Das Online-Business und der tiefe Fall aus dem Paradies – ein Blick darauf aus dem Medizinrad

Das Online-Business und der tiefe Fall aus dem Paradies – wohin es nach den „fetten Jahren“ gehen muss. Ein Blick darauf aus dem Medizinrad

„Wenn Dein Funnel gut aufgebaut ist, verkaufst Du alles – wie geschnitten Brot!“ „Du brauchst nur das richtige „Wording“, dann bringst Du alles an den Mann/die Frau“. „Fünfstellige Umsätze mit meiner Methode!“

Bis vor kurzem war der Online-Markt ein wahres Schlaraffenland. Doch langsam scheinen die Käufer aus der Illusionsblase aufzuwachen. Sie erkennen, dass die meisten Gratis-Produkte in einem Hochpreis-Coaching-Verkaufsgespräch enden. Der „Closer“, also der angeheuerte Profi für Abschlüsse, ist so perfekt psychologisch geschult ist, dass die Kreditkarte nach dem Gespräch plötzlich um 10.000 Euro oder mehr belastet ist. So zumindest im 2019-er Goldgräber-Jahr in der Funnel-Branche.

Und auch die Anbieter wachen auf. Das, was Social-Media-Coaches als super entspannte Gelddruck-Maschine anpriesen, die alleinerziehende Mütter innerhalb kürzester Zeit zur Millionärinnen machen, erweist sich als Knochenjob, der eine Menge Lebenszeit auffrisst.

Als Online-Unternehmer denkt man dann nur noch daran, welche Lebensszene gut im Feed kommen würde, welche Posts die besten Conversions-Raten haben, wie die Follower-Zahl wächst und wie man am schnellsten an Email-Adressen kommt, die man in den Funnel kippen kann, damit die Maschinerie flutscht.

WERDE TEIL DES ZWEI-KOMMA-CLUBS!

Funnel-Tycoone wie Rusell Brunson warben mit Slogans wie „You are just one funell away“ (Du bist nur einen Funell weit weg)  Away from what? Vom „Two Comma Club“. Der warb damit: „Jedes mal wenn einer deiner Funnel die 1 Million Dollar Umsatzmarke knackt, bekommst du eine der Two-Comma Club Trophäen, die du dir an die Wand hängen kannst. … Jedes mal, wenn ein weitere Funnel von dir 1 Million Dollar erreicht hat, bekommst du eine weitere Trophäe.“ Kaum ein US-Online-Anbieter, der sich damit nicht infizierte. Dabei war die Qualität des Angebots vollkommen zweitrangig. Hauptsache, ein „need“ wurde produziert, ein Mangel im Kunden erweckt und Knappheit suggeriert.

DIE WELLE SCHWAPPTE AUCH AUF DEN DEUTSCHEN MARKT

Und auch, wenn es hier weniger gewissenlos zuging, war der Hype ein ähnlicher. 2019 und 2020 ploppten an jeder Ecke, sprich: in allen Social Media Kanälen, ähnliche Funnels auf. Das Vorgehen ist dabei sehr ähnlich:

1. Füttere an mit kostenlosen Inhalt der „overperformt“, also so überdurchschnittlich abliefert, dass die Kunden von Dir wahnsinnig beeindruckt sind.

2.Schiebe ein „No-Brainer-Angebot“ nach. Also ein Angebot, das so günstig ist, das man es, ohne groß nachzudenken, kauft. Das muss natürlich auch „overperformen“

3. Du überspringst 2. und überschüttest danach Deinen potentiellen Kunden mit täglichen, ach was, stündlichen Emails und weist darauf hin, dass das Angebot, das Du gerade maßgeschneidert für ihn kreiert hast

  • für ihn, den potentiellen Kunden, ganz ganz besonders reduziert ist
  • und zwar ganz ganz besonders günstig – aber nur für ganz ganz kurze Zeit zu haben ist
  • und dass der Kunde ohne das Produkt weniger wissend, glücklich, zufrieden… bist.
  • Das Ganze am besten noch mit einem Countdown versehen.
  • Die letzten Mails werden dann so richtig drängend und machen Dir ein schlechtes Gewissen: „Was hindert Dich daran, mein unwiderstehliches Produkt zu kaufen? Ich habe Dir doch schon soooooo viel für fast umsonst gegeben? Was kann ich denn noch tun, damit Du endlich buchst?“

4. Du gehst in die Offensive und bietest kostenlose „Klarheitsgespräche“ an und/oder telefonierst alle Deine High-Potentials ab und bietest ein unglaublich effektives, ganz auf den Kunden zugeschnittenes, selbstverständlich hochpreisiges 1:1-Coaching an, in dem der Köder so ansprechend verpackt ist, dass der Kunde einfach nicht NEIN sagen kann. 

DIE BLASE PLATZT…

Liest man die Zeichen auf dem Online-Markt, so ist gerade ein Wandel erkennbar. Die Menschen sind satt, nein, geradezu überfressen mit kostenlosen Angeboten. Sie haben sich in Lockdown-Zeiten jeden nur kostenlos offerierten Online-Kurs heruntergeladen, sich Bundles, also ganze Bündel von Kursen zu Dumping-Preisen auf ihren Rechnern geladen – weil sie eben für billiges Geld einen riesigen Nutzen versprechen.

Die Klagen vor Gericht gegen Hochpreis-Coaches häufen sich. Etablierte Coaches distanzieren sich von den schwarzen Schafen der Coaching-Szene, die ein „schnell-im-Internet-reich-werden-Business- ohne-was-zu-können“ suggerieren. 

WIE KINDER IM SÜSSIGKEITENPARADIES HABEN WIR UNS ÜBERFRESSEN

Wie Kinder im Süßigkeitenparadies haben wir uns überfressen. Wir vertrauten den Coaches und glaubten fest daran, auf dem Markt mitmischen zu können.

 „JEDER IST IN IRGENDETWAS EXPERTE“

suggerierten uns die Online-Anbieter von „ich war früher eine unterbezahlte Aushilfskraft – jetzt habe ich ein Millionenbusiness – das kannst Du auch! – Kursen. Und schon verbrachten wir stunden-, tage-, monatelang vor dem Rechner und lernten, Online-Kurse zu konzipieren, Landingpages zu bauen, Facebook-Ads zu kreieren.

Wir arbeiteten an unseren Glaubenssätzen, polierten unseren Mindset auf, klärten unsere Werte und unser Verhältnis zu Geld, buchten Coaches, die uns helfen sollten, endlich erfolgreich auf dem Markt zu sein. Wir wollten auch endlich fünf- oder sechsstellige  Umsätze  – immer mit dem Slogan der verführerischen „Leader“ im Ohr: „wenn ich es kann, kannst Du es auch! „

UND JETZT? HAST DU EINE LÖSUNG, MIA?

Wenn ich nach Lösungen suche, lege ich das Thema  ins Rad, das Entwicklungsprozesse abbildet. Egal, ob es sich um persönliche, berufliche, gesellschaftliche oder kulturelle Prozesse handelt. Ich kann also den Entwicklungsprozess eines Kunden, eines Anbieters, oder auch des Markts betrachten

DAS ONLINE-BUSINESS IM „SÜDEN“

Der Süden im Medizinrad ist der Platz der unschuldigen Kinder. Sie sind neugierig und allem Neuen aufgeschlossen. Sie wollen alles JETZT sofort, möglichst VIEL, möglichst UMSONST. Ein Leben im Schlaraffenland, das unendlichen Nachschub, ohne selbst etwas dafür zu tun, bietet.

Der Süden hat kein Gewissen – es gibt keine Konsequenzen, Moral oder ethische Bedenken. Regeln sind dazu da, um gebrochen zu werden. Das ICH ist der wichtigste und einzigste Fixpunkt – alles dreht sich um ddie eigene Person und ein Gegenüber ist dazu da, die eigenen Bedürfnisse zu bedienen. Und das möglichst schnell, zack, zack.

WIE BUSINESS IM SÜDEN FUNKTIONIERT:

Ein Business im Süden funktioniert, wenn der Kunde ganz ganz viel und das am Besten sofort und möglichst umsonst bekommt und der Anbieter erst einmal ganz ganz viel liefert. Und das, vermeintlich umsonst. Bei Eltern und kleinen Kindern klappt das wunderbar. 

Da Reflektion keine Fähigkeit des Südens ist, denkt der Süd-Konsument nicht über den Preis nach – er konsumiert. Bis er an einem Punkt kommt, wo er sich so überfressen hat, dass er sich übergeben muss. Und vielleicht – mit einem fetten Kater – aufwacht…

Dem Anbieter ist im Süden der Kunde vollkommen egal. Er ist nur Mittel zum Zweck. Mittel, um an die erste Million heranzukommen. Seine Gefühle, seine Bedürfnisse werden nicht wirklich gesehen. Es geht allein um die Großartigkeit des Unternehmers, dessen Glanz und die bedingungslose Gefolgschaft der Follower, die brav ihren Geldbeutel zücken. 

Der Süd-Unternehmer weiß instinktiv genau, wo dem Kunden der Schuh drückt. So wie eben Kinder genau wissen, welchn Knopf sie drücken müssen, damit die Eltern „spuren“. Er kennt den Leidensdruck und die Schmerzpunkte und weiß, damit zu spielen. Er kann Mangel kreieren und gleichzeitig Lösungen anbieten. Er spielt auf der psychologischen Klaviatur der Kunden und zwar so gekonnt, dass er ihn, ohne dass er es merkt, verführt, zu kaufen.

Der Süden-Anbieter „spielt“ Unternehmer und baut sich eine Rolle auf, die er mit ganz viel Statussymbolen aufrecht zu erhalten versucht. Dazu braucht er eine Menge „Ressourcen“, die er in sich nicht hat – also sucht er sie im Aussen: er holt sich den Kick

  • durch ein, zwei oder drei Gläser Wein (man hat schließlich hart gearbeitet und es sich verdient)
  • dämpft den inneren Druck durch Zigaretten oder legalen oder illegalen „little helpers“,
  • exzessiven Sport,
  • Kampfshopping,
  • Binge-Watching…
  • irgendetwas, das die innere Leere füllt.

DIE SCHWELLE VOM SÜDEN IN DEN WESTEN

In dem Moment, in dem ich mein Gegenüber, also ein „Du“ wahrnehme, bin ich auf der Schwelle in den Westen. Ich sehe als Konsument zum ersten Mal den Anbieter. Sehe seine Anstrengungen, seine Wünsche, Hoffnungen und Träume. Sehe, was er für Leistung erbringt, wieviel er in Vorleistung geht. Sehe den Wert den er erbringt.

Als Anbieter sehe ich da vielleicht zum ersten Mal meinen Kunden als Menschen aus Fleisch und Blut, nicht nur als Nummer auf meinem Digistore-Account.  Ein Mensch, der gesehen werden will, mit eigenen Bedürfnissen, mit Träumen und Ängsten. ein Suchender, der so viel Hoffnung in die Begegnung mit Dir legt.

DAS ONLINE-BUSINESS IM „WESTEN“

Im Westen geht es ums SELBST. Und das entsteht in der Auseinandersetzung mit Gefühlen. Selbstwert, Selbstanerkennung, Selbstzweifel, Selbstkritik, Selbstwahrnehmung, Selbstbestimmung. Das größenwahnsinnige ICH muss durch den transformativen Prozess in der Drachenhöhle gehen, in der die Drachen alter Verletzungen warten. Und die raunen:

  • „Du bist nicht gut genug!“,
  • „Du wirst es nie schaffen!“,
  • „und irgendwann kommt raus, das Du ein Blender bist!“

All diese Selbstzweifel-Drachen warten darauf, gesehen zu werden. Beschäftigt man sich als Anbieter mit den Drachen, stellen sie einen unermesslichen Schatz zur Verfügung:

SELBSTWERT UND SINN – DIE GEBURT VON „SOCIAL SELLING“

Erst, wenn ich durch den Prozess der Selbstwerdung gehe, entsteht ein Gefühl von Sinn für das, was ich anbiete und wofür ich stehe. Die egozentrierte Business-Strategie weicht langsam einer seelenzentrierten, in der es um einen wirklichen Kontakt geht. 

DIE SCHWELLE DER SELBSTFÜRSORGE UND SELBSTVERANTWORTUNG ZWISCHEN WESTEN UND NORDEN

Um seinen Platz im Norden einzunehmen – als Teil der Gemeinschaft bzw. der Gesellschaft, die sich fürsorglich um die Mitglieder ihrer Tribe (die im Kleinen in der Familie beginnt und im großen kosmischen Ganzen endet)  – gilt es eine wichtige Schwelle zu übertreten:

DIE SCHWELLE DES RECHTEN MAßES

Im Norden ist der Archetyp des Königs/der Königin zu finden. Ist man als König/Königin in der Fülle, so sorgt man für die Gemeinschaft. Man fragt sich dabei:

  • wen gilt es zu unterstützen?
  • wer braucht Raum zur Entfaltung?
  • wer muss angeleitet, wer angefeuert, wer gebremst werden?

immer im Hinblick auf das Wohl der ganzen Gemeinschaft. Ist man als König/Königin im Mangel, so sind einem die eigenen Bedürfnisse wichtiger als die seiner Anvertrauten. Man wird leicht tyrannisch und „benutzt“ eher als dass man „nutzt“.

DAS ONLINE-BUSINESS IM „NORDEN“

Im Norden wird der Online-Unternehmer und seine Produkte „erwachsen“.  

  • Er ist an seinen Drachen gewachsen,
  • hat die Schätze integriert,
  • hat Zugang zu seinen Ressourcen und
  • kann Strategien entwerfen, die das Gemeinwohl im Blick haben.

DIE GEBURT EINES SOUL-BUSINESS

Bei einem Soul-Business geht es nicht mehr um „das schnelle Geld“ sondern um eine nachhaltige Form der Umsatzgenerierung. Man muss nicht mehr „Unternehmer“ spielen sondern ist durch den Gang in den Westen authentisch gereift. Das Wohl seiner Community liegt ihm am Herzen und er unterstützt mit Herz, Hand und Verstand deren Weiterentwicklung, ohne den Blick auf sich selbst zu verlieren.

„ein Soul-Business-Unternehmer hat gelernt, sich materiell, emotional, strukturell und spirtuell zu versorgen und einen Überschuss zu produzieren, den er anderen zur Verfügung stellen kann“ Mia Brummer

 

Er hat gelernt, zu delegieren, ein Team | eine Tribe um sich gebildet, das die gleichen Werte hat und die selbe Vision | Mission verfolgt. Er ist im WIR angekommen. AUTHENTIZITÄT, KLARHEIT, FÜRSORGE und VERANTWORTUNG sind die Pfeiler seines Wirkens. Er ist sich den Rhythmen eines zyklisch geführten Unternehmens bewusst und bevorzugt organisches Wachstum.

Er hat sein eigenes Rad im Blick, ist gut an seinem eigenen Süden, Westen, Norden und Osten angeschlossen und kann ausgleichend einwirken.

UND JETZT? 

Ich kann nicht voraussagen, wie sich der Online-Business-Markt in den kommenden Jahren verändern wird – dass er sich verändern wird, ist sicher. In dem Maße, wie wir persönlich wachsen und reifen, in dem Maße werden sich auch unsere Produkte verändern und auch die Art, wie wir sie präsentieren.

Gehe ich den zyklischen Weg des Medizinrads, würde es mich an diesen Prozess erinnern: 

I. Erkennen

Wo stehe ich gerade in meinem Business? Welche unbewussten Schattenthemen laufen dadurch mit?

II. Ausrichtung

Wo will ich „eigentlich“ hin? Worum geht es mir? Um Süd-Ziele wie Geld und Ruhm? Um West-Ziele wie Anerkennung? Um Nord-Ziele wie Nachhaltigkeit und Gemeinschaft? Um Ost-Ziele wie globale Veränderungen in meinem Tätigkeitsfeld?

III. Transformieren

Dabei geht es nicht darum, das ganze bisherige Unternehmen „einzustampfen“ und hinzuwerfen sondern die Teile auszutauschen, die der neuen Ausrichtung entgegenstehen. Das können Werte, Verkaufsstrategien, Produktinhalte etc. sein

IV. Neukreieren

Aus der Verbindung alter, tragenden Teile meines Unternehmens und neuen Ideen kreiere ich – im Blick auf meine neue Wertekultur und einer nachhaltigen Kundenbeziehung – im Feld der unbegrenzten Möglichkeiten ein Win-Win-Wirkfeld.

V. Implementieren

Das noch inmaterielle Wirkfeld in die Realität umzusetzen und Mehrwert auf den Markt zu bringen. Mit neuen Werten, die dem Leben dienen. In neuer Form, die „artgerecht“ sind. 

Wie siehst Du den aktuellen Online-Business-Markt? Was hast Du als Anbieter bzw. als Konsumentt erlebt? Ich freue mich, wenn Du Deine Gedanken dazu mit mir teilst.

Nein, das Medizinrad ist kein Hippie- Gadget!

NEIN, DAS MEDIZINRAD IST KEIN HIPPIE-GADGET!

Nein, in meinen Seminaren spielen wir nicht Indianer! Nein, es ist keine Realitäts-Flucht! Nein, wir nehmen weder Drogen noch tanzen wir stoned ums Feuer.

Doch was ist dieses Medizinrad überhaupt? Und wobei hilft es mir ganz konkret im Alltag?

DAS MEDIZINRAD ALS ORIENTIERUNGS-TOOL

Hast Du auch manchmal das Gefühl, dass Du Deine eigenen Reaktionen nicht verstehst? Da tauchen plötzlich – wie aus dem Nichts – Gefühle in Dir auf, denen Du einfach ausgeliefert bist. Warum können Dich kleine Trigger so aus der Fassung bringen?  Dabei versuchst Du, achtsam zu sein, meditierst hin und wieder, gehst regelmäßig zum Sport, achtest auf Deine Ernährung und investierst viel Zeit und Geld, Dich zu optimieren. Die Ansprüche, die Du dabei an Dich stellst, sind hoch. So hoch, dass es immer wieder Phasen gibt, in denen Du an ihnen scheiterst. Dann fällst Du in ein tiefes Loch und drehst der Welt den Rücken zu.

Ein ganz hilfreicher Begleiter, um uns selbst besser zu verstehen, ist das Medizinrad das auch das Rad des Lebens, der Kompass des Lebens, oder das buddhistische Rad des Werdens genannt wird. Es gibt eine Vielzahl von Namen für ein Modell, das uns das Leben zyklisch erklärt. Für uns, die wir alle im mechanistischen Weltbild aufgewachsen sind, ist das erst einmal ein ungewöhnlicher Blick.

Da gibt es nun nicht mehr ein lineares Erleben der Welt, das zwischen Geburt und Tod aufgespannt ist. Ein Leben, das natürlich immer höher, weiter, schneller, größer, erfolgreicher werden muss und in dem Du Dich auf der Jagd nach immer auf Wachstum gerichteter Ziele, maßlos erschöpfst.

Im Rad gibt es plötzlich ganz andere Kriterien. Da gibt es auch Wachstumsphasen, aber auch Ruhephasen, die ebenso wichtig sind.

Im Rad ist das Scheitern Teil des Prozesses. Scheitern ist kein Aussortierungs-Merkmal, wie im linearen Weltbild, wo nur die Besten gewinnen und in dem es folglich nur EINEN Sieger gibt. Das Scheitern gibt uns im Rad den Impuls zu reifen, tiefer zu werden.

Im Rad hat jedes einzelne Grad der vollen 360 Grad seinen Sinn und seinen Platz. Fällt nur ein Grad weg, wird nur ein Grad aussortiert, abgespalten, gerät das ganze Sein in eine Unwucht und der Mensch fällt aus der Mitte.

Das Medizinrad gibt uns also wunderbare Orientierungshilfen und Erklärungen, wie Leben geht. Dieses Wissen wurde durch das genaue Beobachten der Natur gesammelt. Und da wir nicht nur Teil der Natur sind, sondern voll und ganz Natur, gelten die in der Natur beobachteten Gesetzmäßigkeiten auch in uns.

Es zeigt mir, ganz exakt, wo ich gerade stehe: in der Fülle des Südens, in den inneren Herbst-Stürmen des Westens, im klaren, aber eher kargen Norden oder im inspirierenden Osten.

 

Mia hält ein Medizinrad vor ihrem Gesicht

 

DAS MEDIZINRAD ALS PROZESS-KOMPASS

Wenn ich weiß, wo ich stehe, dann kann ich ganz genau sehen, woher ich komme und wohin meine Reise geht. Durch das Medizinrad erkenne ich genau, welche Schritte zu gehen sind und welche Schwellen auf mich warten.  Ich bin nicht auf fremde Hilfe angewiesen um zu verstehen, warum ich auf eine gewisse Art handle oder auch ein Handeln vermeide. 

Ich weiß um meine Komfortzone, erkenne meine Abwehrmechanismen und -strategien und kann vollkommen aus mir heraus entscheiden, ob ich lieber eine Weile „stehenbleibe“ oder mich auf den Weg mache. 

Ich kann durch das Medizinrad Situationen aus vielen unterschiedlichen Perspektiven sehen. Und diese veränderte Sicht aus den unterschiedlichen Himmelsrichtungen auf eine Herausforderung, helfen mir, aus dem schwarz-weiß-Denken auszusteigen und handlugsfähig zu bleiben.

Ich weiß um meine Sucht- und Flucht-Achsen, meine Vermeidungsstrategien und erkenne genau, ob ich noch „rund laufe“ oder, wie ich wieder in meine Mitte komme.

 

 

DAS MEDIZINRAD ALS GESTALTUNGS-TOOL

Will ich Neues kreieren, egal, ob eine neue Lebensphase oder ein Business, dann hilft mir das Rad, eine Illusionsblase zu vermeiden. Schritt für Schritt erklärt es mir, was zu tun ist. Und es zeigt mir auch ganz genau auf, welche Schatten mich hindern könnten. Es erklärt mir wunderbar meine eigenen Stärken und Schwächen und wie ich die erfüllt in mein Leben und in mein Unternehmen einbringen kann.

 

WIE ICH DAS MEDIZINRAD IN MEINEN SEMINAREN EINSETZE? 

  • Im Medizinrad steckt die Einladung, sich selbst in den unterschiedlichen Himmelsrichtungen zu erforschen.
  • Die Glaubenssätze über sich und wie man die Welt sieht, zu erkennen und diese zu hinterfragen.
  • In Medizinwanderungen  Fragen, die man sich stellt, auf ganz andere Weise beantwortet zu bekommen.
  • In der Gemeinschaft seine Geschichte zu erzählen und den Geschichten anderer zu lauschen.
  • Neues über sich zu erfahren.
  • Milder und verständnisvoller sich selbst gegenüber und anderen gegenüber zu werden
  • Mehr und mehr bei sich selbst anzukommen
  • Eine Auszeit vom gehetzten Ich zu nehmen und tief in das eigene Sein einzutauchen

Eine Möglichkeit, das Rad in seiner Tiefe zu erleben, ist die Visionssuche, die vom 10.-20.08. stattfindet.

Oder, Du buchst Dir eine Sitzung (Online oder Offline), bei der wir ein Thema Deiner Wahl durch das Medizinrad erforschen und neue Lösungswege erkunden.

Von Herz zu Herz, Mia

quarter life crisis | mid career crisis | midlife crisis – geht’s denn auch ohne Krisen?

quarter life crisis | mid career crisis | midlife crisis – geht’s denn auch ohne Krisen? Woher sie kommen, wohin sie gehen und 3 Tipps zur Bewältigung

Kaum ist man aus einer Krise heraus, so scheint es, folgt auch bald die nächste. Sieht man sein Leben als einen Parcours von „Schneller, Höher, Weiter“, so könnte man schlussfolgern, dass man anscheinend die „A-Karte“ gezogen haben muss bei der Verteilung von Lebensentwürfen.

Erlaubt man sich jedoch einen zirkulären Blick auf Krisen zu werfen, erkennt man, dass sie immer dann entstehen, wenn die Seele bereit ist, zu wachsen. Wenn sich das ICH aus seiner alten Konzept-Haut schälen möchte. Wenn man den inneren Ruf hört, sein Wesen zu erweitern. Die vollen 360 Grad seines Lebens in seiner Tiefe zu erfahren.

Und die entdeckt man nur, in dem man bisher unentdeckte innere Räume erkundet, deren Schwellenwächter einen beim ersten Kontakt ziemlich einschüchtern können.

Doch lieber zurück in die bekannte Komfortzone? Die mag zwar zwicken, doch diesen Schmerz kennt man bereits. Wer weiß, ob es außerhalb der Komfortzone nicht noch schmerzhafter ist? Und wer weiß, was passiert, wenn man die bekannte Welt hinter sich lässt. Wer ist man dann?

Über sieben Brücken muss Du gehen… 

Peter Maffay beschrieb sehr poetisch  in seinem Song die Lebenskrisen, die jeder Mensch durchschreiten muss. Der Psychoanalytiker Erik H. Erikson rundet in seinem „Stufenmodell der psychosozialen Entwicklung“ insgesamt auf acht solcher Phasen und Herausforderungen auf. Diese Phasen, so Erikson, bauen aufeinander auf. Jede von ihnen enthält eine Krise, die zugleich einen Schatz bereithält und somit auch eine Chance auf inneres Wachstum ist. Gelingt uns das Bergen des Schatzes nicht, bleiben je nach Phase Defizite zurück, „die wir auf dem weiteren Weg wie eine übervolle, schwere Windel hinter uns herziehen“, so Tim von MyMonk

Die Folge davon: ein Mangel an Vertrauen in die Welt oder die Menschen oder uns selbst. Starke Schuldgefühle. Verlustängste. Ein Leben, das nur von Vermeidungsstrategien zusammengehalten wird oder in eine permanente Todessehnsucht mündet.

Welchen Herausforderungen gilt es zu begegnen?

  1. Ur-Vertrauen oder Ur-Misstrauen im 1. Lebensjahr
  2. Autonomie oder Scham und Zweifel im 2. bis 3. Lebensjahr
  3. Initiative oder Schuldgefühl im 4. bis 6. Lebensjahr
  4. Kompetenz oder Minderwertigkeitsgefühl im 6. Lebensjahr bis in die Pubertät
  5. Identitätsfindung oder Identitätsverwirrung und Ablehnung in der Jugend zwischen dem 12. bis 18. Lebensjahr
  6. Intimität und Gemeinschaft oder Isolierung im frühen Erwachsenenalter zwischen 18. bis 30. Lebensjahr
  7. Schaffenskraft oder Stagnation und Selbstbezogenheit (im mittleren Erwachsenenalter zwischen 30. bis 50.
  8. Integrität vs. Verzweiflung im reifen Erwachsenenalter zwischen 50. Lebensjahr bis zum Lebensende

Es ist die Seele, die uns diese Aufgaben stellt. Sie will sich erweitern; Wachstumsschmerzen sind dabei Teil des Prozesses. Liebevoll führt sie uns immer und immer wieder an die „Wachstumsfugen“, Initiations-Schwellen, die überschritten werden wollen. Verweigert man sich, so dreht man eine Runde und wird erneut mit der gleichen Aufgabe, jedoch in einem neuen Gewand, einem neuen Partner, einer neuen Arbeitsstelle konfrontiert.

Was sind nun typische Anzeichen einer Krise?

  • Zukunftsangst, ein Unbehagen, wenn man an die nahe Zukunft denkt
  • Ungewissheit über die Qualität der bisherigen Leistungen und Erfolge im Leben
  • Unzufriedenheit mit der beruflichen Stellung
  • Nostalgie und Zurückwünschen in die Zeit, als alles noch einfacher war
  • die Tendenz, gefestigte, unverrückbare Meinungen zu einem Thema zu haben
  • soziale Interaktionen mit anderen langweilen
  • das Gefühl von Einsamkeit
  • Frust und Konflikte in Beziehungen sowie in der Arbeitswelt
  • das Gefühl, dass alle um einen herum besser und erfolgreicher sind als man selbst
  • sich „nicht gut genug“ zu fühlen, wenn man keinen, den eigenen Fähigkeiten entsprechenden Job hat
  • Persönlichkeitsunsicherheit und Identitätskrise

Eine Krise zeigt deutlich an, dass das aktuelle Lebenskonzept nicht mehr passt. Die einst leise Stimme der inneren Unzufriedenheit wird immer lauter und übertönt am Ende sämtliche „Krisenvermeidungs-Beschwichtigungsversuche“ wie zum Beispiel

  • deckeln mit einem ZUVIEL (zuviel Alkohol, Zigaretten, Drogen, Sport, Shoppen, TV-binge-watching)
  • es sich schönreden
  • durch wilden Aktionismus übertünchen
  • nicht die Verantwortung übernehmen
  • sich leidtun und bedauern und sich bedauern lassen
  • eine Scheinwelt mit alternativ facts kreieren
  • anderen helfen und sich dabei gut fühlen (und dadurch die eigenen Themen vermeiden)
  • auf das Gegenüber projizieren
  • alles ins Lächerliche ziehen
  • dramatisieren
  • intellektualisieren
  • leugnen

Welche Möglichkeiten gibt es, einer Krise begegnen?

Es gibt viele unterschiedliche Arten, einer Krise zu begegnen. Sie zu ignorieren wird nur eine kurze Weile helfen. Krisen sind ziemliche penetrant, wenn man sie nicht ernst nimmt. Die Möglichkeiten möchte ich hier vorstellen:

Möglichkeit 1: Durchmogeln

 

Dunkelhaarige Frau, die ihre Augen mit einem Sc heller verbunden hat

 

Beim „Durchmogeln“ nimmt man sich in alter Form in die neue Lebensphase mit. Mit den alten Werten, den alten Ängsten, den alten Strategien, Unbequemes zu vermeiden.

Nehmen wir als Beispiel einen Pubertierenden, der an der Schwelle zum Erwachsensein steht. Verwehrt er sich der Krise, so tritt der Jugendliche mit seiner Egozentriertheit in die Erwachsenenwelt ein.

Er erkennt weder den Sinn, der Selbstfürsorge noch wird er Verantwortung für sein Handeln übernehmen – Beides Fähigkeiten, die in einem vollständig durchlaufenen Krisenbewältigungsprozess erworben werden könnten. Der junge Erwachsene entwickelt keine Selbstwert-Tiefe, seine Konturen bleiben verschwommen und müssen durch materielle Attribute aufgewertet werden. Mein Auto, mein Haus, meine Jacht. Da sich diese abnützen und laufend durch neuere Versionen optimiert werden müssen, nimmt die Jagd nach neuen Superlativen einen Großteil der Lebenszeit eines Pubertätsveteranen ein. Er hechelt seinem Ideal-Ich immer hinterher.

Möglichkeit 2: die Flucht in die Depression oder in psychosomatische Krankheiten

 

Teddybär, der einen Verband um sein rechtes Ohr trägt

 

 Der promovierte Psychologe Calos Zumstein, der jahrelang selbst mit Depressionen zu kämpfen hatte, gewährt in seinem Buch Reise hinter die Finsternis schonungslos Einblicke in sein eigenes Seelenleben. Er erklärt: Depressionen sind die Folge der verhinderten Suche nach Lebenskraft. 

Franz Gabriel Alexander, Psychoanalytiker und Mitbegründer der psychosomatischen Medizin, entdeckte in den 1950er Jahren den Zusammenhang zwischen Psyche und Körper: wenn die Psyche innere Konflikte nicht mehr verarbeiten kann, übernimmt der Körper in Form von somatischen Beschwerden. Die „Holy seven“, der klassische Katalog von psychosomatischen Krankheiten, umfasste sieben typische Krankheitsbilder, die darauf schließen lassen, dass die Psyche an den Körper delegiert

  1. Ulcus ventriculi(Magengeschwür) und Ulcus duodeni (Zwölffingerdarmgeschwür)
  2. Asthma bronchiale(Bronchialasthma)
  3. Rheumatoide Arthritis(Chronische Polyarthritis)
  4. Neurodermitis(Hauterkrankung)
  5. Essentielle Hypertonie(Bluthochdruck)
  6. Hyperthyreose(Schilddrüsenüberfunktion)
  7. Colitis ulcerosaMorbus Crohn(chronisch-entzündliche Darmerkrankungen)

Auch die Migräne zählen einige Autoren zu den Holy Seven.

Möglichkeit 3: sich den inneren Drachen stellen

 

Nahaufnahme eines Echsenauges

 

Stellt man sich den inneren Drachen, die sich immer und ohne Ausnahme aus den Wunden der Vergangenheit kreiert haben, so erhält man einen wertvollen Schatz zurück. Denn ein jeder dieser Drachen ist der Hüter eines ganz besonderen Schatzes: die abgespaltene Lebenskraft. Zusätzlich erhält man die Kraft zurück, die bisher dazu genutzt wurde, die Wunde zu deckeln, Abwehrmechanismen aufrecht zu erhalten und sich der Konfrontation zu entziehen.

Die Begegnung mit dem Drachen und seiner Geschichte ist Teil der einzigartigen Individuationsreise, in der ein Mensch durch die Bewältigung einer Krise eine weitere Schicht seines Seins erfährt (ich bin… und noch viel mehr als das).

Wer kann mich durch eine Krisenphase begleiten und wie?  – 3 Tipps zur Krisenbewältigung

Es gibt einige Möglichkeiten, Krisen bewusst und sehenden Auges zu durchschreiten. Dazu bietet sich an, den Prozess in Begleitung zu erfahren. Neben einer therapeutischen Begleitung gibt es auch initiatische Begleiter, die in einem rituellen Rahmen durch den Prozess führen.

1) Die Visionssuche

 

 

12 Tage, in denen man sich im Kreis von Gleichgesinnten auf Spurensuche begibt und dem, was geboren werden will, den Raum gibt, sich zu zeigen.

Die ersten vier Tage erforscht man dabei seine Ressourcen, seine Drachen und mögliche Wege, die gegangen werden wollen. Bis man auf den Seelenpfad trifft, der sich in einer Absicht zeigt, die man dann 100 Stunden mit raus in die Natur nimmt. Ohne festem Dach überm Kopf, ohne Essen, ohne Verpflichtungen – einfach nur Sein.

Und irgendwann da Draußen geschieht es. Die zivilisatorische Haut fällt ab. Und die Essenz schimmert durch das alte Ich. Dieses zarte Wesen wird ganz sanft im Kreis der Gruppe aufgenommen, die sich nach der Auszeit erneut versammelt. Die Zeit des Integrierens beginnt.

Ein Tipp für Schnellentschlossene: Die nächste Visionssuche mit Mia und Markus Zielke startet vom 10.-20.08.2021 im Chiemgau

2) Die Heldenreise

 

ein kleiner Junge mit Heldenumhang streckt die rechte Hand nach oben

 

Joseph Campbell, erforschte das Gebiet der Mythologie weltweit – von der Antike bis zur Moderne. Dabei versuchte er, „universelle Erfahrungsmuster“ aufzuzeigen, die sich in allen Mythologien dieser Erde nachweisen ließen. Er griff unter anderem auf die tiefenpsychologischen Erkenntnisse Carl Gustav Jungs zurück. Campbells Zyklus der Heldenreise wurde von zahlreichen Therapeuten und Coaches zu einem initiatorischen Training weiterentwickelt. Insbesondere Paul Rebillot entwickelte aus dem von Campbell dargestellten mythischen Zyklus den Selbsterfahrungsprozess der Heldenreise. Durch Phantasiereisen, Inszenierungen, Tanz, Körperarbeit, Methoden der Gestalttherapie und kreative Techniken wird den in der Gruppe arbeitenden Teilnehmern möglich, einschränkende, negative Selbst- und Weltbilder zu erkennen und sie durch den ritualisierten Prozess aufzulösen.

Dieser Selbsterfahrungsprozess kann sowohl in Gruppen als auch in Einzelcoaching erfahren werden. Ich biete die Heldenreise als Einzelcoaching in München an. Hier geht`s zum Kontaktformular

3) Das Medizinrad als Orientierungs- und Prozesstool zur Selbstaktualisierung

 

 

Am liebsten hätten wir doch eine Gebrauchsanleitung, wie entspanntes Leben geht.

Oder zumindest eine einfache Erklärung, wie wir aus dem alltäglichen Hamsterrad aussteigen können. Was, wenn es tatsächlich eine Art „Gebrauchsanleitung“ gibt? Unsere Vorfahren kannten sie noch. Durch genaue Beobachtung der Natur erkannten sie die ewigen Kreisläufe des Lebens und konnten dadurch mehr Sicherheit und Vertrauen ins Leben aufbauen. Was unseren Vorfahren dabei klar war, ist, dass wir den gleichen Abläufen, Prozessen und Naturgesetzen unterliegen, wie alles, das lebt. Aus der unmittelbaren Erfahrung heraus entwickelten sie Lebensrad-Modelle, die persönliche wie gemeinschaftliche Entwicklungsprozesse erklären und begleiten. Eine Art „Gebrauchsanleitung“, wie wir funktionieren.

In unserem linearen Alltag sind wir ziemlich abgeschnitten von unseren inneren Jahreszeiten. Wir haben keine Ahnung mehr, wann es der beste Zeitpunkt ist, den Nährboden für Projekte zu bestellen, wann wir Ideen säen sollen, wann es die beste Zeit ist, wildgewachsene Triebe abzuschneiden oder wann Winterruhe angesagt ist. So wie wir Erdbeeren zu jeder Jahreszeit kaufen können, so glauben wir auch, im andauenden Perfektions- und Leistungsmodus laufen zu können, ohne auszubrennen.

Stell` Dir vor, Du kommst mit 360 Grad Fähigkeiten und Möglichkeiten auf die Welt. Im Laufe des Erwachsenwerdens, durch die Erziehung und Deinen Erfahrungen, dem Umfeld, in dem Du lebst und das Dich prägt, erlebst Du so viele verletzende Situationen, dass Du Dich in eine kleine Ecke zurückziehst, die Du dann „Komfortzone“ nennst. Am Ende lebst Du dann vielleicht 20 oder 30 Grad Deiner Möglichkeiten. Weil alles andere Angst macht. Und doch ist die Sehnsucht groß, mehr zu leben, anders zu leben, endlich anzukommen. Dieses Sehnen mag zu Beginn nur ein Flüstern in unserem Innern sein. Doch irgendwann kannst Du es nicht mehr überhören.

Ich führe seit mehr als 15 Jahren Interessierte in das Wissen des Lebensrads ein, begleite durch den anstehenden zyklischen Prozess und helfe beim Implementieren der hinzugewonnenen Erkenntnisse.

Aktuell in meinem neuen Programm:  100 hours into Integral LeadershipBusiness meet Deep Ecology 

Du willst weitere Informationen dazu? Hier geht`s zum Kontaktformular

 

Tod einer Heilungsreisenden

Tod einer Heilungsreisenden

Die simple Aufgabe eines Coaches erschütterte mein ganzes Unternehmenskonzept und ließ mich erkennen: Meine Reise in Sachen Heilung geht zu Ende. Wie ich damit umgehe, ein über 15 Jahr lang gewachsenes Konzept abzutrennen, erfährst Du in diesem Zustandsbericht.

„Erstellt einen Themenbaum, der euch die Vielzahl an Möglichkeiten aufzeigt, mit denen ihr 30 Tage lang Content für soziale Medien erstellen könnt“. Das war in meinen Worten die Aufgabe, die meine Unternehmensausrichtung in ihren Grundfesten ins Wanken brachte. Denn um diese Aufgabe zu lösen, musste ich mir erst einmal klarwerden, über welchen Themenkomplex ich posten wollte. Sinn, Zweck und Ausrichtung, so hoffte ich, würde ich finden, wenn ich erst einmal mein Unternehmen in eine Struktur-Baum-Form brachte.

Ich listete also alle Angebote auf und ordnete sie im Themenbaum an. Und je klarer das Bild wurde, umso fassungsloser wurde ich. Wie konnte eine „one-woman-show“ diesen Koloss stemmen? Und: wieviel bleibt von einem Menschen übrig, der diesen Koloss satt machen will?

 

 

Tagelang brütete ich über dem Baum, nahm ihn mit zu Medizinwanderungen, legte ihn ins Rad, reiste zu Verbündeten aus der Nichtalltäglichen Wirklichkeit, kurzum: unternahm alles Mögliche, um dem, was anstand zu entgehen. Es hinauszuzögern. Argumente zu finden, die mich daran hinderten, der Wahrheit ins Auge zu sehen.

Practice, what you preach!

Wie bringt man einem nahen Verwandten bei, dass der Patient ohne lebensverlängernde Maßnahmen nicht mehr lebensfähig ist? Wie bringt man einer Unternehmerin bei, dass die investierte Zeit und Energie in keiner Relation mehr zum Ertrag steht? Wann ist es Zeit, die Maschinen abzustellen? Darf man das überhaupt, wenn es ein Unternehmen ist, das Menschen in Heilung bringt? Ein Unternehmensfeld in dem es ja geradezu unerhört ist, auch noch Geld für seine Leistungen zu verlangen. In dem erst einmal eine intensive Beschäftigung mit dem „Money-Mindset“ bedarf, bevor man sich traut, Geld für seine Leistungen zu nehmen?

  • Wann erlaubt man sich, etwas, das dem Tod geweiht ist, abzutrennen?
  • Das Messer in die Hand zu nehmen,
  • ganz klar und bewusst zum Schnitt anzusetzen,
  • mit scharfer Klinge
  • ohne zu zögern
  • und zack.

„Am Grab der meisten Menschen trauert, tief verschleiert, ihr ungelebtes Leben“Georg Jellinek

Gärtnern für (Selbst-)Führungspersönlichkeiten

 

„Selbstführung ist die Fähigkeit, das eigene Handeln an den persönlichen Werten, Denkweisen und Zielen auszurichten. Sie beinhaltet das Wissen und die Klarheit um die eigenen Prioritäten, die Erkenntnis, selbst die Verantwortung zu tragen und etwas ändern zu können sowie die Disziplin und Umsetzungskraft, die nötigen Schritte einzuleiten.“

Nehmen wir mal an, ein Unternehmen ist eine blühende Rose. Bei richtiger Pflege erblüht sie in den schönsten Farben und Formen. Doch die überbordende Energie lässt auch wilde Triebe wachsen. Triebe, Blätter und Stacheln wachsen dabei wesentlich schneller als Edeltriebe und in eine andere Richtung.

„Spätestens im Juni sind die Rosen verblüht. Damit die Pflanzen genug Kraft haben, um in einigen Wochen erneut auszutreiben, ist jetzt die eingreifende Gärtnerhand gefragt.“, so die Empfehlung von Experten.

Ein klarer Schnitt führt zur Blüte

Wenn ich also eine zweite Blüte erleben möchte, muss ich mit klarem Blick den Zustand meines Unternehmens erkennen und den Schnitt dort ansetzen, wo ich kein weiteres Wachstum erkenne.

Das gilt nicht nur für Unternehmen. Das gilt auch für Menschen.

Je mehr ich mich verausgabe, je mehr Wildtriebe ich wuchern lasse, je mehr an meiner Energie partizipieren, umso erschöpfter werde ich. Dadurch erhalten die Menschen und Dinge, die mir wichtig sind, immer weniger Energie. Am Ende versuche ich doch nur noch, alles und alle zu befriedigen, ohne den geringsten Gedanken an mich zu verschwenden. Burnout lässt grüßen.

Und was machst Du jetzt, liebe Mia?

Das war die erste Frage von Weggefährten nach dem ersten Schock und der Trauer. Meine Antwort darauf, brachte sicher weitere Irritationen: NICHTS Man muss doch schon was „in petto“ haben!

Nö, muss man nicht.

Wilder Aktionismus um den Schmerz nicht zu fühlen, bringt meiner Meinung nach gar nichts.

In mir Stille
Dunkelheit ummantelt mich
getragen vom Nichts
Leere grenzenlos

Und wieder sind mir die Pflanzen gute Lehrer. Wenn eine Pflanze auf Hindernisse stößt oder gekappt wird, richtet sich ihre Aufmerksamkeit aufs Wurzelwerk. Sie geht mit ihrer ganzen Energie nach unten. Stärkt ihre Wurzeln. All das ist oben im Sichtbaren nicht erkennbar. Und erst, wenn ihr Wurzelwerk stark und bereit ist, wächst sie weiter. Und so werde ich es auch machen.

Ich werde den Tod eines Unternehmensstrangs gebührend feiern. Mit einem großen dias de los muertos-Fest. In großer Dankbarkeit. Im Wissen, dass er mich viele Jahre nährte. Und dann werde ich in mich gehen und erforschen, was ich wirklich, wirklich will.

Die Zeit, an der ich als Heilerin und Lehrerin an der Schwelle des Erwachsen-Seins stand, ist vorbei.

Wie gut, dass mich heute eine wahre Freundin an mich selbst erinnerte:

Ich erwecke Dich aus dem Totenreich der Banalität, kitzle DIch wach und schubs DIch aus Deiner Komfortzone, ich häute Dich und führe Dich zum Tanz mit Deinen Dämonen, ich lehre Dich, neu zu sehen und in Kreisen zu gehen, dein Zepter zu finden, DIch neu zu verbinden. Ich reise mt Dir durch alle Zeiten und hole mit Dir, Stück für Stück, Dich selbst zurück. Ich lehre Dich, alles loszulassen, vollkommen leer, bar aller Konzepte wirst Du neue Realitäten kreieren und feiere Dich als die, die Du bist!

 

Frag doch im Zweifel mal `nen Baum: die Medizinwanderung als Spiegel Deiner Seele

Mia in Bali eine Pflanze berührend

Frag doch im Zweifel mal `nen Baum: die Medizinwanderung als Spiegel Deiner Seele

Nehmen wir doch einfach mal an, Du hast ein Problem.

  • Du kannst es ignorieren.
  • Du kannst es in Dein Tagebuch schreiben.
  • Du kannst es mit Deinen Freundinnen besprechen.
  • Du kannst es mit Deinem Therapeuten analysieren.
  • Du kannst es auch raus in die Natur mitnehmen und eine Medizinwanderung machen.

Der Unterschied?

Alle Varianten, in denen Du Menschen zur Klärung Deines Problems miteinbeziehst, werden Dir ungefilterte Lösungsvorschläge geben, die aus dem Erfahrungs-Raum Deines Gegenübers kommen.

Was ich damit meine?

  • Deine geschiedene Freundin sieht Dein Beziehungsproblem durch ihren Schmerz-Filter.
  • Deine verliebte Freundin sieht Dein Beziehungsproblem durch ihre rosarote Brille.
  • Ein Therapeut sieht Dein Beziehungsproblem durch den Filter seiner Therapieform und seiner eigenen Beziehungserlebnisse.
  • Die Natur nimmt Dich – ohne Filter, Brille oder Wertungen –  in ihrem Raum auf und Du erkennst darin nur das, womit Du in Resonanz gehst.

Was ist eine Medizinwanderung und wie geht sie?

Die Medizinwanderung ist ein Gang in die Natur, der Dir in einem rituellen Rahmen als Spiegel Deiner Seele dient. Nimm Dir dafür – sofern es Dir möglich ist – mindestens drei Stunden Zeit. Gehe dabei in die Natur, ohne festen Plan, ohne vorher fixierte Route. Gehe alleine. Damit Du Dich aus dem Profanen des Alltags herauslöst, markierst Du zu Beginn eine Schwelle. Das kann ein Aststück sein, der Übergang vom Weg ins Gras, ein Gartentor, ein gebogenes Baumtor – Du wählst Deine Schwelle. Bevor Du die Schwelle übertrittst wirst Du Dir noch einmal bewusst, warum Du über die Schwelle gehst. Es geht darum, eine klare Intention zu setzen.

Bist du einmal losgegangen, kannst du jederzeit verweilen, wo, und solange du willst. Folge deinen Impulsen, höre auf deinen Bauch, sei spontan und vermeide auf jeden Fall konkrete Wege – Planung oder einen zielorientierten Marsch. Sei dabei absichtslos und ohne Erwartung. Sei wachsam und beobachte genau, was draußen und „drinnen“ vor sich geht. Spüre, wenn du dich in eine bestimmte Richtung oder zu etwas Konkretem hingezogen fühlst. Lausche auf das Lebendige in Allem… Du gehst für einen Moment auf eine Pilgerschaft über den klaren Spiegel der Natur. Sieh immer wieder deine eigenen Spuren an und lies die Zeichen, die du darin findest. So wirst Du den „schweigenden Dialog“ zwischen dir und der Natur beginnen.

Am Ende Deiner Wanderung, trittst du mit der gleichen Achtsamkeit und Aufmerksamkeit über die Schwelle, zurück ins „profane“ Leben.

Tabus bzw. Gebote während einer Medizinwanderung

Schweige-Gebot: Gehe alleine über die Schwelle. Nimm auch keinen Hund mit, der Dich einfach zu sehr von Deiner Intention ablenken würde. Nimm keinen Kontakt aktiv zu Menschen auf, denen Du begegnest. Bleib bei Dir und lass Dich nicht ablenken.

Kein festes Dach über dem Kopf: setze Dich dem Wetter aus, verbringe Deine Zeit nicht in einer Gaststube, in die Du Dich flüchtest, weil es zu regnen beginnt J Selbstverständlich kannst Du einen Unterschlupf nutzen, bleib jedoch in der Natur. Achte einfach auf die richtige Kleidung, wenn Du losgehst und nimm Dir gegebenenfalls einen Rucksack mit Wasser/Tee mit

Keine Nahrung (nur Wasser) Essen „deckelt“ das, was möglicherweise gesehen werden möchte. Nimm daher kein Essen, keine Süßigkeiten mit.

Handy auf Flugmodus schalten Es macht keinen Sinn auf Medizinwanderung zu gehen, wenn Du einen wichtigen Anruf erwartest. Dann bist Du in Gedanken nicht voll bei der Wanderung.

Keine Uhr Falls Du am Ende der Medizinwanderung an die Zeit erinnert werden möchtest, dann stelle Dir einen Wecker am Handy. Besser noch, Du gehst bei der Medizinwanderung in einen zeitlosen Raum ohne fixe Termine danach.

Keine Musik, Keine Zigaretten alles, was Dich ablenkt oder Seelenbewegungen deckelt, solltest Du zuhause lassen. Denn wenn Du Bedürfnisse, die hochkommen, gleich befriedigst, wird Dir der Raum, der darunter steckt, nicht offenbar.

Nicht vorab erzählen, keine fertige Erlebniserzählung aufschreiben. Wenn Du das Erlebte aufschreibst, dann ist es „in Stein gemeisselt“, denn dann wirst Du die Geschichte in dieser Form immer wieder nacherzählen. Lässt Du die Geschichte in Deinem Geist weiterhin offen und ungebündelt, kann sich beim Erzählen immer wieder Neues zeigen.

Der klare Blick von außen, kann dabei helfen, unentdeckte Aspekte wahrzunehmen.

Das Teilen im Kreis weitet den Blick auf das in der Medizinwanderung Erlebte und öffnet neue Perspektiven. Was ist nun das Besondere an einem Spiegel: der Spiegelnde erteilt keine Ratsschläge oder interpretiert bzw. analysiert die Geschichte Deiner Medizinwanderung, sondern fügt weitere Facetten hinzu. In etwa wie bei einem Kaleidoskop, das mit den gleichen farbigen Objekten immer wieder neue Formen entstehen lässt. Welche Form ich dabei zu mir nehme und welche ich stehen lasse, bleibt dabei ganz mir selbst überlassen und muss auch nicht erklärt werden.

Wie und warum arbeite ich mit „Medizinwanderungen“

Wenn ein Klient zu mir kommt, dann versucht er mir in der Regel sein Thema, seine Herausforderung, seine Ansicht, seine Realität ganz genau zu erklären. Insbesondere, warum er/sie sich als Opfer sieht und der/die andere/n Schuld sind.

Viel schneller kommen wir jedoch zum Punkt, wenn wir nicht die jahrelang befahrene Autobahn aus Gedanken, Emotionen, „ich sagte, er sagt, sie sagt“ nehmen, sondern einen ganz unkonventionellen Weg einschlagen, in ein vollkommen neues Terrain: die Medizinwanderung.

Dies ist zum Beispiel eine Medizinwanderung, die ich meinen KlientInnen gerne zu Beginn unserer gemeinsamen Reise vorschlage:

„Gehe über die Schwelle und finde in der Natur einen Gegenstand, der Dich repräsentiert. Lege oder stelle den Gegenstand, der Dich repräsentiert auf die Erde, drehe ihm den Rücken zu und gehe eine Stunde in die entgegengesetzte Richtung (ohne Dich umzudrehen). Nach einer Stunde drehst Du Dich um und folgst Deiner eigenen Spur um Dich wieder zu finden.“

Die Geschichte, mit der der Klient zurückkommt, erzählt so viel mehr über seine Art, mit sich selbst und seinen Herausforderungen umzugehen, als das übliche freie Erzählen. Zudem erfährt er/sie es in einem vollkommen wertfreien Raum und er/sie hat das Erlebte zutiefst erfahren. Als seine/ihre Wahrheit.

Ich habe nun die Möglichkeit, die Geschichte auf vielerlei Weisen zu spiegeln. Ich kann es als Mythos spiegeln, als Ressourcengeschichte, kann den Umgang mit Ängsten hervorheben, kann den Augenmerk auf unterschiedliche Momente der Geschichte legen: kurz – kann meinen Klienten auf neue Facetten hinweisen.

Was bringt es Menschen, auf Medizinwanderungen zu gehen?

Hier möchte ich Menschen zu Wort kommen lassen, die seit einiger Zeit auf Medizinwanderung gehen:

1) Wie haben Dir die Medizinwanderungen und die Spiegel in Deinen Prozessen geholfen?

„Medizinwanderungen haben immer meine Wahrnehmung erweitert, mein Verständnis der Situation, haben mir geholfen Antworten auf Fragen zu bekommen, haben mir die Augen geöffnet für die Lage, in der ich mich, oder nahe Verwandte sich befunden haben, haben mir geholfen Bruchstücke meiner Wahrheit zu erkennen. Es hat sich auch oft etwas in mir oder dem Umfeld bewegt, „aus heiterem Himmel“! Auch wenn ich mich nicht immer mit Freuden oder „Erwartungen“ auf den Weg gemacht habe, noch nie bin ich ohne Hinweis, Hilfe, Erkenntnis geblieben.“

„Die Medizinwanderungen habe ich immer als spielerische Herangehensweise an ein Thema gesehen. Wo man sonst verkopft durch die Gegend läuft – erweitert sich bei einer Medizinwanderung die Wahrnehmung. Auf einmal kommen alle Sinne dazu, man hört zu, man sieht, man nimmt wahr – natürlich mit Intention. Was die Medizinwanderung mir sagen soll, dazu hilft der Spiegel. Oft waren die Spiegel bei mir Aha-Effekte, die eine Nuance aufgedeckt haben an meiner Wanderungsgeschichte, die mir so gar nicht bewusst war. Das Detail, das noch einmal hervorgehoben wird, damit es auch gesehen wird. Spannend fand ich auch am Spiegeln, mit wie vielen Blickwinkeln man eine Geschichte sehen, mit wie vielen Ohren man einer Geschichte zuhören kann.“

„Mir haben die monatlichen Medizinwanderungen sehr viel geholfen. Es hat sich beim mir viel bewegt, Themen haben sich gelöst, ich habe viel Kraft geschöpft und ich bin jetzt viel mehr zu mir gekommen. Wichtig war für mich schon der Prozess des in-mich-Hinenspürens, welches Thema gerade ansteht und das Formulieren einer kurzen und klaren Frage. Alleine hier ist schon sehr viel bei mir passiert und in Bewegung gekommen. Sehr beeindruckend und berührend waren für mich auch Deine Rückmeldungen zu meinen Frageentwürfen, die ebenfalls schon sehr viel bewegt haben! Vielen Dank Dir dafür!“

„Das Spiegeln war ein weiterer wichtiger Teil für mich. Hierdurch hat meine eigene Medizinwanderung nochmals eine ganz andere Dimension und eine viel tiefgehendere Bedeutung für mich bekommen. Eine echte Bereicherung waren für mich auch die Geschichten und das Spiegeln der anderen Personen. Sehr ereignisreich waren für mich auch immer die Tage nach den Medizinwanderungen. Hier ist auch immer noch einiges passiert.“

„Der Prozess bekommt einen Freiraum, in dem er sich bewegen kann. Mir hat das Zeitnehmen alleine schon sehr oft geholfen und der feste Rahmen. In der Natur kann ich sehr gut abschalten und mir fällt es leicht auf Impulse zu achten, da sie sehr fein sind und ich nicht reizüberflutet werde. Ich fühle mich immer gut behütet und angenommen. Das Spiegeln gibt mir die Möglichkeit das Erlebte aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und es lässt die Verantwortung und Kraft bei mir.

2) Was hat es mit Dir gemacht?

„Die Medizinwanderungen haben mich in eine für mich neue und tiefere Verbindung mit der Natur gebracht. So habe ich über den monatlichen Rhythmus der Medizinwanderungen und die jeweiligen Monatsqualitäten, das Leben und Pulsieren der Natur sehr nah, direkt und intensiv erfahren und erlebt.“

„Es hat Vertrauen in mich selbst aufgebaut . Es macht mich ruhiger, zuversichtlicher und ausgeglichener.“

3) Wie haben sie Dich in Deinen Herausforderungen unterstützt?

„Für mich waren die Medizinwanderung der Anstoß, mich mit mir und meinen Herausforderung intensiv zu beschäftigen. Sehr hilfreich war für mich der monatliche Rhythmus. Sie waren eine große Unterstützung!“

„Oft sehr viel Klarheit gebracht,  Entscheidungen sehr erleichtert, Mut für neue Wege gegeben

„Unterbewusst lassen sich durch die Spiegel und Wanderungen schnellere Verknüpfungen herstellen. Das trägt mich dann entsprechend.“

4) Was haben sie Dir ermöglicht?

„Die Medizinwanderung haben mir ermöglicht, mich von Sachen zu lösen, mehr zu mir zu kommen und neue Perspektiven zu haben. Und Vertrauen in meine Intuition!“

„Die Medizinwanderung hat mir eine Möglichkeit gegeben mit mir selbst zu kommunizieren“

„Ich habe das Gefühl, dass die Intuition durch das sich bedingungslose Hingeben und gespiegelt werden, gestärkt wird und ich dadurch mehr Selbstsicherheit bekomme.“

„Sie haben es mir ermöglicht, mich weiter kennenzulernen. Neue Facetten zu entdecken, die noch da sind.“

Wie sieht nun so ein „Spiegel“ aus?

In  „Wie uns die Natur hilft, heil zu werrden“, erzähle ich die Geschichte einer Frau in einer Umbruchsphase. Zur Vorbereitung ihrer Visionssuche geht sie auf Medizinwanderung, deren Spiegel ich im Blogartikel aufgezeichnet habe.

Hast Du Lust bekommen, auch mal auf eine Medizinwanderung zu gehen und an einem Spiegel- Treffen teilzunehmen?

Dann nimm mit mir Kontakt auf. Die Spiegel-Zoom-Calls finden monatlich statt.

Du willst die Kunst des Spiegelns lernen? Dann melde Dich gerne bei mir! Der nächste Kurs hierzu findet vom 03.-04.07.2021 statt.

Mia Brummer

Was ist denn eine „initiierte Frau“ und was hat Frau Holle damit zu tun?

Die initiierte Frau

Was ist denn eine „initiierte Frau“ und was hat Frau Holle damit zu tun?

Immer mehr Frauen erlauben sich, aus dem Dornröschenschlaf der letzten Jahrhunderte aufzuwachen und die ihr zugedachten Rollen abzustreifen. Das, was einst den wilden Rebellinnen zugeschrieben war, findet sein Echo derzeit in ganz vielen Frauenbewegungen: als Emanzonen,  Kriegerinnen des Lichts oder erweckte Göttinnen. Doch es scheint, dass sie auf der Suche nach ihrer Identität mehr und differenziertere Leitbilder brauchen.

Frage ich Frauen in meinem Umfeld, wer ihrer Meinung nach aktuell das Bild einer initiierten Frau verkörpert, zucken sie meist ratlos mit den Schultern. Google ich die Begriffe „Frau“ und „Persönlichkeitsentwicklung“, so führt mich die Suchmaschine auf ein Pinterest Board mit über siebentausend Follower, dessen erster Tipp lautet: FAKE IT TIL YOU MAKE IT. Ich habe mich auf die Suche gemacht um herauszufinden, ob es nicht doch sinnvollere Hinweise gibt und was denn überhaupt eine Initiation ist.

Was ist eine Initiation?

Das Verb initiieren hat zwei unterschiedliche Bedeutungen. Es heißt einerseits, etwas in die Wege zu leiten oder den Anstoß zu etwas zu geben, andererseits, jemanden einzuweihen, in eine Gemeinschaft aufzunehmen oder in einen Zirkel einzuführen. Der Initiationsritus gibt demnach den Anstoß, aus einer Lebensphase in eine andere zu wechseln.

Der Unterschied zwischen Männer-Initiationen und Frauen-Initiationen

Jede Kultur hatte für die Initiation von Männern klare Vorgehensweisen. Ob es nun das Überleben außerhalb der beschützenden Umfriedung eines Dorfes war, das Überleben eines Kampfes, der Schmiss in Burschenschaften, das Siegen in einem Wettbewerb, in dem es um Leben und Tod ging.

Männer, so heißt es immer noch, müssen „einen Baum pflanzen, ein Haus bauen und ein Kind zeugen um ein „richtiger Mann“ zu sein. Ob dies nun Kleist, Picasso oder einem babylonischer Gelehrten zugeschrieben wird, ist nicht weiter wichtig. Interessant ist, dass es für junge Männer klare Regeln gab, wie sie Zugang zum Kreis der Männer erhielten. In indigenen Völkern erwiesen sich ritualisierte „Mutproben“ als Schwellen zwischen Kindheit und Mann-Sein. Diese Initiationsriten waren ein fester Bestandteil in Stammeskulturen, denn um das Überleben zu sichern, konnte sich keine dieser Gesellschaften erlauben, von männlichen Jugendlichen bzw. Pubertätsveteranen geführt zu werden. Bei Frauen ist der Weg in die Initiation schon weniger bekannt.

Dornröschen wacht auf

Bei Frauen hingegen, so nahm man lange Zeit an, reiche es, durch die Mutterschaft ins Frau-Sein initiiert zu werden. Über Jahrhunderte lehrte man der Frau, sich dem Unausweichlichen zu fügen, schließlich ging es allein darum, einen Erben zu gebären. Den Weg dahin, nämlich das dazu nötige „Begatten“, hatte Frau zu erdulden. Generationen von dominierten, uninitiierten Frauen übermittelten diese Haltung ihren Töchtern und bildeten dabei die Wertgrundlage des weiblichen Geschlechts.

Bis etwas vollkommen Unerhörtes geschah: Dornröschen wachte auf! Die erste Welle der Frauenbewegung nahm im 18. Jahrhundert ihren Anfang und war stark von dem Ziel der Französischen Revolution, der Gleichheit aller Menschen geprägt. Nach dem zweiten Weltkrieg nahmen junge Studentinnen den Staffelstab wieder auf und kämpften in der zweiten Welle um das Recht der Selbstbestimmung. Das postmodernes Gesellschaftsbild, in dem „jeder nach seiner Fasson glücklich werden darf“ nahm vielen Frauen den Druck, eine bestimmte Frauenrolle einnehmen zu müssen. Und doch schwingt in dieser Suchbewegung, welche Fasson nun die „glücklich machende“ ist, die Frage mit, ob dies allein über das Tun definiert werden kann. Das Tun ist eher die Definitionsgrundlage eines Mannes. Doch ist es auch das einer initiierten Frau?

Wie wird eine Frau zur initiierten Frau?

Die Antwort darauf gab mir eine Frau im Outback von Mombasa.  Wie eine Königin saß sie vor ihrer Hütte, nahm gelassen den Strom von Touristen hin, die auf der Suche nach „echtem Stammesleben“ waren. „My sister“, so begann sie, „eine Frau kann nur unter Frauen zu Frau werden“. Ziemlich banal, dachte ich. Doch ich unterbrach sie nicht und hörte weiter aufmerksam zu. „Glaubst Du denn, wir tauschen beim gemeinsamen Kochen nur Backrezepte aus? Da geht`s um ganz andere Rezepte!“ grinste sie mich an.

Ich habe eine Weile gebraucht, um zu verstehen, was sie meinte. Ich erinnerte mich an die nährenden Erlebnisse im Kreis italienischer Frauen in der Küche meiner Fast-Schwiegermutter, die – während sie Tiramisu und frische Meeresfrüchte zubereiteten – den jungen Mädchen in der Runde erklärten, wie gewisse Eier zu behandeln wären und dabei schallend lachten. Dieser mehrdeutige Weiberratsch gab mir, in der Rückschau, ganz viel Selbstbewusstsein und das Gespür meiner unantastbaren Würde. Und: ich konnte einen Hauch des ewigen Kommen und Gehens, Werdens und Sterbens im Kreis dieser wunderbaren Frauen erfassen.

Jahrzehnte später wird mir klar, dass dies ein Ort der Initiation war. Im Kreis dieser Frauen konnte ich mein gerade knospendes Frau-Sein in allen Facetten erforschen, die Vielfältigkeit von Frauen erleben und darin, behütet und geliebt als die, die ich bin, mein ganz individuelles weibliches Sein entwickeln.

Wird sich ein Mädchen im Kreis von Frauen, die ihr das zyklische Weltbild vermitteln, ihrer selbst bewusst so taucht sie tief in die Mysterien der Weiblichkeit ein, die, ohne Anfang und Ende, im ewigen Kreislauf des Seins verankert sind. Doch wo finde ich Zugang zu diesem Wissen in meiner Kultur? 

Was Frau Holle mit der initiierten Frau zu tun hat

Sucht man nach „Vorlagen“ eines weiblichen Initiationsprozesses, so suchen wir oft in indigenen Kulturen. Doch auch im deutschsprachigen Raum finden wir „Initiationsanleitungen“ und zwar „offen und verdeckt“, wie die meisten hermetischen Schriften abgefasst sind, in den Märchen der Gebrüder Grimm.

Zweifellos ist Frau Holle der Inbegriff eines initiatorischen Märchens. In diesem Märchen werden zwei weibliche Initiationsprozesse – ein gelungener, nämlich der, der Goldmarie, und ein misslungener, der, der Pechmarie, beschrieben. Der unüberhörbare Ruf von Mutter Erde, lässt Marie, ihre Tochter, die als Erdenkind an der Schwelle zur Frau steht, kopfüber in die Nichtalltägliche Welt eintreten. Was sie dort erlebt und was das mit ihrer Initiation zur Frau zu tun hat, das erfährst Du in meinem Podcast „Frau Holle“

Was ist der Unterschied zwischen linearer und zirkulärer Persönlichkeitsentwicklung?

linear vs. zirkulär

Was ist der Unterschied zwischen linearer und zirkulärer Persönlichkeitsentwicklung?

 

Zitat Anna Belke

 

Wie oft habe ich auf das Zitat meiner Freundin Anna Karin Belke (*1936-†2018) einen fragenden Blick erhalten. „Wie soll ich denn weiterkommen, wenn ich im Kreis gehe? Ich will einfach eine Lösung. Sag` mir einfach, was ich tun soll. Und das möglichst schnell!“ erwidert ein Mentee genervt, als ich im Gespräch den Satz fallen lasse.

Wenn es schnell gehen soll, dann ist die lineare „Fix-it“ – Methode sicher unübertroffen. Da wird kurzerhand eine Strategie an die Hand gegeben, die von „keine Ahnung, wie das geht“ oder „ich will alles wieder so, wie es mal war“ hinzu „jetzt kann ich`s“ oder „bin wieder der/die Alte“. Eine „Oberflächenkosmetik“, die darauf abzielt, die Leistungsfähigkeit eines Menschen (wieder) herzustellen.

Die Verhaltenstherapie ist ein typisches Beispiel linearer Persönlichkeitsentwicklung

 

Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen schreibt in seinem Psychotherapie-Informationsdienst:  „die Verhaltenstherapie ist eine gedanken- und handlungsorientierte, problembezogene Therapieform. Der Therapeut erarbeitet gemeinsam mit dem Patienten neue Verhaltens- und Erlebensmuster, die der Patient mit Hilfe verschiedener Methoden einübt. Ziel ist, die negativen Muster durch positive zu ersetzen. Dies deckt im vollen Umfang die Klassifikation eines Krankheitsstatus gemäß ICD-10 ab, in dem es um die „Funktionsfähigkeit des Patienten“ geht.“

 

Lineare Persönlichkeitsentwicklung
Die lineare Persönlichkeiitsentwicklung: das, was aus dem Rahmen fiel, wird zurück geschoben, damit wir (wieder) leistungsfähig werden.

 

Bildlich gesehen bin ich also nicht mehr „auf Kurs“ und muss demnach wieder in die Leistungsfähigkeit „zurückgeschoben“ werden. Eine Verhaltenstherapie legt den Schwerpunkt weniger auf die Entwicklung des Patienten, sondern darauf, das Verhalten und die Einstellungen nach Möglichkeit zu verändern.

Da stellt sich mir die Frage „WOHIN“? Wer legt denn die Termini „NEGATIVES Muster“ und „POSITIVES Muster“ fest? Ärzte und Therapeuten? Die Krankenkassen? Die Arbeitgeber? Die Politik?

Was ist denn nun eine zirkuläre Persönlichkeitsentwicklung?

 

Die zirkuläre Herangehensweise orientiert sich an organischen  Zyklen, insbesondere an der Natur. Sie nimmt an, dass der Mensch als Naturwesen den gleichen Prinzipien wie die Natur unterliegt. Ein Scheitern bzw. das Absterben im späten Herbst  gehört demnach ebenso zum Wachstumsprozess wie die Tendenz des Sommers, andere zu überwuchern und sich egozentriert auszudehnen.  Dabei wird ein „zuviel“ bzw. ein „zuwenig“ als bestmögliche Strategie angenommen, das durch das Erleben und Erfahren von Handlungsalternativen erkannt und verändert werden kann. Eine Möglichkeit, dies zu erleben ist in der Natur. Die Natur wertet nicht sondern bietet urteilsfrei einen Raum, sich selbst zu erfahren und kennenzulernen, was da – neben den bisher genutzten Abwehrmechanismen – an erweiternden Handlungsmöglichkeiten da ist. Anders als bei linearen Prozessen, bei denen Ärzte, Therapeuten, Krankenkassen etc. das Ziel vorgeben, erfährt man in der Natur und deren Zyklen  die Kraft der zirkulären Kosmovision:

 

zirkuläre Persönlichkeitsentwicklung
Die zirkuläre Persönlichkeitsentwicklung lädt dazu ein, die inneren Jahreszeiten als gleichwertig und gleichwichtig zu erleben und zielt darauf ab, die vollen 360 Grad des Lebens integrativ zu nutzen

Keine innere Jahreszeit ist besser oder schlechter

Da entsteht ein urteilsfreier Raum, in dem sich ein Mensch in all seinen Facetten erleben darf. Da wird z.B. Wut nicht als „negativ“ abgewertet, sondern als Kraft, die als Motor von Veränderungen gesehen werden kann. Wird sie nicht mehr unterdrückt und in autodestruktive Tendenzen geleitet, kann sied die Energie zur Verfügung stellen, die aus der Opferrolle führt und neue, erweiterte Handlungsmöglichkeiten bietet.

Ich erlebe dabei, dass die inneren Jahreszeiten alle gleich wichtig und gleichwertig sind und erlaube mir, meine Handlungsspektrum zu erweitern, so dass ich die vollen 360 Grad meines Lebens leben kann. Während ich zu Beginn der Reise vielleicht nur 30 bis 40 Grad meiner vollen 360 Grad an Lebensmöglichkeiten lebe, die ich als Komfortzone wahrnehme, kann ich im Laufe der Reise durch das Lebensrad nach und nach die brachliegenden Qualitäten und Fähigkeiten erschließen. Aus den blinden Flecken des Niemandsland wird fruchtbare Erde.

In meinen Seminaren und Fortbildungen rund ums Rad begleite ich Menschen in, durch und mit der Natur durch zirkuläre Prozesse. Dies ist keine schnelle „Fix-it“-Methode sondern ein tiefes Eintauchen in die eigene Natur.

Eine spannende erste Begegnung kann die Visionssuche sein, in der man in der viertägigen  „Auszeit“ in der Natur die zivilisatorische Haut abstreift und dazu eingeladen ist, sich als Naturwesen wahrzunehmen.  Wenn Du mehr darüber erfahren möchtest, dann nimm` Kontakt zu mir auf! oder buche Dir ein 20-minütiges Gespräch. 

Von Herz zu Herz, Mia

Wie geht „guter Boden“ oder von der Kunst, ein erfolgreiches Unternehmen zu führen.

der gute Boden

Wie geht „guter Boden“ oder von der Kunst, ein erfolgreiches Unternehmen zu führen.

 

Neulich las ich ein Interview über einen Gärtner, der Gemüse für Sterneköche anbaut. Ein Satz ließ mich aufhorchen: „Gemüse kann nur so gut werden, wie die Erde, in der es wächst.“ Eigentlich ganz logisch. Auf kargen Boden werde ich weniger Ernte einbringen können als auf saftigen, nährstoffreichen Boden. Das ließ mich überlegen, wie`s denn derzeit um meinen „Unternehmerboden“ bestellt ist? Wie geht denn „guter Boden“ ? 

 

  • Wann habe ich ihn das letzte Mal gedüngt?
  • Welche Nährstoffe füge ich ihm zu?
  • Ist er überwuchert von Glaubenssatz-Unkraut?
  • Ist er ausgelaugt von meinen Umsatzerwartungen?
  • Dürfen Teile meines Bodens auch mal ruhen?
  • Erlaube ich ihm auch mal auszuatmen durch die unterschiedliche Wahl meiner Produktabfolgen?
  • Wie oft kümmere ich mich überhaupt um meinen Boden?
  • Mit welchen Energien reichere ich ihn an?

 

Wie reichere ich meinen Boden an?
Wie reichere ich meinen Boden an?

Wenn ich mein Unternehmen linear konzipiert habe, dann habe ich es einmal aufgesetzt und erwarte, dass es im „höher-weiter-schneller-Modus“ jedes Jahr mehr Ertrag bringt.

Ich justiere dann zwar die Stellschraube „Kosten vs. Ertrag“ und versuche, immer noch mehr „rauszuholen“. Wenn man beispielsweise durch Deutschland fährt, sieht man, dass Monokultur und Gewächshäuser die traditionelle Landwirtschaft völlig ersetzt und auch die Landschaft weitgehend verändert haben.

 

Ernten in Deutschland
Ernten in Deutschland

 

Doch irgendwann ist mein Unternehmen ausgeblutet, die Ressourcen erschöpft. Da hilft auch kein Trostpflasterchen, sprich: Incentives für Kunden bzw. Mitarbeiter – diese Anreize werden nur kurzfristig binden. Wertschätzung liegt meiner Meinung nach jenseits materieller Bonusprogramme.

Etwa 8,6 Prozent der globalen Weltwirtschaft geht bereits einen neuen Weg und versucht, ihre Unternehmen zirkulär zu gestalten. Dabei wird gerade die materielle Ebene in Form von Nachhaltigkeit, achtsame Ressourcennutzung und Natur- und Klimaschutz erforscht und verbessert. Eine systemische Transformation, so fordert die WWF, bedarf einer Beteiligung und Zusammenarbeit von Politik, Konsumenten und wirtschaftlichen Akteuren entlang ganzer Wertschöpfungsketten.

Doch zirkuläres Unternehmertum fängt meiner Meinung erst an, wenn vier Faktoren in Einklang gebracht werden:

Die materielle Ebene, die emotionale Ebene, anders ausgedrückt, die zwischenmenschliche Ebene, die strukturelle Ebene der Konzepte und der Frage, wie ein harmonisches WIR global mit allen Komplementärenergien zusammenwirken kann und, als vierter Faktor, die spirituelle Ebene im unternehmerischen Handeln seinen Platz findet.

Wie sollen linear ausgebildete Unternehmer, Politiker, Konsumenten und wirtschaftliche Akteure denn auf die Schnelle zirkulär handeln, wenn sie das Zirkuläre noch nicht erfahren haben. Das wird nicht schnell mal erreicht durch das Überwerfen eines neuen Ideologie-Mäntelchen. Da ist eine tiefe Transformation des eigenen Erlebens und Wirkens erforderlich.

Der erste Schritt dazu ist meiner Meinung nach, ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, dass Unternehmen Wesen sind.

Wesen mit Bewusstsein, Bedürfnissen und auch supportiven Impulsen und Ideen, die uns helfen, dass sie, dass wir gemeinsam als systemische Hubs, wachsen und gedeihen.

 

Erkenne Dein Unternehmen als Wesen!
Erkenne Dein Unternehmen als Wesen!

Am einfachsten geht dies, uns als Gärtner vorzustellen, die im Kreislauf der Jahreszeiten, die Pflanze „Unternehmen“ hegen und pflegen. Sich mit der Qualität des Bodens auseinandersetzt, die klimatischen Gegebenheiten genauestens untersucht, die Samen auswählt und den Gegebenheiten anpasst usw.

Die Natur ist unser bester Ratgeber, wenn es darum geht, ein zirkuläres Verständnis zu entwickeln und dieses in ein Unternehmen einzubinden.

Warum als Unternehmer nicht damit beginnen, etwas anzusäen, zu pflanzen und einen Zyklus lang, zirkuläres Sein zu erfahren?

Wohlmöglich entwickelt sich dadurch eine neue Unternehmerkultur – die der holistischen entrepreneure.

Visionssuche von A – Z: 100 Stunden Einsamkeit | Teil II

100 Stunden Einsamkeit

Visionssuche von A – Z: 100 Stunden Einsamkeit | Markus Zielke erzählt von seiner eigenen Auszeit

100 Stunden mit mir alleine. Ohne Ablenkungen, ohne Essen, ohne die Möglichkeit, von sich selbst davon zu laufen. Was passiert da? „Die zivilisatorische Schicht“ so hat es der amerikanische Psychologe Robert Greenway formuliert „ist nur drei Tage dick!“  Was geschieht, wenn das „darunter“ hervorkommt? Markus Zielke und Mia Brummer erzählen, was sie dabei erlebt haben.

Markus berichtet über seine Auszeit

„Ich muss abbrechen…Ich klappe kurz vor der Zielgeraden zusammen!“

Letzter Tag der viertägigen Auszeit alleine. Kann mich nicht mehr bewegen. Meine Gliedmaßen gehorchen mir nicht mehr. Wie komme ich aus diesem Loch wieder raus? Muss ich abbrechen?? Es fühlt sich wirklich ziemlich ausweglos an. Verfahrene Situation. Würdig eines Romans. Aber gefühlt ziemlich ätzend…

Vor dem Aufbruch… 

Doch beginnen wir am Anfang, bevor ich in diese Auszeit loszog. Im Basislager ging es heiß her. Jeder hatte sich intensiv auseinandergesetzt: 

Was will ich denn nun wirklich, was „ruft“ mich? Und: was hält mich jetzt noch fest? Was sollte ich endgültig verabschieden oder integrieren? Wofür gehe ich eigentlich für vier Tage Auszeit – während andere mit Freunden Sommerpartys feiern?

Diese Arbeit in der Gruppe ist oft emotional aufwühlend und zugleich stärkend. Oft geschieht gefühlt in diesen vorbereitenden Tagen das Meiste der Arbeit. Die folgenden Tage werden von vielen nun als „leichter“ beschrieben. Doch auch hier gilt: das Erleben ist höchst unterschiedlich.

Für einige ist diese Zeit eine Rückverbindung an die Natur, an großes Geschenk diese stille Begegnung mit sich selbst – für andere steht hier noch einmal eine Auseinandersetzung mit tiefen Emotionen an.

In die vier Tage gehe ich mit bangen Herzen und auf unsicheren Beinen. Zuvor hatte ich meinen „Confirmation-Satz“ erarbeitet:  ein Satz der ausdrückt was ich Neues willkommen heißen will – und was ich hinter mir lasse!

Dieser Satz schwingt zwar in mir, aber ich spüre ihn noch nicht als wahrhaftig. Doch genau dafür gehe ich ja nun raus und fort von der Gruppe.

Regenreicher Abschied von der Gruppe

Frühmorgens werden wir rituell verabschiedet. Es regnet in Strömen. In der Nacht zuvor habe ich kaum ein Auge zugetan. Wir haben alle gemeinsam in einem Gehöft übernachtet. Mich sorgt es nun rauszugehen, denn meine Ausrüstung ist mangelhaft und die Aussicht so nun einen bis zwei Tage wohl im Regen zu verbringen erschreckt mich.

Im Regen baue ich meine Plane auf. Da das Seil nicht lang genug war, knote ich es zusammen. An den Knotenpunkten sammelt sich die Nässe – und den ganzen Tag lang tropft es runter. Dann führe ich ab, so wie es uns gesagt wurde. Hungergefühle hatte ich in den ganzen vier Tagen nie.

Immer wieder versuche ich dem Regen auszuweichen. Irgendwann „ergebe“ ich mich der Nässe. Ich schreibe Tagebuch und ein Gefühl des Friedens kommt in mir auf. Gezwungen zum Nichts-Tun werden meine Gedanken ruhiger.

Die Zeit verschwimmt und Berge singen

Am zweiten Tag hört der Regen auf. Das feiere ich mit einem morgendlichen Zähneputzen am kleinen Bach. Anschließend erkunde ich die Gegend und beobachte meine Mitbewohner, die Murmeltiere. Jedoch merke ich bald, dass ich vom Verzicht auf Nahrung geschwächt bin. Ich sitze irgendwann „nur“ da und träume vor mich hin.

Die Berge kommen mir gefühlt immer näher, ein Gefühl der Geborgenheit entsteht. Nun höre ich ein Orchester, ich höre tatsächlich Musik, Akkordeon-Musik so klingt es. So als ob die Berge singen. Später erfahre ich, dass außer mir niemand das gehört hatte – und ich erfahre, dass die bergkundigen Menschen sehr wohl verstehen, dass die Berge musizieren.

Anfangs versuche ich den Tagen eine zeitliche Struktur zu geben und mir kleine Aufgaben zu geben. Genauso wie ich meine Lebenszeit als pflichtbewusster Mensch immer wieder einteile.

Irgendwann kommt der Gedanke „Das ist Deine Zeit. Deine Lebenszeit. Die kommt nie wieder. Du bist mit Dir alleine. Das kann Dir keiner jemals wieder nehmen.“

Auch diese inneren Gespräche, diese tiefgehenden und erspürten Erkenntnisse sind es, die mir so nachhaltig in Erinnerung geblieben sind.

Abends kämpfe ich dann innerlich, ob ich es wagen soll, draußen – dh. nicht unter der Plane – und unter freiem Himmel zu schlafen. Regenwolken hängen zwar immer noch tief über dem Tal, doch ich wage es. Belohnt werde ich mit einem himmlischen Schlaf und leichtem Frost morgens auf dem Schlafsack. 

Die Prüfung am letzten Tag

Nun wird es ätzend. 

Der letzte Tag bricht an. Die Tage soweit waren gefühlt „paradiesisch“, sie fühlten sich für mich ungewohnt unbeschwert und leicht an. Kritisch frage ich mich: bin ich etwas ausgewichen? Kann es so leicht gewesen sein? Sollte ich nicht noch einmal den Blick auf die Wunden der Vergangenheit werfen, um gründlich deutsch sicherzustellen, dass ich wirklich alles gelöst habe?

Nun, das tue ich dann. Wieder geht mein Blick zurück auf Ereignisse meiner frühen Kindheit, die ein Leben lang teilweise verborgen und unbewusst mein Verhalten und meine Gefühle beeinflusst haben.

Irgendwann spüre ich, dass es genug ist – und ich aufbrechen sollte. Noch habe ich den täglichen Gang vor mir, um an einem bestimmten Ort ein Zeichen zu prüfen und es neu zusetzen, so dass ich weiß ein mir zugeordneter Kollege („Buddy“) ist „OK“ – und er weiß es von mir auch. Doch geschieht es, bzw. geschieht es nicht: ich kann mich nicht mehr bewegen – alle Kraft ist plötzlich verschwunden.

Ich bin erschrocken: wie soll ich den Gang zu diesem Ort schaffen, wie soll ich signalisieren, dass ich „OK“ bin – und wie soll ich es schaffen, die letzte Nacht noch durchzuwachen und auf den Schlaf zu verzichten? Muss ich kurz vorm Ziel abbrechen, weil ich es körperlich nicht schaffe?

Und ich hadere. Hadere mit dem Schicksal. Will mich nicht ergeben. Will es schaffen. Will wieder mich bewegen können. Ich bete.

Plötzlich vernehme ich eine Stimme in mir „Du schaffst das. Ich trage Dich bis zum Ende der Visionssuche. Schüttele Dich.“  Wie durch ein Wunder fühle ich mich plötzlich wieder stark genug – und ich schaffe es, meinen Gang zu gehen, und sogar die letzte Nacht zu durchwachen!

Das werde ich nie vergessen.

Im kommenden Artikel erzählt Mia,  wie sie ganz persönlich die 100 Stunden Auszeit erlebt hat.

Hast Du Lust bekommen, mehr über unsere Visionssuche, die wir im August 2021 anbieten, zu erfahren? Dann sprich` uns an! Wir freuen uns auf Dich!

 

Was ist spirituelle Identität?

spirituelle Identität

Was ist spirituelle Identität?

Hast Du Dir schon einmal überlegt, was Deine spirituelle Identität ist? Ich spreche dabei nicht von der religiösen Identität, in die Du hineingeboren wurdest und deren Botschafter Du folgst. Weil es die Religion Deiner Vorfahren ist und Du darin seit Deiner Kindheit geschult wurdest.

Ich spreche von der spirituellen Identität, die entsteht, wenn Du Dich mit Deinen Wurzeln verbindest, dem Land lauscht, im Rhythmus seiner Jahreszeiten den Spuren Deiner Ahnen folgst, in tiefen Dialog gehst und die Botschaften als Vibration in allen Zellen Deines Seins spürst.

Wie die Q`eros als Nachfahren der Inkas darüber denken

In der andinen Tradition gibt es einen weiblichen und einen männlichen Paten der Landschaft. Sie heissen Paqarina und Itu Apu. Diese Paten prägen Dich mit der Signatur des Ortes, in dem Du geboren wurdest. Mit ihnen erhältst Du auch den identitätsstiftenden Imprint von Mutter Erde, die Dich mit allen gespeicherten Informationen Deiner Tribe prägt. Sie geben Dir das Gefühl von Heimat und helfen Dir, dieses geborgene Gefühl der Zugehörigkeit zu spüren. 

Wie entsteht „spirituelle Identität“?

Nicht durch an etwas glauben sondern durch etwas erfahren erwächst Deine spirituelle Identität. Nicht durch blindes Übernehmen von Regeln, Geboten und Verboten, sondern durch das Erfahren. Im Erleben mit allen Sinnen. Dann entsteht eine wissende Weisheit in Dir, die niemals durch das Antrainieren von „Second Hand“-Wissen aufgewogen werden kann.

Und wenn ich meine spirituelle Heimat in anderen Kulturen gefunden habe?

Dann hast Du den ersten Schritt hin zu Deiner spirituellen Identität gefunden, denn die gebiert sich nicht durch das Übernehmen von Weltbildern und Religionen anderer Kulturen. Auch wenn Du Dich noch so sehr einfühlst, wirst Du kein „native american“, indischer Yogi oder tunesischer Schamane werden.

Die Meisterschaft Deiner spirituellen Identität entwickelst Du, wenn es Dir gelingt, die Transformation und Integration des Andersartigen in die eigene Landschaft Deiner Seele einzuweben.

Mia Brummer

Mia Brummer ist eine Hüterin der Schwelle zwischen dem TUN und dem SEIN.

Sie öffnet all jenen das Tor, die es wagen, die touristischen Landkarten des Alltags hinter sich zu lassen und neue, unbekannte Wege zu beschreiten. 

Menschen, die in, mit und durch die Natur wieder in tiefen Kontakt zu sich kommen wollen und zu allem, was sie umgibt. 

Menschen, die in ihrer beruflichen  Ausrichtung nicht das „entweder bodenständig“ – „oder spirituell“ leben wollen, sondern ein sowohl als auch.

Menschen, die den Ruf hören, als „Leader der next generation“ in Verantwortung zu gehen und dafür Werkzeuge und Begleitung suchen.

Menschen, die es wagen, die vollen 360 Grad des Lebens zu leben.

Wieviel Grad Deines Lebens lebst Du zur Zeit?