Frag doch im Zweifel mal `nen Baum: die Medizinwanderung als Spiegel Deiner Seele

Nehmen wir doch einfach mal an, Du hast ein Problem.

  • Du kannst es ignorieren.
  • Du kannst es in Dein Tagebuch schreiben.
  • Du kannst es mit Deinen Freundinnen besprechen.
  • Du kannst es mit Deinem Therapeuten analysieren.
  • Du kannst es auch raus in die Natur mitnehmen und eine Medizinwanderung machen.

Der Unterschied?

Alle Varianten, in denen Du Menschen zur Klärung Deines Problems miteinbeziehst, werden Dir ungefilterte Lösungsvorschläge geben, die aus dem Erfahrungs-Raum Deines Gegenübers kommen.

Was ich damit meine?

  • Deine geschiedene Freundin sieht Dein Beziehungsproblem durch ihren Schmerz-Filter.
  • Deine verliebte Freundin sieht Dein Beziehungsproblem durch ihre rosarote Brille.
  • Ein Therapeut sieht Dein Beziehungsproblem durch den Filter seiner Therapieform und seiner eigenen Beziehungserlebnisse.
  • Die Natur nimmt Dich – ohne Filter, Brille oder Wertungen –  in ihrem Raum auf und Du erkennst darin nur das, womit Du in Resonanz gehst.

Was ist eine Medizinwanderung und wie geht sie?

Die Medizinwanderung ist ein Gang in die Natur, der Dir in einem rituellen Rahmen als Spiegel Deiner Seele dient. Nimm Dir dafür – sofern es Dir möglich ist – mindestens drei Stunden Zeit. Gehe dabei in die Natur, ohne festen Plan, ohne vorher fixierte Route. Gehe alleine. Damit Du Dich aus dem Profanen des Alltags herauslöst, markierst Du zu Beginn eine Schwelle. Das kann ein Aststück sein, der Übergang vom Weg ins Gras, ein Gartentor, ein gebogenes Baumtor – Du wählst Deine Schwelle. Bevor Du die Schwelle übertrittst wirst Du Dir noch einmal bewusst, warum Du über die Schwelle gehst. Es geht darum, eine klare Intention zu setzen.

Bist du einmal losgegangen, kannst du jederzeit verweilen, wo, und solange du willst. Folge deinen Impulsen, höre auf deinen Bauch, sei spontan und vermeide auf jeden Fall konkrete Wege – Planung oder einen zielorientierten Marsch. Sei dabei absichtslos und ohne Erwartung. Sei wachsam und beobachte genau, was draußen und „drinnen“ vor sich geht. Spüre, wenn du dich in eine bestimmte Richtung oder zu etwas Konkretem hingezogen fühlst. Lausche auf das Lebendige in Allem… Du gehst für einen Moment auf eine Pilgerschaft über den klaren Spiegel der Natur. Sieh immer wieder deine eigenen Spuren an und lies die Zeichen, die du darin findest. So wirst Du den „schweigenden Dialog“ zwischen dir und der Natur beginnen.

Am Ende Deiner Wanderung, trittst du mit der gleichen Achtsamkeit und Aufmerksamkeit über die Schwelle, zurück ins „profane“ Leben.

Tabus bzw. Gebote während einer Medizinwanderung

Schweige-Gebot: Gehe alleine über die Schwelle. Nimm auch keinen Hund mit, der Dich einfach zu sehr von Deiner Intention ablenken würde. Nimm keinen Kontakt aktiv zu Menschen auf, denen Du begegnest. Bleib bei Dir und lass Dich nicht ablenken.

Kein festes Dach über dem Kopf: setze Dich dem Wetter aus, verbringe Deine Zeit nicht in einer Gaststube, in die Du Dich flüchtest, weil es zu regnen beginnt J Selbstverständlich kannst Du einen Unterschlupf nutzen, bleib jedoch in der Natur. Achte einfach auf die richtige Kleidung, wenn Du losgehst und nimm Dir gegebenenfalls einen Rucksack mit Wasser/Tee mit

Keine Nahrung (nur Wasser) Essen „deckelt“ das, was möglicherweise gesehen werden möchte. Nimm daher kein Essen, keine Süßigkeiten mit.

Handy auf Flugmodus schalten Es macht keinen Sinn auf Medizinwanderung zu gehen, wenn Du einen wichtigen Anruf erwartest. Dann bist Du in Gedanken nicht voll bei der Wanderung.

Keine Uhr Falls Du am Ende der Medizinwanderung an die Zeit erinnert werden möchtest, dann stelle Dir einen Wecker am Handy. Besser noch, Du gehst bei der Medizinwanderung in einen zeitlosen Raum ohne fixe Termine danach.

Keine Musik, Keine Zigaretten alles, was Dich ablenkt oder Seelenbewegungen deckelt, solltest Du zuhause lassen. Denn wenn Du Bedürfnisse, die hochkommen, gleich befriedigst, wird Dir der Raum, der darunter steckt, nicht offenbar.

Nicht vorab erzählen, keine fertige Erlebniserzählung aufschreiben. Wenn Du das Erlebte aufschreibst, dann ist es „in Stein gemeisselt“, denn dann wirst Du die Geschichte in dieser Form immer wieder nacherzählen. Lässt Du die Geschichte in Deinem Geist weiterhin offen und ungebündelt, kann sich beim Erzählen immer wieder Neues zeigen.

Der klare Blick von außen, kann dabei helfen, unentdeckte Aspekte wahrzunehmen.

Das Teilen im Kreis weitet den Blick auf das in der Medizinwanderung Erlebte und öffnet neue Perspektiven. Was ist nun das Besondere an einem Spiegel: der Spiegelnde erteilt keine Ratsschläge oder interpretiert bzw. analysiert die Geschichte Deiner Medizinwanderung, sondern fügt weitere Facetten hinzu. In etwa wie bei einem Kaleidoskop, das mit den gleichen farbigen Objekten immer wieder neue Formen entstehen lässt. Welche Form ich dabei zu mir nehme und welche ich stehen lasse, bleibt dabei ganz mir selbst überlassen und muss auch nicht erklärt werden.

Wie und warum arbeite ich mit „Medizinwanderungen“

Wenn ein Klient zu mir kommt, dann versucht er mir in der Regel sein Thema, seine Herausforderung, seine Ansicht, seine Realität ganz genau zu erklären. Insbesondere, warum er/sie sich als Opfer sieht und der/die andere/n Schuld sind.

Viel schneller kommen wir jedoch zum Punkt, wenn wir nicht die jahrelang befahrene Autobahn aus Gedanken, Emotionen, „ich sagte, er sagt, sie sagt“ nehmen, sondern einen ganz unkonventionellen Weg einschlagen, in ein vollkommen neues Terrain: die Medizinwanderung.

Dies ist zum Beispiel eine Medizinwanderung, die ich meinen KlientInnen gerne zu Beginn unserer gemeinsamen Reise vorschlage:

„Gehe über die Schwelle und finde in der Natur einen Gegenstand, der Dich repräsentiert. Lege oder stelle den Gegenstand, der Dich repräsentiert auf die Erde, drehe ihm den Rücken zu und gehe eine Stunde in die entgegengesetzte Richtung (ohne Dich umzudrehen). Nach einer Stunde drehst Du Dich um und folgst Deiner eigenen Spur um Dich wieder zu finden.“

Die Geschichte, mit der der Klient zurückkommt, erzählt so viel mehr über seine Art, mit sich selbst und seinen Herausforderungen umzugehen, als das übliche freie Erzählen. Zudem erfährt er/sie es in einem vollkommen wertfreien Raum und er/sie hat das Erlebte zutiefst erfahren. Als seine/ihre Wahrheit.

Ich habe nun die Möglichkeit, die Geschichte auf vielerlei Weisen zu spiegeln. Ich kann es als Mythos spiegeln, als Ressourcengeschichte, kann den Umgang mit Ängsten hervorheben, kann den Augenmerk auf unterschiedliche Momente der Geschichte legen: kurz – kann meinen Klienten auf neue Facetten hinweisen.

Was bringt es Menschen, auf Medizinwanderungen zu gehen?

Hier möchte ich Menschen zu Wort kommen lassen, die seit einiger Zeit auf Medizinwanderung gehen:

1) Wie haben Dir die Medizinwanderungen und die Spiegel in Deinen Prozessen geholfen?

„Medizinwanderungen haben immer meine Wahrnehmung erweitert, mein Verständnis der Situation, haben mir geholfen Antworten auf Fragen zu bekommen, haben mir die Augen geöffnet für die Lage, in der ich mich, oder nahe Verwandte sich befunden haben, haben mir geholfen Bruchstücke meiner Wahrheit zu erkennen. Es hat sich auch oft etwas in mir oder dem Umfeld bewegt, „aus heiterem Himmel“! Auch wenn ich mich nicht immer mit Freuden oder „Erwartungen“ auf den Weg gemacht habe, noch nie bin ich ohne Hinweis, Hilfe, Erkenntnis geblieben.“

„Die Medizinwanderungen habe ich immer als spielerische Herangehensweise an ein Thema gesehen. Wo man sonst verkopft durch die Gegend läuft – erweitert sich bei einer Medizinwanderung die Wahrnehmung. Auf einmal kommen alle Sinne dazu, man hört zu, man sieht, man nimmt wahr – natürlich mit Intention. Was die Medizinwanderung mir sagen soll, dazu hilft der Spiegel. Oft waren die Spiegel bei mir Aha-Effekte, die eine Nuance aufgedeckt haben an meiner Wanderungsgeschichte, die mir so gar nicht bewusst war. Das Detail, das noch einmal hervorgehoben wird, damit es auch gesehen wird. Spannend fand ich auch am Spiegeln, mit wie vielen Blickwinkeln man eine Geschichte sehen, mit wie vielen Ohren man einer Geschichte zuhören kann.“

„Mir haben die monatlichen Medizinwanderungen sehr viel geholfen. Es hat sich beim mir viel bewegt, Themen haben sich gelöst, ich habe viel Kraft geschöpft und ich bin jetzt viel mehr zu mir gekommen. Wichtig war für mich schon der Prozess des in-mich-Hinenspürens, welches Thema gerade ansteht und das Formulieren einer kurzen und klaren Frage. Alleine hier ist schon sehr viel bei mir passiert und in Bewegung gekommen. Sehr beeindruckend und berührend waren für mich auch Deine Rückmeldungen zu meinen Frageentwürfen, die ebenfalls schon sehr viel bewegt haben! Vielen Dank Dir dafür!“

„Das Spiegeln war ein weiterer wichtiger Teil für mich. Hierdurch hat meine eigene Medizinwanderung nochmals eine ganz andere Dimension und eine viel tiefgehendere Bedeutung für mich bekommen. Eine echte Bereicherung waren für mich auch die Geschichten und das Spiegeln der anderen Personen. Sehr ereignisreich waren für mich auch immer die Tage nach den Medizinwanderungen. Hier ist auch immer noch einiges passiert.“

„Der Prozess bekommt einen Freiraum, in dem er sich bewegen kann. Mir hat das Zeitnehmen alleine schon sehr oft geholfen und der feste Rahmen. In der Natur kann ich sehr gut abschalten und mir fällt es leicht auf Impulse zu achten, da sie sehr fein sind und ich nicht reizüberflutet werde. Ich fühle mich immer gut behütet und angenommen. Das Spiegeln gibt mir die Möglichkeit das Erlebte aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und es lässt die Verantwortung und Kraft bei mir.

2) Was hat es mit Dir gemacht?

„Die Medizinwanderungen haben mich in eine für mich neue und tiefere Verbindung mit der Natur gebracht. So habe ich über den monatlichen Rhythmus der Medizinwanderungen und die jeweiligen Monatsqualitäten, das Leben und Pulsieren der Natur sehr nah, direkt und intensiv erfahren und erlebt.“

„Es hat Vertrauen in mich selbst aufgebaut . Es macht mich ruhiger, zuversichtlicher und ausgeglichener.“

3) Wie haben sie Dich in Deinen Herausforderungen unterstützt?

„Für mich waren die Medizinwanderung der Anstoß, mich mit mir und meinen Herausforderung intensiv zu beschäftigen. Sehr hilfreich war für mich der monatliche Rhythmus. Sie waren eine große Unterstützung!“

„Oft sehr viel Klarheit gebracht,  Entscheidungen sehr erleichtert, Mut für neue Wege gegeben

„Unterbewusst lassen sich durch die Spiegel und Wanderungen schnellere Verknüpfungen herstellen. Das trägt mich dann entsprechend.“

4) Was haben sie Dir ermöglicht?

„Die Medizinwanderung haben mir ermöglicht, mich von Sachen zu lösen, mehr zu mir zu kommen und neue Perspektiven zu haben. Und Vertrauen in meine Intuition!“

„Die Medizinwanderung hat mir eine Möglichkeit gegeben mit mir selbst zu kommunizieren“

„Ich habe das Gefühl, dass die Intuition durch das sich bedingungslose Hingeben und gespiegelt werden, gestärkt wird und ich dadurch mehr Selbstsicherheit bekomme.“

„Sie haben es mir ermöglicht, mich weiter kennenzulernen. Neue Facetten zu entdecken, die noch da sind.“

Wie sieht nun so ein „Spiegel“ aus?

In  „Wie uns die Natur hilft, heil zu werrden“, erzähle ich die Geschichte einer Frau in einer Umbruchsphase. Zur Vorbereitung ihrer Visionssuche geht sie auf Medizinwanderung, deren Spiegel ich im Blogartikel aufgezeichnet habe.

Hast Du Lust bekommen, auch mal auf eine Medizinwanderung zu gehen und an einem Spiegel- Treffen teilzunehmen?

Dann nimm mit mir Kontakt auf. Die Spiegel-Zoom-Calls finden monatlich statt.

Du willst die Kunst des Spiegelns lernen? Dann melde Dich gerne bei mir! Der nächste Kurs hierzu findet vom 03.-04.07.2021 statt.

Mia Brummer