiten und unserer Fähigkeit, zu handeln.

Den Blick habe ich dabei fest auf den Raum der Ältestenschaft gerichtet, da ich glaube, dass wir neue „role-models“ in der Begleitung von Menschen brauchen. Begleiter, deren Fokus nicht auf Selbstoptimierung liegt sondern in der Selbstentfaltung.

Eine spannende Reise, die jede von uns aus der Komfortzone herauskatapultiert, denn es gilt herauszufinden, was denn genau für MICH eine Mentorin der Neuen Zeit darstellt. Wie will ich diesen Begriff mit Sinn füllen? In welchem Rahmen möchte ich arbeiten? Welche Menschen möchte ich begleiten und wohin?

Was ich, nun, da der Kurs in der zweiten Woche läuft, erkennen kann, ist

  • dass für viele von uns ein offener Raum, in dem Co-Kreation stattfinden kann, schwer auszuhalten ist.
  • Wir sind es so gewohnt, in einem klaren Korsett aus Vorgaben, Regeln und Anleitungen zu wirken, dass ein frei lassender Raum erst einmal Angst machen kann.
  • Niemand sagt uns, was „richtig“ und „falsch“ ist, keine reglementierenden Leitplanken, kein zu erreichendes „Ziel“ vor Augen, das uns die Richtung weist.
  • es ist der innere Kompass, der uns die Richtung weist
  • Als leistungskonditionierte Wesen, die gelernt haben, uns über das Tun zu definieren, ist der Seinsraum ziemlich herausfordernd, auch wenn wir eine große Sehnsucht danach haben.

 

Mit Sicherheit werden die vier Wochen des Kurses nicht reichen, diesen Raum in all seinen Dimensionen zu erfahren.Ein Gedicht von Rilke hilft mir dabei:

Man muss den Dingen  die eigene, stille  ungestörte Entwicklung lassen,  die tief von innen kommt  und durch nichts gedrängt  oder beschleunigt werden kann,  alles ist austragen – und  dann gebären…

Reifen wie der Baum, der seine Säfte nicht drängt  und getrost in den Stürmen des Frühlings steht, ohne Angst, dass dahinter kein Sommer kommen könnte.  Er kommt doch!

Aber er kommt nur zu den Geduldigen,  die da sind, als ob die Ewigkeit vor ihnen läge,  so sorglos, still und weit…

Man muss Geduld haben  Mit dem Ungelösten im Herzen,  und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben,  wie verschlossene Stuben,  und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache  geschrieben sind.

Es handelt sich darum, alles zu leben.

Wenn man die Fragen lebt, lebt man vielleicht allmählich,  ohne es zu merken,  eines fremden Tages  in die Antworten hinein.

 

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