Kapitän oder Matrose – wer lenkt Dein Lebensschiff und was hat das mit Resilienz zu tun?

Kapitän oder Matrose

Kapitän oder Matrose – wer lenkt Dein Lebensschiff und was hat das mit Resilienz zu tun?

Hand auf`s Herz: bist Du gerade Kapitän oder Matrose Deines Lebensschiffs? „Können wir das nicht mal wie Erwachsene besprechen?“ klagt  Dein Gegenüber,  als die hitzige Team-Diskussion  zu entgleisen droht. Irritiert hältst Du inne, denn in Gedanken hast Du Dich gerade in die Takelage Deines Lebensschiffs geflüchtet. Dort oben bist Du vermeintlich vor verbalen Angriffen gefeit – doch, wer lenkt in dieser Zeit Dein Lebensschiff?  Und, was ist denn genau „ein Erwachsener“? 

Mülltrennung, die Wäsche regelmäßig machen und Stromrechnungen bezahlen: All das sind Anzeichen dafür, dass du erwachsen bist – klärt eine britische Umfrage aus 2020 auf. Wikipedia  ergänzt:  Allgemein geht man davon aus, dass der Erwachsene jene notwendigen Fähigkeiten und Kenntnisse erworben hat, die ihn befähigen, die für sein Leben und Fortkommen notwendigen Entscheidungen selbständig und eigenverantwortlich zu treffen.

Das heisst also, er ist fähig, sich materiell, emotional, intellektuell und auch spirituell selbst zu versorgen. Die Religionswissenschaftlerin, Ethnologin und Theologin Ursula Seghezzi fügt in ihrer Definition eines Erwachsenen hinzu: „…und ist in der Lage, einen Überschuss zu produzieren, den er anderen zur Verfügung stellt.“

Erwachsen sein heißt, sich materiell, emotional, intellektuell und auch spirituell selbst versorgen zu können und einen Überschuss zu produzieren, den man anderen zur Verfügung stellen kann.

 

Ich bin demnach also ein erwachsener Kapitän meines Lebensschiffs:

Anker

 

  • ich habe genügend Ressourcen gelagert um stürmisches Wetter zu überstehen,
  • kann meine Mannschaft verpflegen ohne selbst zu darben,
  • kenne Kurs und kann mit Kompass und Sextant umgehen,
  • pflege Planken und Takelage und
  • habe Vertrauen in die Kräfte, die mich umgeben.

Alles Fähigkeiten, die Psychologen in sieben Säulen einteilen, die gewissermaßen Teilbereiche der menschlichen Widerstandskraft sind. Je mehr dieser Eigenschaften sich ein Mensch aneignen kann, desto besser wird er Krisen handhaben.

Als resilienter Kapitän habe ich demnach Zugang zu allen sieben Weltmeeren und kann sie sicher befahren:

Das Meer des Selbstvertrauens                                                                                        

Der Kapitän vertraut in stürmischen Zeiten seinem Können und glaubt an sich. Statt in die Opferrolle zu schlüpfen, wird er aktiv. Er übernimmt die Verantwortung für sein Schiff und die Besatzung.

Das Meer der Kontaktfreude

Ein resilienter Kapitän ist in gutem Kontakt mit sich selbst und mit seiner Crew. Er weiß, dass er Schwierigkeiten gemeinsam mit anderen Menschen effizienter löst und hat keine Angst, sich anderen Menschen anzuvertrauen. Er hat keine Scheu, enge Bindungen einzugehen und um Hilfe zu bitten.

Das Meer der Gefühlsstabilität

Ein resilienter Kapitän kann die eigene Gefühlswelt steuern und empfindet hohe Belastungen weniger als Stress denn als Herausforderung.

Der erwachsene Kapitän handelt kontrolliert und überlegt und lässt sich nicht zu impulsiven Handlungen verleiten. Er kann auch auf sofortige Belohnungen zugunsten eines höheren Ziels verzichten – ein Zeichen seiner emotionalen Intelligenz.

 

Das Meer der Analysestärke

Der erwachsene Kapitän ist imstande, eingefahrene Denkpfade zu verlassen. Er kann die Ursache einer Situation  exakt identifizieren und analysieren. Das hilft ihm, schnell Lösungen zu erkennen.

Das Meer der Akzeptanz

Den Dingen ins Auge sehen zählt zu den Stärken eines resilienten Kapitäns, denn erst wer die Situation und das eigene Schicksal akzeptiert kann damit beginnen, die anstehenden Probleme in Angriff zu nehmen. 

Das Meer des Optimismus

Selbst in schweren Lebenskrisen optimistisch zu bleiben, fällt oft nicht leicht, Doch ein resilienter Kapitän sieht auch  im trostlosesten Moment etwas Gutes. Als widerstandsfähiger Mensch blicket er weiterhin zuversichtlich in die Zukunft. So bleibt eine Krise ein zeitlich begrenztes Ereignis, aus dem man sich selbst herausführen kann.

Das Meer des Realismus

Ein resilienter Kapitän kann langfristig denken und realistische Ziele entwickeln. So wird er von Krisen nicht aus dem Gleichgewicht geworfen. Da er sich schon gedanklich auf das Leben „danach“ vorbereitet, meistert er Herausforderungen souveräner und schneller.  

Hand auf`s Herz | Wer steht gerade am Ruder Deines Lebensschiffs?

Gefühlt taumeln wir gerade von einer Krise in die nächste. Von einem Hurrikan in den nächsten. Die immensen Anforderungen an unsere Anpassungsfähigkeit betreffen uns alle. Nun ist Führung gefragt. Bist Du als Kapitän Deines Lebensschiffs mit allen Wassern gewaschen und kennst alle sieben Resilienz-Weltmeere?

Am Freitag, den 30.April von 19:00 bis 20:30 Uhr tauchen Markus Zielke und ich in die Welt der Residenz ein und halten einen Vortrag über das faszinierende Feld der Resilienzforschung und wie es uns helfen kann, als Kapitän die Führung meines Lebensschiff zu übernehmen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Visionssuche von A – Z: 100 Stunden Einsamkeit | Teil I

100 Stunden Einsamkeit

Visionssuche von A – Z: 100 Stunden Einsamkeit | Mia Brummer erzählt von ihrer eigenen Auszeit

100 Stunden mit mir alleine. Was passiert da? Ohne Ablenkungen, ohne Essen, ohne die Möglichkeit, von sich selbst davon zu laufen. „Die zivilisatorische Schicht“ so hat es der amerikanische Psychologe Robert Greenway formuliert „ist nur drei Tage dick!“  Was geschieht, wenn das „darunter“ hervorkommt? Markus Zielke und Mia Brummer erzählen, was sie dabei erlebt haben.

Mia erzählt  über ihre Auszeit

In den Tagen der Vorbereitung wurde mir klar, dass es um eine tiefe weibliche Wunde ging, die gesehen werden wollte. Unmerklich verschwand in den letzten Monaten meine Periode und ich spürte eine tiefe Trauer über so viel ungelebte Weiblichkeit. Ich hatte mich noch nicht einmal von „ihr“ verabschieden können. Und so war mein Wunsch geboren, mich „da draussen“ im Schoß von Mutter Erde davon verabschieden zu können. 

Muss ich’s mir denn immer so schwer machen?

16 Liter Wasser galt es, an den Visionssuche-Platz zu bringen. Meiner war auf einer Hügelspitze, die mich das ganze Tal überblicken – nein, kontrollieren ließ. Der Wind, der mir da oben jedoch entgegen blies, war klar und schneidend. Als ich endlich am letzten Vorbereitungstag das Wasser und einige weitere Ausrüstungsgegenstände den Berg hochgehievt hatte, saß ich schwitzend und keuchend im kalten Wind und blickte über das Tal. Da unten war eine so wunderschöne Stelle direkt am plätschernden Bach. Geschützt, friedlich und herrlich einladend. „Warum muss ich’s mir denn immer so schwer machen?“ kam mir in den Sinn. Was für eine Erleichterung war in mir, als ich auf dem Hosenboden den steilen Weg nach unten rutschte und die Stelle am Bach als meinen Visionssuche-Platz markierte.

Frau Holles Einladung

Nach dem rituellen Abschied von der Gruppe und dem Eintritt in die Auszeit, spanne ich bei herrlichstem Sommerwetter mein Tarp auf, verstaue mein Gepäck und erkunde die nahe Umgebung. Ich entdecke eine „Sonnenterrasse“, einen blumenübersäten „Vorgarten“ und richte es mir gemütlich ein. Am Ufer „meines“ Baches plane ich die 4 Tage Auszeit. Tag 1: Berg vor mir erkunden, Tag 2: Berg hinter mir erkunden, Tag 3: Tour auf die Spitze des Berges links von mir…

Wie gut, dass mir Mutter Erde einen Strich durch die Rechnung macht!

Am zweiten Tag, erwischt mich ihre Gnade: ich menstruiere! Vollkommen perplex überlege ich, was ich jetzt TUN soll. Milde lächelnd – so scheint es, erhalte ich von Mutter Erde die Antwort: nichts!

Wie geht denn Nichtstun?

Und ich kann gar nicht anders – in den kommenden Tagen lerne ich das süße Nichts-Tun.

Ich sitze die meiste Zeit, wie die Lorelei, auf einem Felsen nahe des Baches, menstruiere so vor mich hin  und tu …… nichts. Und das so, wie Gott mich schuf. Nackt und ohne Scham. Nachmittags wechsle ich auf meinen kleinen Strand, setze mich ins kühle Wasserbecken, schaue den blauen Schmetterlingen zu, die von meiner nackten Haut die Wassertropfen schlürfen und genieße das dolce far niente.

Ok, einmal verliere ich kurz die Contenance. Da liege ich so hingegossen auf meinem Privatstrand und höre plötzlich einen Pfiff. Schon spuken mir Bilder von reschen Almburschen durch den Kopf, die mich beim Baden beobachten. Schamhaft greife ich nach einem Tuch und schau` mich ratlos um. 

Da sehe ich lauter kleine Murmeltiere zwischen den Felsen, die mich anpfeifen. Grinsend entspanne ich mich wieder und freue mich über ihre Gesellschaft.

Ansonsten gibt es nicht viel zu tun. Ich gehe schlafen, wenn die Sonne über die Bergkuppen rollt und sehe auf, wenn sich Aurora, meine Nacktschnecken-Freundin langsam von der westöstlichen Planen-Seite Richtung Zeltdachmitte hochschiebt. Ich träume von vollmondgroßen Pizzarädern und belege sie immer wieder neu. 

Die letzte Nacht

In der letzten Nacht besucht mich dann endlich die Kali. Vor Sonnenuntergang packe ich meine Sachen und richte meinen Steinkreis, in dem ich, meiner Vorstellung nach, eine letzte, entspannte Wachnacht verbringe. Doch ein Unwetter braut sich zusammen. Mit letzter Kraft versuche ich, mich in die Zeltplane einzuwickeln um mich vor dem Regen zu schützen. Doch der Sturm zerrt an allen Seiten und reisst mir immer wieder die Plane aus der Hand. Bis ich so wütend werde, dass ich die Plane loslasse und den Wind anbrülle. Es scheint, als hätte er Spaß gegen mich anzubrüllen und so stehe ich eine ganze Weile mit ihm im Regen und wir brüllen gemeinsam. Irgendwann wird es ein Miteinander und als mir dann irgendwann die Luft ausgeht, wird auch er still. Der Regen hört auf und plötzlich wird es so still und leer, dass die Gnade des Erkennens in mich reinfallen kann…

Hast Du Lust bekommen, mehr über unsere Visionssuche, die wir im August 2021 anbieten, zu erfahren? Dann sprich` uns an! Wir freuen uns auf Dich!

Was ist spirituelle Identität?

spirituelle Identität

Was ist spirituelle Identität?

Hast Du Dir schon einmal überlegt, was Deine spirituelle Identität ist? Ich spreche dabei nicht von der religiösen Identität, in die Du hineingeboren wurdest und deren Botschafter Du folgst. Weil es die Religion Deiner Vorfahren ist und Du darin seit Deiner Kindheit geschult wurdest.

Ich spreche von der spirituellen Identität, die entsteht, wenn Du Dich mit Deinen Wurzeln verbindest, dem Land lauscht, im Rhythmus seiner Jahreszeiten den Spuren Deiner Ahnen folgst, in tiefen Dialog gehst und die Botschaften als Vibration in allen Zellen Deines Seins spürst.

Wie die Q`eros als Nachfahren der Inkas darüber denken

In der andinen Tradition gibt es einen weiblichen und einen männlichen Paten der Landschaft. Sie heissen Paqarina und Itu Apu. Diese Paten prägen Dich mit der Signatur des Ortes, in dem Du geboren wurdest. Mit ihnen erhältst Du auch den identitätsstiftenden Imprint von Mutter Erde, die Dich mit allen gespeicherten Informationen Deiner Tribe prägt. Sie geben Dir das Gefühl von Heimat und helfen Dir, dieses geborgene Gefühl der Zugehörigkeit zu spüren. 

Wie entsteht „spirituelle Identität“?

Nicht durch an etwas glauben sondern durch etwas erfahren erwächst Deine spirituelle Identität. Nicht durch blindes Übernehmen von Regeln, Geboten und Verboten, sondern durch das Erfahren. Im Erleben mit allen Sinnen. Dann entsteht eine wissende Weisheit in Dir, die niemals durch das Antrainieren von „Second Hand“-Wissen aufgewogen werden kann.

Und wenn ich meine spirituelle Heimat in anderen Kulturen gefunden habe?

Dann hast Du den ersten Schritt hin zu Deiner spirituellen Identität gefunden, denn die gebiert sich nicht durch das Übernehmen von Weltbildern und Religionen anderer Kulturen. Auch wenn Du Dich noch so sehr einfühlst, wirst Du kein „native american“, indischer Yogi oder tunesischer Schamane werden.

Die Meisterschaft Deiner spirituellen Identität entwickelst Du, wenn es Dir gelingt, die Transformation und Integration des Andersartigen in die eigene Landschaft Deiner Seele einzuweben.

 

Visionssuche von A bis Z: der Ruf

Visionssuche von A – Z | Teil I – Der Ruf oder: da geht noch was! 

In der zehnteiligen Artikelreihe Visionssuche von A-Z nehmen Markus Zielke und Mia Brummer die Visionssuche ins Visier. Von A wie „Angst vor der eigenen Courage“ bis Z wie „Zahnpflege zwischen Kuhdung und Mücken“ informieren sie über das Format der Visionssuche und berichten von ihren eigenen Erfahrungen. In Teil I geht es um den Ruf.

Der Ruf oder: da geht noch was! 

Die Visionssuche beginnt nicht erst am ersten Tag in der Vorbereitungszeit im Basis-Lager. Oftmals startet sie bereits monatelang vorher. Da taucht schleichend in inneres Unbehagen auf.  Eines, das man vielleicht anfangs gerne überhört. Viel einfacher ist es doch, sich in bekannten Räumen aufzuhalten. Auf das Bewährte zu setzen. Doch die Fassade beginnt mit dem nun immer lauter werdenden Unbehagen zu bröckeln. Risse werden spürbar und die Suche nach „da geht noch was“ schwappt ins Aussen.

Wie kommt man eigentlich auf die absurde Idee, 4 Tage und Nächte ohne Essen und festem Dach über den Kopf in der Wildnis zu verbringen – und was kann man sich unter „dem Ruf“ vorstellen?

Der Ruf | Markus erzählt:

„Sommer 2012: „Mach doch eine Visionssuche“ – schlug mein Mann Pascal auf einem Spaziergang vor. Vorausgegangen waren etliche Gespräche. Ein schleichendes, leichtes Gefühl der Unzufriedenheit. Immer wieder drehte ich mich im Kreis: was will ich denn wirklich – beruflich und privat?  Zwar war ich in meinem Wahlberuf als Coach und Organisationsentwickler erfolgreich und auch in meiner Beziehung glücklich – und doch nagte etwas. Warum verliere ich meine Ziele immer wieder aus den Augen?  Was sind meine eigenen großen Träume? Wer bin ich wirklich- und was will ich der Welt zurückgeben? Was blockiert mich immer wieder? Da geht noch was!

Bei dem Wort „Visionssuche“ wurde ich hellhörig. 

Als Pascal mir von seiner eigenen Visionssuche und der Auszeit alleine in der Natur erzählte, „wusste“ ich: das ist es!  Das werde ich machen. Da gab es keine Zweifel. Ich wusste es glasklar! Ich spürte: das ist ein solch mächtiges Format bei dem ich so tief gefordert werde! Ich werde mir und dem, was mich in mir blockiert nicht ausweichen können. Die Tatsache, vier Tage alleine in der Natur zu verbringen lockte und schreckte mich zugleich. Die Intention, wirklich einen gravierenden Schritt nach vorne zu kommen, war es mir wert, es auszuprobieren. Unabhängig aber von dieser Kosten-Nutzen-Kalkulation war diese innere Stimme, die sagte „Tu das!“.

 

Visionssuche von A-Z: im Einklang mit Deiner inneren Natur

Die Stimme meiner Intuition, meiner Seele. 

Spontan meldete mich bei Sylvia Koch-Weser für die Visionssuche im Vorarlberg an. Sie sollte im Sommer 2013 stattfinden. Ich hatte also ein Jahr Zeit, daraufhin zu fiebern. Immer wieder tauchten Ängste auf, was mir alles passieren könnte. Dennoch habe ich die Entscheidung für die Visionssuche nie angezweifelt. Es war mir immer klar, dass es wichtig ist, diesen Schritt zu machen – ohne zu wissen, was hinterher passiert.“

Markus und Mia beschreiben das Phänomen „der Ruf“:

Diese innere Stimme hören wir, wenn wir still werden, wenn wir darum bitten – und wenn wir nicht damit rechnen. Sie taucht oft scheinbar plötzlich auf, sie ist klar, sie ist nicht kalkuliert, sie vermittelt ein Gefühl der Stimmigkeit. Wenn wir mit der Intuition verbunden sind, gibt es kein Wanken und auch keine Alternativen. Als „Ruf zur Veränderung“ taucht sie auf, wenn wir lange in einem Zustand ausgehalten haben, der uns langfristig nicht gut tut – der uns nicht wachsen lässt.

Mia ergänzt: …und dieser Ruf lässt sich nicht verdrängen. Er gebiert sich aus den tiefsten Räumen unseres Seins und kein logischer Gedanke kann ihn aufhalten. Er zwickt Dich so lange, bis sämtliche Zweifel durch seine Kraft überflutet werden und Du einfach losmusst! Das ist der Beginn Deiner eigenen Heldenreise, 

 

Visionssuche von A-Z: 4 Tage und 4 Nächte ohne festem Dach über dem Kopf

der Ruf | Mia erzählt:

„2010 stolperte ich über einen Flyer der Volkshochschule, der ein Wochenende von Geseko von Lüpke und Sylvia Koch Weser bewarb, in dem es um das Erleben einer Medizinwanderung ging. Völlig unbedarft meldete ich mich an, einfach, weil mich der Satz: „erlebe Dich im Spiegel der Natur“ rief.

Ich war vollkommen elektrisiert, was die beiden Seminarleiter aus meinem „Schwellengang“ herauslesen konnten und in einem Spiegel teilten. Dieses achtsame Zuhören, das umfassende gesehen- und gespiegelt-werden berührte mich so sehr, dass ich nicht anderes konnte, als mich zur Visionssuche im Jahr darauf anzumelden.

Ich hatte keine Ahnung, was mich da erwarten würde, hatte bis dahin noch nicht einmal gecampt in meinem Leben, doch ich wusste mit jeder Faser meines Seins: ich muss da hin! Etwas Zwingendes hatte mich gepackt, ein Feuer entfacht. Als ob das Echo einer Erinnerung in mir pulsierte und mir zurief: da geht noch was!

 

Visionssuche von A-Z: im Einklang mit dem Puls der Erde

Hörst auch Du den Ruf?

Hast Du in letzter Zeit eine ähnliche innere Stimme vernommen? Eine, die Dir zuruft „Hey, das war noch nicht alles – da geht noch was!“? Dann freuen wir uns, Dir im nächsten Artikel von den „hard facts“ zu berichten: Was ist denn genau eine Visionssuche? Woher kommt sie? Für wen ist sie geeignet? Was kann sie leisten und was nicht.

Bis bald, Mia und Markus

PS: unsere diesjährige Visionssuche findet vom 10.08. – 20.08.2020 statt

Veränderungen – wie Dein Gehirn Dich sabotiert und wie Du es schaffst, es auszutricksen

„Immer diese neuen Vorsätze: Wir wollen endlich abnehmen, das Rauchen aufhören, gesünder leben, viel mehr Sport machen, meditieren, weniger arbeiten….. die Liste ist schier unendlich.“

Dami Charf,  Verhaltenswissenschaftlerin und Dipl. Sozialpädagogin, weiß, wie man den inneren Schweinehund in Schach hält:

„Voller Enthusiasmus beginnen wir mit den neuen Aktivitäten. Wir kaufen gesund ein, melden uns im Fitnessstudio an (Fitnessstudios machen momentan die Hälfte ihres Jahresumsatzes) und verabreden uns endlich wieder. Wir sind begeistert von uns!

Endlich schaffen wir es etwas zu verändern.

Der Enthusiasmus der ersten Tage gefolgt vom…

Der Kater folgt leider meist in sehr kurzer Zeit und mit ihm die darauf folgende herbe Enttäuschung. Waren es in der ersten Woche noch drei Besuche im Fitnessstudio und wir kamen mit stolzgeschwellter Brust nach Hause, um dort einen Salat zu knabbern, waren es in der zweiten Woche noch zwei Besuche und in der dritten hatten wir leider keine Zeit.

Ich denke, du weißt, worauf ich hinaus will…..

Die meisten Neujahrsvorsätze halten ca. 4 Wochen, wenn überhaupt.

Das ist ernüchternd bis frustrierend

Die Gründe, weshalb die meisten Veränderungsvorhaben „scheitern“ sind vielfältig. Die meisten Wirkfaktoren, die Veränderungen so schwer machen, sind den meisten Menschen nicht bewusst.

Allein die Annahme, dass Veränderung leicht sei, macht es noch schwerer den Weg echter Veränderung zu gehen. Unsere Annahmen und die Falschinformationen lassen uns Dinge erwarten, die nicht zutreffen. Wir sind dann noch schneller frustriert,resignieren und geben auf. Wir denken, wir seien „VersagerInnen“  und das alle anderen um uns herum es besser hinbekommen.

Das Leben ist Veränderung – so sagt man…

Es ist nur so, dass viele Veränderungen im Leben mit denen wir dann schließlich auch zurecht kommen (müssen) von uns gar nicht  gewollt oder initiiert wurden.

Es tut furchtbar weh, aber irgendwann finden wir uns mit der neuen Situation ab und vielleicht stellen wir sogar  fest, dass es uns  und unserem Leben gut getan hat!?

Veränderungen, die wir selbst kreieren, sind wesentlich schwieriger!

Veränderungen sind alles, nur nicht leicht

Unser Gehirn ist „stockkonservativ“ und lehnt Veränderungen grundsätzlich erstmal kategorisch ab. Dies scheint evolutionär in uns angelegt zu sein –  immer nach der Regel: „der Spatz in der Hand ist besser als die Taube auf dem Dach“.

So halten wir es denn durchaus lange in Situationen aus, in denen unsere Freunde schon lange sagen: „Warum tust du dir das an?“

Die Antwort ist leicht: wir wissen ja nicht, was statt dessen kommt und:  „Schlimmer geht immer!“

Unser Gehirn liebt die Sparflamme

Außerdem sind wir „Gewohnheitstiere“. Wir sagen dies oft so dahin, ohne wirklich zu erfassen, wie tief diese „Macht der Gewohnheit“ in uns geht. Man kann sagen, dass diese Macht der Gewohnheit unseren Alltag bestimmt und damit unser Leben.

Das Gehirn überlässt den Gewohnheiten das Steuer im Alltag. Daraus läßt sich schlußfolgern, dass  die Qualität unserer Gewohnheiten  die Qualität unseres Lebens bestimmt!

90% unseres Alltags wird von Gewohnheiten bestimmt

Gewohnheiten fliegen unterhalb unseres Bewusstseinsradars. Wir sind uns derer ganz häufig nicht bewusst. Wir machen was wir machen, ohne uns darüber klar zu sein, dass wir eine „lediglich“ Gewohnheiten ausüben.

Sobald wir etwas ändern wollen, gehen wir also gegen unser  stockkonservatives Gehirn und gegen unsere Gewohnheiten an.

Wille wird vollkommen überschätzt – du bist nicht schwach!

Du siehst, Veränderungen sind nicht einfach „mal so getan“. Und die viel beschworene Willenskraft hilft leider auch nur wenig. Diese wird nämlich komplett überschätzt. Uns steht ca. 15 min Willenskraft am Tag zur Verfügung. Mit diesem Vorrat kommen wir leider meist nicht weit. Es liegt also nicht an deiner mangelnden Willenskraft, wenn du es nicht schaffst, deine Veränderungswünsche  umzusetzen.

Ich will dich hier aber nicht total frustrieren. Ich möchte nur aufzeigen,  dass Veränderungen leider nicht „nebenher“ geschehen. Vielmehr  geschehen sie  – vor allem zu Beginn –  durch ganz viele Entscheidungen, die ich immer wieder neu treffen muss.

Veränderungen brauchen Raum, Zeit und Aufmerksamkeit!

Mitgefühl mit der eigenen Fehlbarkeit hilft ebenfalls. Viel Lob für die kleinsten Schritte ist sehr hilfreich.

Darf ich vorstellen: der Rückschlag

Veränderungen sind Prozesse und deswegen niemals gradlinig. Die gewünschte Veränderung kommt immer mit ihrem unerwünschten Geschwister einher, der da heißt „Rückschlag“. Rückschläge sind Teil des Prozesses und sollten von dir eingeplant werden.

Ein Rückschlag ist nur ein Moment, in dem nicht alles rund läuft. Du kannst dich entscheiden, den „Fehltritt“ zu akzeptieren, zu schauen, was dazu geführt hat und dann wieder weiter machen. Dann wirst du auch ankommen!

Zu guter Letzt:

Vor allem sollte jeder Mensch lernen, wie Veränderungen überhaupt in uns geschehen. Wir müssen wissen, wie unsere Psyche auf unsere Veränderungswünsche reagiert und wie wir so mit uns umgehen können, dass Veränderungen dennoch möglich sind.

Veränderungen haben eine Struktur und diese ist immer gleich. Egal, ob du deine Essgewohnheiten verändern willst oder täglich meditieren möchtest. Je mehr du dir diese Struktur zu nutze machen kannst, desto wahrscheinlicher wird der Erfolg.

Den ganzen Beitrag findest Du unter: https://www.traumaheilung.de/veraenderungen-sind-schwer/