Visionssuche von A bis Z: der Ruf

Visionssuche von A – Z | Teil I – Der Ruf oder: da geht noch was! 

In der zehnteiligen Artikelreihe Visionssuche von A-Z nehmen Markus Zielke und Mia Brummer die Visionssuche ins Visier. Von A wie „Angst vor der eigenen Courage“ bis Z wie „Zahnpflege zwischen Kuhdung und Mücken“ informieren sie über das Format der Visionssuche und berichten von ihren eigenen Erfahrungen. In Teil I geht es um den Ruf.

Der Ruf oder: da geht noch was! 

Die Visionssuche beginnt nicht erst am ersten Tag in der Vorbereitungszeit im Basis-Lager. Oftmals startet sie bereits monatelang vorher. Da taucht schleichend in inneres Unbehagen auf.  Eines, das man vielleicht anfangs gerne überhört. Viel einfacher ist es doch, sich in bekannten Räumen aufzuhalten. Auf das Bewährte zu setzen. Doch die Fassade beginnt mit dem nun immer lauter werdenden Unbehagen zu bröckeln. Risse werden spürbar und die Suche nach „da geht noch was“ schwappt ins Aussen.

Wie kommt man eigentlich auf die absurde Idee, 4 Tage und Nächte ohne Essen und festem Dach über den Kopf in der Wildnis zu verbringen – und was kann man sich unter „dem Ruf“ vorstellen?

Der Ruf | Markus erzählt:

„Sommer 2012: „Mach doch eine Visionssuche“ – schlug mein Mann Pascal auf einem Spaziergang vor. Vorausgegangen waren etliche Gespräche. Ein schleichendes, leichtes Gefühl der Unzufriedenheit. Immer wieder drehte ich mich im Kreis: was will ich denn wirklich – beruflich und privat?  Zwar war ich in meinem Wahlberuf als Coach und Organisationsentwickler erfolgreich und auch in meiner Beziehung glücklich – und doch nagte etwas. Warum verliere ich meine Ziele immer wieder aus den Augen?  Was sind meine eigenen großen Träume? Wer bin ich wirklich- und was will ich der Welt zurückgeben? Was blockiert mich immer wieder? Da geht noch was!

Bei dem Wort „Visionssuche“ wurde ich hellhörig. 

Als Pascal mir von seiner eigenen Visionssuche und der Auszeit alleine in der Natur erzählte, „wusste“ ich: das ist es!  Das werde ich machen. Da gab es keine Zweifel. Ich wusste es glasklar! Ich spürte: das ist ein solch mächtiges Format bei dem ich so tief gefordert werde! Ich werde mir und dem, was mich in mir blockiert nicht ausweichen können. Die Tatsache, vier Tage alleine in der Natur zu verbringen lockte und schreckte mich zugleich. Die Intention, wirklich einen gravierenden Schritt nach vorne zu kommen, war es mir wert, es auszuprobieren. Unabhängig aber von dieser Kosten-Nutzen-Kalkulation war diese innere Stimme, die sagte „Tu das!“.

 

Visionssuche von A-Z: im Einklang mit Deiner inneren Natur

Die Stimme meiner Intuition, meiner Seele. 

Spontan meldete mich bei Sylvia Koch-Weser für die Visionssuche im Vorarlberg an. Sie sollte im Sommer 2013 stattfinden. Ich hatte also ein Jahr Zeit, daraufhin zu fiebern. Immer wieder tauchten Ängste auf, was mir alles passieren könnte. Dennoch habe ich die Entscheidung für die Visionssuche nie angezweifelt. Es war mir immer klar, dass es wichtig ist, diesen Schritt zu machen – ohne zu wissen, was hinterher passiert.“

Markus und Mia beschreiben das Phänomen „der Ruf“:

Diese innere Stimme hören wir, wenn wir still werden, wenn wir darum bitten – und wenn wir nicht damit rechnen. Sie taucht oft scheinbar plötzlich auf, sie ist klar, sie ist nicht kalkuliert, sie vermittelt ein Gefühl der Stimmigkeit. Wenn wir mit der Intuition verbunden sind, gibt es kein Wanken und auch keine Alternativen. Als „Ruf zur Veränderung“ taucht sie auf, wenn wir lange in einem Zustand ausgehalten haben, der uns langfristig nicht gut tut – der uns nicht wachsen lässt.

Mia ergänzt: …und dieser Ruf lässt sich nicht verdrängen. Er gebiert sich aus den tiefsten Räumen unseres Seins und kein logischer Gedanke kann ihn aufhalten. Er zwickt Dich so lange, bis sämtliche Zweifel durch seine Kraft überflutet werden und Du einfach losmusst! Das ist der Beginn Deiner eigenen Heldenreise, 

 

Visionssuche von A-Z: 4 Tage und 4 Nächte ohne festem Dach über dem Kopf

der Ruf | Mia erzählt:

„2010 stolperte ich über einen Flyer der Volkshochschule, der ein Wochenende von Geseko von Lüpke und Sylvia Koch Weser bewarb, in dem es um das Erleben einer Medizinwanderung ging. Völlig unbedarft meldete ich mich an, einfach, weil mich der Satz: „erlebe Dich im Spiegel der Natur“ rief.

Ich war vollkommen elektrisiert, was die beiden Seminarleiter aus meinem „Schwellengang“ herauslesen konnten und in einem Spiegel teilten. Dieses achtsame Zuhören, das umfassende gesehen- und gespiegelt-werden berührte mich so sehr, dass ich nicht anderes konnte, als mich zur Visionssuche im Jahr darauf anzumelden.

Ich hatte keine Ahnung, was mich da erwarten würde, hatte bis dahin noch nicht einmal gecampt in meinem Leben, doch ich wusste mit jeder Faser meines Seins: ich muss da hin! Etwas Zwingendes hatte mich gepackt, ein Feuer entfacht. Als ob das Echo einer Erinnerung in mir pulsierte und mir zurief: da geht noch was!

 

Visionssuche von A-Z: im Einklang mit dem Puls der Erde

Hörst auch Du den Ruf?

Hast Du in letzter Zeit eine ähnliche innere Stimme vernommen? Eine, die Dir zuruft „Hey, das war noch nicht alles – da geht noch was!“? Dann freuen wir uns, Dir im nächsten Artikel von den „hard facts“ zu berichten: Was ist denn genau eine Visionssuche? Woher kommt sie? Für wen ist sie geeignet? Was kann sie leisten und was nicht.

Bis bald, Mia und Markus

PS: unsere diesjährige Visionssuche findet vom 10.08. – 20.08.2020 statt

Veränderungen – wie Dein Gehirn Dich sabotiert und wie Du es schaffst, es auszutricksen

„Immer diese neuen Vorsätze: Wir wollen endlich abnehmen, das Rauchen aufhören, gesünder leben, viel mehr Sport machen, meditieren, weniger arbeiten….. die Liste ist schier unendlich.“

Dami Charf,  Verhaltenswissenschaftlerin und Dipl. Sozialpädagogin, weiß, wie man den inneren Schweinehund in Schach hält:

„Voller Enthusiasmus beginnen wir mit den neuen Aktivitäten. Wir kaufen gesund ein, melden uns im Fitnessstudio an (Fitnessstudios machen momentan die Hälfte ihres Jahresumsatzes) und verabreden uns endlich wieder. Wir sind begeistert von uns!

Endlich schaffen wir es etwas zu verändern.

Der Enthusiasmus der ersten Tage gefolgt vom…

Der Kater folgt leider meist in sehr kurzer Zeit und mit ihm die darauf folgende herbe Enttäuschung. Waren es in der ersten Woche noch drei Besuche im Fitnessstudio und wir kamen mit stolzgeschwellter Brust nach Hause, um dort einen Salat zu knabbern, waren es in der zweiten Woche noch zwei Besuche und in der dritten hatten wir leider keine Zeit.

Ich denke, du weißt, worauf ich hinaus will…..

Die meisten Neujahrsvorsätze halten ca. 4 Wochen, wenn überhaupt.

Das ist ernüchternd bis frustrierend

Die Gründe, weshalb die meisten Veränderungsvorhaben „scheitern“ sind vielfältig. Die meisten Wirkfaktoren, die Veränderungen so schwer machen, sind den meisten Menschen nicht bewusst.

Allein die Annahme, dass Veränderung leicht sei, macht es noch schwerer den Weg echter Veränderung zu gehen. Unsere Annahmen und die Falschinformationen lassen uns Dinge erwarten, die nicht zutreffen. Wir sind dann noch schneller frustriert,resignieren und geben auf. Wir denken, wir seien „VersagerInnen“  und das alle anderen um uns herum es besser hinbekommen.

Das Leben ist Veränderung – so sagt man…

Es ist nur so, dass viele Veränderungen im Leben mit denen wir dann schließlich auch zurecht kommen (müssen) von uns gar nicht  gewollt oder initiiert wurden.

Es tut furchtbar weh, aber irgendwann finden wir uns mit der neuen Situation ab und vielleicht stellen wir sogar  fest, dass es uns  und unserem Leben gut getan hat!?

Veränderungen, die wir selbst kreieren, sind wesentlich schwieriger!

Veränderungen sind alles, nur nicht leicht

Unser Gehirn ist „stockkonservativ“ und lehnt Veränderungen grundsätzlich erstmal kategorisch ab. Dies scheint evolutionär in uns angelegt zu sein –  immer nach der Regel: „der Spatz in der Hand ist besser als die Taube auf dem Dach“.

So halten wir es denn durchaus lange in Situationen aus, in denen unsere Freunde schon lange sagen: „Warum tust du dir das an?“

Die Antwort ist leicht: wir wissen ja nicht, was statt dessen kommt und:  „Schlimmer geht immer!“

Unser Gehirn liebt die Sparflamme

Außerdem sind wir „Gewohnheitstiere“. Wir sagen dies oft so dahin, ohne wirklich zu erfassen, wie tief diese „Macht der Gewohnheit“ in uns geht. Man kann sagen, dass diese Macht der Gewohnheit unseren Alltag bestimmt und damit unser Leben.

Das Gehirn überlässt den Gewohnheiten das Steuer im Alltag. Daraus läßt sich schlußfolgern, dass  die Qualität unserer Gewohnheiten  die Qualität unseres Lebens bestimmt!

90% unseres Alltags wird von Gewohnheiten bestimmt

Gewohnheiten fliegen unterhalb unseres Bewusstseinsradars. Wir sind uns derer ganz häufig nicht bewusst. Wir machen was wir machen, ohne uns darüber klar zu sein, dass wir eine „lediglich“ Gewohnheiten ausüben.

Sobald wir etwas ändern wollen, gehen wir also gegen unser  stockkonservatives Gehirn und gegen unsere Gewohnheiten an.

Wille wird vollkommen überschätzt – du bist nicht schwach!

Du siehst, Veränderungen sind nicht einfach „mal so getan“. Und die viel beschworene Willenskraft hilft leider auch nur wenig. Diese wird nämlich komplett überschätzt. Uns steht ca. 15 min Willenskraft am Tag zur Verfügung. Mit diesem Vorrat kommen wir leider meist nicht weit. Es liegt also nicht an deiner mangelnden Willenskraft, wenn du es nicht schaffst, deine Veränderungswünsche  umzusetzen.

Ich will dich hier aber nicht total frustrieren. Ich möchte nur aufzeigen,  dass Veränderungen leider nicht „nebenher“ geschehen. Vielmehr  geschehen sie  – vor allem zu Beginn –  durch ganz viele Entscheidungen, die ich immer wieder neu treffen muss.

Veränderungen brauchen Raum, Zeit und Aufmerksamkeit!

Mitgefühl mit der eigenen Fehlbarkeit hilft ebenfalls. Viel Lob für die kleinsten Schritte ist sehr hilfreich.

Darf ich vorstellen: der Rückschlag

Veränderungen sind Prozesse und deswegen niemals gradlinig. Die gewünschte Veränderung kommt immer mit ihrem unerwünschten Geschwister einher, der da heißt „Rückschlag“. Rückschläge sind Teil des Prozesses und sollten von dir eingeplant werden.

Ein Rückschlag ist nur ein Moment, in dem nicht alles rund läuft. Du kannst dich entscheiden, den „Fehltritt“ zu akzeptieren, zu schauen, was dazu geführt hat und dann wieder weiter machen. Dann wirst du auch ankommen!

Zu guter Letzt:

Vor allem sollte jeder Mensch lernen, wie Veränderungen überhaupt in uns geschehen. Wir müssen wissen, wie unsere Psyche auf unsere Veränderungswünsche reagiert und wie wir so mit uns umgehen können, dass Veränderungen dennoch möglich sind.

Veränderungen haben eine Struktur und diese ist immer gleich. Egal, ob du deine Essgewohnheiten verändern willst oder täglich meditieren möchtest. Je mehr du dir diese Struktur zu nutze machen kannst, desto wahrscheinlicher wird der Erfolg.

Den ganzen Beitrag findest Du unter: https://www.traumaheilung.de/veraenderungen-sind-schwer/