Das Online-Business und der tiefe Fall aus dem Paradies – ein Blick darauf aus dem Medizinrad

Das Online-Business und der tiefe Fall aus dem Paradies – wohin es nach den „fetten Jahren“ gehen muss. Ein Blick darauf aus dem Medizinrad

„Wenn Dein Funnel gut aufgebaut ist, verkaufst Du alles – wie geschnitten Brot!“ „Du brauchst nur das richtige „Wording“, dann bringst Du alles an den Mann/die Frau“. „Fünfstellige Umsätze mit meiner Methode!“

Bis vor kurzem war der Online-Markt ein wahres Schlaraffenland. Doch langsam scheinen die Käufer aus der Illusionsblase aufzuwachen. Sie erkennen, dass die meisten Gratis-Produkte in einem Hochpreis-Coaching-Verkaufsgespräch enden. Der „Closer“, also der angeheuerte Profi für Abschlüsse, ist so perfekt psychologisch geschult ist, dass die Kreditkarte nach dem Gespräch plötzlich um 10.000 Euro oder mehr belastet ist. So zumindest im 2019-er Goldgräber-Jahr in der Funnel-Branche.

Und auch die Anbieter wachen auf. Das, was Social-Media-Coaches als super entspannte Gelddruck-Maschine anpriesen, die alleinerziehende Mütter innerhalb kürzester Zeit zur Millionärinnen machen, erweist sich als Knochenjob, der eine Menge Lebenszeit auffrisst.

Als Online-Unternehmer denkt man dann nur noch daran, welche Lebensszene gut im Feed kommen würde, welche Posts die besten Conversions-Raten haben, wie die Follower-Zahl wächst und wie man am schnellsten an Email-Adressen kommt, die man in den Funnel kippen kann, damit die Maschinerie flutscht.

WERDE TEIL DES ZWEI-KOMMA-CLUBS!

Funnel-Tycoone wie Rusell Brunson warben mit Slogans wie „You are just one funell away“ (Du bist nur einen Funell weit weg)  Away from what? Vom „Two Comma Club“. Der warb damit: „Jedes mal wenn einer deiner Funnel die 1 Million Dollar Umsatzmarke knackt, bekommst du eine der Two-Comma Club Trophäen, die du dir an die Wand hängen kannst. … Jedes mal, wenn ein weitere Funnel von dir 1 Million Dollar erreicht hat, bekommst du eine weitere Trophäe.“ Kaum ein US-Online-Anbieter, der sich damit nicht infizierte. Dabei war die Qualität des Angebots vollkommen zweitrangig. Hauptsache, ein „need“ wurde produziert, ein Mangel im Kunden erweckt und Knappheit suggeriert.

DIE WELLE SCHWAPPTE AUCH AUF DEN DEUTSCHEN MARKT

Und auch, wenn es hier weniger gewissenlos zuging, war der Hype ein ähnlicher. 2019 und 2020 ploppten an jeder Ecke, sprich: in allen Social Media Kanälen, ähnliche Funnels auf. Das Vorgehen ist dabei sehr ähnlich:

1. Füttere an mit kostenlosen Inhalt der „overperformt“, also so überdurchschnittlich abliefert, dass die Kunden von Dir wahnsinnig beeindruckt sind.

2.Schiebe ein „No-Brainer-Angebot“ nach. Also ein Angebot, das so günstig ist, das man es, ohne groß nachzudenken, kauft. Das muss natürlich auch „overperformen“

3. Du überspringst 2. und überschüttest danach Deinen potentiellen Kunden mit täglichen, ach was, stündlichen Emails und weist darauf hin, dass das Angebot, das Du gerade maßgeschneidert für ihn kreiert hast

  • für ihn, den potentiellen Kunden, ganz ganz besonders reduziert ist
  • und zwar ganz ganz besonders günstig – aber nur für ganz ganz kurze Zeit zu haben ist
  • und dass der Kunde ohne das Produkt weniger wissend, glücklich, zufrieden… bist.
  • Das Ganze am besten noch mit einem Countdown versehen.
  • Die letzten Mails werden dann so richtig drängend und machen Dir ein schlechtes Gewissen: „Was hindert Dich daran, mein unwiderstehliches Produkt zu kaufen? Ich habe Dir doch schon soooooo viel für fast umsonst gegeben? Was kann ich denn noch tun, damit Du endlich buchst?“

4. Du gehst in die Offensive und bietest kostenlose „Klarheitsgespräche“ an und/oder telefonierst alle Deine High-Potentials ab und bietest ein unglaublich effektives, ganz auf den Kunden zugeschnittenes, selbstverständlich hochpreisiges 1:1-Coaching an, in dem der Köder so ansprechend verpackt ist, dass der Kunde einfach nicht NEIN sagen kann. 

DIE BLASE PLATZT…

Liest man die Zeichen auf dem Online-Markt, so ist gerade ein Wandel erkennbar. Die Menschen sind satt, nein, geradezu überfressen mit kostenlosen Angeboten. Sie haben sich in Lockdown-Zeiten jeden nur kostenlos offerierten Online-Kurs heruntergeladen, sich Bundles, also ganze Bündel von Kursen zu Dumping-Preisen auf ihren Rechnern geladen – weil sie eben für billiges Geld einen riesigen Nutzen versprechen.

Die Klagen vor Gericht gegen Hochpreis-Coaches häufen sich. Etablierte Coaches distanzieren sich von den schwarzen Schafen der Coaching-Szene, die ein „schnell-im-Internet-reich-werden-Business- ohne-was-zu-können“ suggerieren. 

WIE KINDER IM SÜSSIGKEITENPARADIES HABEN WIR UNS ÜBERFRESSEN

Wie Kinder im Süßigkeitenparadies haben wir uns überfressen. Wir vertrauten den Coaches und glaubten fest daran, auf dem Markt mitmischen zu können.

 „JEDER IST IN IRGENDETWAS EXPERTE“

suggerierten uns die Online-Anbieter von „ich war früher eine unterbezahlte Aushilfskraft – jetzt habe ich ein Millionenbusiness – das kannst Du auch! – Kursen. Und schon verbrachten wir stunden-, tage-, monatelang vor dem Rechner und lernten, Online-Kurse zu konzipieren, Landingpages zu bauen, Facebook-Ads zu kreieren.

Wir arbeiteten an unseren Glaubenssätzen, polierten unseren Mindset auf, klärten unsere Werte und unser Verhältnis zu Geld, buchten Coaches, die uns helfen sollten, endlich erfolgreich auf dem Markt zu sein. Wir wollten auch endlich fünf- oder sechsstellige  Umsätze  – immer mit dem Slogan der verführerischen „Leader“ im Ohr: „wenn ich es kann, kannst Du es auch! „

UND JETZT? HAST DU EINE LÖSUNG, MIA?

Wenn ich nach Lösungen suche, lege ich das Thema  ins Rad, das Entwicklungsprozesse abbildet. Egal, ob es sich um persönliche, berufliche, gesellschaftliche oder kulturelle Prozesse handelt. Ich kann also den Entwicklungsprozess eines Kunden, eines Anbieters, oder auch des Markts betrachten

DAS ONLINE-BUSINESS IM „SÜDEN“

Der Süden im Medizinrad ist der Platz der unschuldigen Kinder. Sie sind neugierig und allem Neuen aufgeschlossen. Sie wollen alles JETZT sofort, möglichst VIEL, möglichst UMSONST. Ein Leben im Schlaraffenland, das unendlichen Nachschub, ohne selbst etwas dafür zu tun, bietet.

Der Süden hat kein Gewissen – es gibt keine Konsequenzen, Moral oder ethische Bedenken. Regeln sind dazu da, um gebrochen zu werden. Das ICH ist der wichtigste und einzigste Fixpunkt – alles dreht sich um ddie eigene Person und ein Gegenüber ist dazu da, die eigenen Bedürfnisse zu bedienen. Und das möglichst schnell, zack, zack.

WIE BUSINESS IM SÜDEN FUNKTIONIERT:

Ein Business im Süden funktioniert, wenn der Kunde ganz ganz viel und das am Besten sofort und möglichst umsonst bekommt und der Anbieter erst einmal ganz ganz viel liefert. Und das, vermeintlich umsonst. Bei Eltern und kleinen Kindern klappt das wunderbar. 

Da Reflektion keine Fähigkeit des Südens ist, denkt der Süd-Konsument nicht über den Preis nach – er konsumiert. Bis er an einem Punkt kommt, wo er sich so überfressen hat, dass er sich übergeben muss. Und vielleicht – mit einem fetten Kater – aufwacht…

Dem Anbieter ist im Süden der Kunde vollkommen egal. Er ist nur Mittel zum Zweck. Mittel, um an die erste Million heranzukommen. Seine Gefühle, seine Bedürfnisse werden nicht wirklich gesehen. Es geht allein um die Großartigkeit des Unternehmers, dessen Glanz und die bedingungslose Gefolgschaft der Follower, die brav ihren Geldbeutel zücken. 

Der Süd-Unternehmer weiß instinktiv genau, wo dem Kunden der Schuh drückt. So wie eben Kinder genau wissen, welchn Knopf sie drücken müssen, damit die Eltern „spuren“. Er kennt den Leidensdruck und die Schmerzpunkte und weiß, damit zu spielen. Er kann Mangel kreieren und gleichzeitig Lösungen anbieten. Er spielt auf der psychologischen Klaviatur der Kunden und zwar so gekonnt, dass er ihn, ohne dass er es merkt, verführt, zu kaufen.

Der Süden-Anbieter „spielt“ Unternehmer und baut sich eine Rolle auf, die er mit ganz viel Statussymbolen aufrecht zu erhalten versucht. Dazu braucht er eine Menge „Ressourcen“, die er in sich nicht hat – also sucht er sie im Aussen: er holt sich den Kick

  • durch ein, zwei oder drei Gläser Wein (man hat schließlich hart gearbeitet und es sich verdient)
  • dämpft den inneren Druck durch Zigaretten oder legalen oder illegalen „little helpers“,
  • exzessiven Sport,
  • Kampfshopping,
  • Binge-Watching…
  • irgendetwas, das die innere Leere füllt.

DIE SCHWELLE VOM SÜDEN IN DEN WESTEN

In dem Moment, in dem ich mein Gegenüber, also ein „Du“ wahrnehme, bin ich auf der Schwelle in den Westen. Ich sehe als Konsument zum ersten Mal den Anbieter. Sehe seine Anstrengungen, seine Wünsche, Hoffnungen und Träume. Sehe, was er für Leistung erbringt, wieviel er in Vorleistung geht. Sehe den Wert den er erbringt.

Als Anbieter sehe ich da vielleicht zum ersten Mal meinen Kunden als Menschen aus Fleisch und Blut, nicht nur als Nummer auf meinem Digistore-Account.  Ein Mensch, der gesehen werden will, mit eigenen Bedürfnissen, mit Träumen und Ängsten. ein Suchender, der so viel Hoffnung in die Begegnung mit Dir legt.

DAS ONLINE-BUSINESS IM „WESTEN“

Im Westen geht es ums SELBST. Und das entsteht in der Auseinandersetzung mit Gefühlen. Selbstwert, Selbstanerkennung, Selbstzweifel, Selbstkritik, Selbstwahrnehmung, Selbstbestimmung. Das größenwahnsinnige ICH muss durch den transformativen Prozess in der Drachenhöhle gehen, in der die Drachen alter Verletzungen warten. Und die raunen:

  • „Du bist nicht gut genug!“,
  • „Du wirst es nie schaffen!“,
  • „und irgendwann kommt raus, das Du ein Blender bist!“

All diese Selbstzweifel-Drachen warten darauf, gesehen zu werden. Beschäftigt man sich als Anbieter mit den Drachen, stellen sie einen unermesslichen Schatz zur Verfügung:

SELBSTWERT UND SINN – DIE GEBURT VON „SOCIAL SELLING“

Erst, wenn ich durch den Prozess der Selbstwerdung gehe, entsteht ein Gefühl von Sinn für das, was ich anbiete und wofür ich stehe. Die egozentrierte Business-Strategie weicht langsam einer seelenzentrierten, in der es um einen wirklichen Kontakt geht. 

DIE SCHWELLE DER SELBSTFÜRSORGE UND SELBSTVERANTWORTUNG ZWISCHEN WESTEN UND NORDEN

Um seinen Platz im Norden einzunehmen – als Teil der Gemeinschaft bzw. der Gesellschaft, die sich fürsorglich um die Mitglieder ihrer Tribe (die im Kleinen in der Familie beginnt und im großen kosmischen Ganzen endet)  – gilt es eine wichtige Schwelle zu übertreten:

DIE SCHWELLE DES RECHTEN MAßES

Im Norden ist der Archetyp des Königs/der Königin zu finden. Ist man als König/Königin in der Fülle, so sorgt man für die Gemeinschaft. Man fragt sich dabei:

  • wen gilt es zu unterstützen?
  • wer braucht Raum zur Entfaltung?
  • wer muss angeleitet, wer angefeuert, wer gebremst werden?

immer im Hinblick auf das Wohl der ganzen Gemeinschaft. Ist man als König/Königin im Mangel, so sind einem die eigenen Bedürfnisse wichtiger als die seiner Anvertrauten. Man wird leicht tyrannisch und „benutzt“ eher als dass man „nutzt“.

DAS ONLINE-BUSINESS IM „NORDEN“

Im Norden wird der Online-Unternehmer und seine Produkte „erwachsen“.  

  • Er ist an seinen Drachen gewachsen,
  • hat die Schätze integriert,
  • hat Zugang zu seinen Ressourcen und
  • kann Strategien entwerfen, die das Gemeinwohl im Blick haben.

DIE GEBURT EINES SOUL-BUSINESS

Bei einem Soul-Business geht es nicht mehr um „das schnelle Geld“ sondern um eine nachhaltige Form der Umsatzgenerierung. Man muss nicht mehr „Unternehmer“ spielen sondern ist durch den Gang in den Westen authentisch gereift. Das Wohl seiner Community liegt ihm am Herzen und er unterstützt mit Herz, Hand und Verstand deren Weiterentwicklung, ohne den Blick auf sich selbst zu verlieren.

„ein Soul-Business-Unternehmer hat gelernt, sich materiell, emotional, strukturell und spirtuell zu versorgen und einen Überschuss zu produzieren, den er anderen zur Verfügung stellen kann“ Mia Brummer

 

Er hat gelernt, zu delegieren, ein Team | eine Tribe um sich gebildet, das die gleichen Werte hat und die selbe Vision | Mission verfolgt. Er ist im WIR angekommen. AUTHENTIZITÄT, KLARHEIT, FÜRSORGE und VERANTWORTUNG sind die Pfeiler seines Wirkens. Er ist sich den Rhythmen eines zyklisch geführten Unternehmens bewusst und bevorzugt organisches Wachstum.

Er hat sein eigenes Rad im Blick, ist gut an seinem eigenen Süden, Westen, Norden und Osten angeschlossen und kann ausgleichend einwirken.

UND JETZT? 

Ich kann nicht voraussagen, wie sich der Online-Business-Markt in den kommenden Jahren verändern wird – dass er sich verändern wird, ist sicher. In dem Maße, wie wir persönlich wachsen und reifen, in dem Maße werden sich auch unsere Produkte verändern und auch die Art, wie wir sie präsentieren.

Gehe ich den zyklischen Weg des Medizinrads, würde es mich an diesen Prozess erinnern: 

I. Erkennen

Wo stehe ich gerade in meinem Business? Welche unbewussten Schattenthemen laufen dadurch mit?

II. Ausrichtung

Wo will ich „eigentlich“ hin? Worum geht es mir? Um Süd-Ziele wie Geld und Ruhm? Um West-Ziele wie Anerkennung? Um Nord-Ziele wie Nachhaltigkeit und Gemeinschaft? Um Ost-Ziele wie globale Veränderungen in meinem Tätigkeitsfeld?

III. Transformieren

Dabei geht es nicht darum, das ganze bisherige Unternehmen „einzustampfen“ und hinzuwerfen sondern die Teile auszutauschen, die der neuen Ausrichtung entgegenstehen. Das können Werte, Verkaufsstrategien, Produktinhalte etc. sein

IV. Neukreieren

Aus der Verbindung alter, tragenden Teile meines Unternehmens und neuen Ideen kreiere ich – im Blick auf meine neue Wertekultur und einer nachhaltigen Kundenbeziehung – im Feld der unbegrenzten Möglichkeiten ein Win-Win-Wirkfeld.

V. Implementieren

Das noch inmaterielle Wirkfeld in die Realität umzusetzen und Mehrwert auf den Markt zu bringen. Mit neuen Werten, die dem Leben dienen. In neuer Form, die „artgerecht“ sind. 

Wie siehst Du den aktuellen Online-Business-Markt? Was hast Du als Anbieter bzw. als Konsumentt erlebt? Ich freue mich, wenn Du Deine Gedanken dazu mit mir teilst.

quarter life crisis | mid career crisis | midlife crisis – geht’s denn auch ohne Krisen?

quarter life crisis | mid career crisis | midlife crisis – geht’s denn auch ohne Krisen? Woher sie kommen, wohin sie gehen und 3 Tipps zur Bewältigung

Kaum ist man aus einer Krise heraus, so scheint es, folgt auch bald die nächste. Sieht man sein Leben als einen Parcours von „Schneller, Höher, Weiter“, so könnte man schlussfolgern, dass man anscheinend die „A-Karte“ gezogen haben muss bei der Verteilung von Lebensentwürfen.

Erlaubt man sich jedoch einen zirkulären Blick auf Krisen zu werfen, erkennt man, dass sie immer dann entstehen, wenn die Seele bereit ist, zu wachsen. Wenn sich das ICH aus seiner alten Konzept-Haut schälen möchte. Wenn man den inneren Ruf hört, sein Wesen zu erweitern. Die vollen 360 Grad seines Lebens in seiner Tiefe zu erfahren.

Und die entdeckt man nur, in dem man bisher unentdeckte innere Räume erkundet, deren Schwellenwächter einen beim ersten Kontakt ziemlich einschüchtern können.

Doch lieber zurück in die bekannte Komfortzone? Die mag zwar zwicken, doch diesen Schmerz kennt man bereits. Wer weiß, ob es außerhalb der Komfortzone nicht noch schmerzhafter ist? Und wer weiß, was passiert, wenn man die bekannte Welt hinter sich lässt. Wer ist man dann?

Über sieben Brücken muss Du gehen… 

Peter Maffay beschrieb sehr poetisch  in seinem Song die Lebenskrisen, die jeder Mensch durchschreiten muss. Der Psychoanalytiker Erik H. Erikson rundet in seinem „Stufenmodell der psychosozialen Entwicklung“ insgesamt auf acht solcher Phasen und Herausforderungen auf. Diese Phasen, so Erikson, bauen aufeinander auf. Jede von ihnen enthält eine Krise, die zugleich einen Schatz bereithält und somit auch eine Chance auf inneres Wachstum ist. Gelingt uns das Bergen des Schatzes nicht, bleiben je nach Phase Defizite zurück, „die wir auf dem weiteren Weg wie eine übervolle, schwere Windel hinter uns herziehen“, so Tim von MyMonk

Die Folge davon: ein Mangel an Vertrauen in die Welt oder die Menschen oder uns selbst. Starke Schuldgefühle. Verlustängste. Ein Leben, das nur von Vermeidungsstrategien zusammengehalten wird oder in eine permanente Todessehnsucht mündet.

Welchen Herausforderungen gilt es zu begegnen?

  1. Ur-Vertrauen oder Ur-Misstrauen im 1. Lebensjahr
  2. Autonomie oder Scham und Zweifel im 2. bis 3. Lebensjahr
  3. Initiative oder Schuldgefühl im 4. bis 6. Lebensjahr
  4. Kompetenz oder Minderwertigkeitsgefühl im 6. Lebensjahr bis in die Pubertät
  5. Identitätsfindung oder Identitätsverwirrung und Ablehnung in der Jugend zwischen dem 12. bis 18. Lebensjahr
  6. Intimität und Gemeinschaft oder Isolierung im frühen Erwachsenenalter zwischen 18. bis 30. Lebensjahr
  7. Schaffenskraft oder Stagnation und Selbstbezogenheit (im mittleren Erwachsenenalter zwischen 30. bis 50.
  8. Integrität vs. Verzweiflung im reifen Erwachsenenalter zwischen 50. Lebensjahr bis zum Lebensende

Es ist die Seele, die uns diese Aufgaben stellt. Sie will sich erweitern; Wachstumsschmerzen sind dabei Teil des Prozesses. Liebevoll führt sie uns immer und immer wieder an die „Wachstumsfugen“, Initiations-Schwellen, die überschritten werden wollen. Verweigert man sich, so dreht man eine Runde und wird erneut mit der gleichen Aufgabe, jedoch in einem neuen Gewand, einem neuen Partner, einer neuen Arbeitsstelle konfrontiert.

Was sind nun typische Anzeichen einer Krise?

  • Zukunftsangst, ein Unbehagen, wenn man an die nahe Zukunft denkt
  • Ungewissheit über die Qualität der bisherigen Leistungen und Erfolge im Leben
  • Unzufriedenheit mit der beruflichen Stellung
  • Nostalgie und Zurückwünschen in die Zeit, als alles noch einfacher war
  • die Tendenz, gefestigte, unverrückbare Meinungen zu einem Thema zu haben
  • soziale Interaktionen mit anderen langweilen
  • das Gefühl von Einsamkeit
  • Frust und Konflikte in Beziehungen sowie in der Arbeitswelt
  • das Gefühl, dass alle um einen herum besser und erfolgreicher sind als man selbst
  • sich „nicht gut genug“ zu fühlen, wenn man keinen, den eigenen Fähigkeiten entsprechenden Job hat
  • Persönlichkeitsunsicherheit und Identitätskrise

Eine Krise zeigt deutlich an, dass das aktuelle Lebenskonzept nicht mehr passt. Die einst leise Stimme der inneren Unzufriedenheit wird immer lauter und übertönt am Ende sämtliche „Krisenvermeidungs-Beschwichtigungsversuche“ wie zum Beispiel

  • deckeln mit einem ZUVIEL (zuviel Alkohol, Zigaretten, Drogen, Sport, Shoppen, TV-binge-watching)
  • es sich schönreden
  • durch wilden Aktionismus übertünchen
  • nicht die Verantwortung übernehmen
  • sich leidtun und bedauern und sich bedauern lassen
  • eine Scheinwelt mit alternativ facts kreieren
  • anderen helfen und sich dabei gut fühlen (und dadurch die eigenen Themen vermeiden)
  • auf das Gegenüber projizieren
  • alles ins Lächerliche ziehen
  • dramatisieren
  • intellektualisieren
  • leugnen

Welche Möglichkeiten gibt es, einer Krise begegnen?

Es gibt viele unterschiedliche Arten, einer Krise zu begegnen. Sie zu ignorieren wird nur eine kurze Weile helfen. Krisen sind ziemliche penetrant, wenn man sie nicht ernst nimmt. Die Möglichkeiten möchte ich hier vorstellen:

Möglichkeit 1: Durchmogeln

 

Dunkelhaarige Frau, die ihre Augen mit einem Sc heller verbunden hat

 

Beim „Durchmogeln“ nimmt man sich in alter Form in die neue Lebensphase mit. Mit den alten Werten, den alten Ängsten, den alten Strategien, Unbequemes zu vermeiden.

Nehmen wir als Beispiel einen Pubertierenden, der an der Schwelle zum Erwachsensein steht. Verwehrt er sich der Krise, so tritt der Jugendliche mit seiner Egozentriertheit in die Erwachsenenwelt ein.

Er erkennt weder den Sinn, der Selbstfürsorge noch wird er Verantwortung für sein Handeln übernehmen – Beides Fähigkeiten, die in einem vollständig durchlaufenen Krisenbewältigungsprozess erworben werden könnten. Der junge Erwachsene entwickelt keine Selbstwert-Tiefe, seine Konturen bleiben verschwommen und müssen durch materielle Attribute aufgewertet werden. Mein Auto, mein Haus, meine Jacht. Da sich diese abnützen und laufend durch neuere Versionen optimiert werden müssen, nimmt die Jagd nach neuen Superlativen einen Großteil der Lebenszeit eines Pubertätsveteranen ein. Er hechelt seinem Ideal-Ich immer hinterher.

Möglichkeit 2: die Flucht in die Depression oder in psychosomatische Krankheiten

 

Teddybär, der einen Verband um sein rechtes Ohr trägt

 

 Der promovierte Psychologe Calos Zumstein, der jahrelang selbst mit Depressionen zu kämpfen hatte, gewährt in seinem Buch Reise hinter die Finsternis schonungslos Einblicke in sein eigenes Seelenleben. Er erklärt: Depressionen sind die Folge der verhinderten Suche nach Lebenskraft. 

Franz Gabriel Alexander, Psychoanalytiker und Mitbegründer der psychosomatischen Medizin, entdeckte in den 1950er Jahren den Zusammenhang zwischen Psyche und Körper: wenn die Psyche innere Konflikte nicht mehr verarbeiten kann, übernimmt der Körper in Form von somatischen Beschwerden. Die „Holy seven“, der klassische Katalog von psychosomatischen Krankheiten, umfasste sieben typische Krankheitsbilder, die darauf schließen lassen, dass die Psyche an den Körper delegiert

  1. Ulcus ventriculi(Magengeschwür) und Ulcus duodeni (Zwölffingerdarmgeschwür)
  2. Asthma bronchiale(Bronchialasthma)
  3. Rheumatoide Arthritis(Chronische Polyarthritis)
  4. Neurodermitis(Hauterkrankung)
  5. Essentielle Hypertonie(Bluthochdruck)
  6. Hyperthyreose(Schilddrüsenüberfunktion)
  7. Colitis ulcerosaMorbus Crohn(chronisch-entzündliche Darmerkrankungen)

Auch die Migräne zählen einige Autoren zu den Holy Seven.

Möglichkeit 3: sich den inneren Drachen stellen

 

Nahaufnahme eines Echsenauges

 

Stellt man sich den inneren Drachen, die sich immer und ohne Ausnahme aus den Wunden der Vergangenheit kreiert haben, so erhält man einen wertvollen Schatz zurück. Denn ein jeder dieser Drachen ist der Hüter eines ganz besonderen Schatzes: die abgespaltene Lebenskraft. Zusätzlich erhält man die Kraft zurück, die bisher dazu genutzt wurde, die Wunde zu deckeln, Abwehrmechanismen aufrecht zu erhalten und sich der Konfrontation zu entziehen.

Die Begegnung mit dem Drachen und seiner Geschichte ist Teil der einzigartigen Individuationsreise, in der ein Mensch durch die Bewältigung einer Krise eine weitere Schicht seines Seins erfährt (ich bin… und noch viel mehr als das).

Wer kann mich durch eine Krisenphase begleiten und wie?  – 3 Tipps zur Krisenbewältigung

Es gibt einige Möglichkeiten, Krisen bewusst und sehenden Auges zu durchschreiten. Dazu bietet sich an, den Prozess in Begleitung zu erfahren. Neben einer therapeutischen Begleitung gibt es auch initiatische Begleiter, die in einem rituellen Rahmen durch den Prozess führen.

1) Die Visionssuche

 

 

12 Tage, in denen man sich im Kreis von Gleichgesinnten auf Spurensuche begibt und dem, was geboren werden will, den Raum gibt, sich zu zeigen.

Die ersten vier Tage erforscht man dabei seine Ressourcen, seine Drachen und mögliche Wege, die gegangen werden wollen. Bis man auf den Seelenpfad trifft, der sich in einer Absicht zeigt, die man dann 100 Stunden mit raus in die Natur nimmt. Ohne festem Dach überm Kopf, ohne Essen, ohne Verpflichtungen – einfach nur Sein.

Und irgendwann da Draußen geschieht es. Die zivilisatorische Haut fällt ab. Und die Essenz schimmert durch das alte Ich. Dieses zarte Wesen wird ganz sanft im Kreis der Gruppe aufgenommen, die sich nach der Auszeit erneut versammelt. Die Zeit des Integrierens beginnt.

Ein Tipp für Schnellentschlossene: Die nächste Visionssuche mit Mia und Markus Zielke startet vom 10.-20.08.2021 im Chiemgau

2) Die Heldenreise

 

ein kleiner Junge mit Heldenumhang streckt die rechte Hand nach oben

 

Joseph Campbell, erforschte das Gebiet der Mythologie weltweit – von der Antike bis zur Moderne. Dabei versuchte er, „universelle Erfahrungsmuster“ aufzuzeigen, die sich in allen Mythologien dieser Erde nachweisen ließen. Er griff unter anderem auf die tiefenpsychologischen Erkenntnisse Carl Gustav Jungs zurück. Campbells Zyklus der Heldenreise wurde von zahlreichen Therapeuten und Coaches zu einem initiatorischen Training weiterentwickelt. Insbesondere Paul Rebillot entwickelte aus dem von Campbell dargestellten mythischen Zyklus den Selbsterfahrungsprozess der Heldenreise. Durch Phantasiereisen, Inszenierungen, Tanz, Körperarbeit, Methoden der Gestalttherapie und kreative Techniken wird den in der Gruppe arbeitenden Teilnehmern möglich, einschränkende, negative Selbst- und Weltbilder zu erkennen und sie durch den ritualisierten Prozess aufzulösen.

Dieser Selbsterfahrungsprozess kann sowohl in Gruppen als auch in Einzelcoaching erfahren werden. Ich biete die Heldenreise als Einzelcoaching in München an. Hier geht`s zum Kontaktformular

3) Das Medizinrad als Orientierungs- und Prozesstool zur Selbstaktualisierung

 

 

Am liebsten hätten wir doch eine Gebrauchsanleitung, wie entspanntes Leben geht.

Oder zumindest eine einfache Erklärung, wie wir aus dem alltäglichen Hamsterrad aussteigen können. Was, wenn es tatsächlich eine Art „Gebrauchsanleitung“ gibt? Unsere Vorfahren kannten sie noch. Durch genaue Beobachtung der Natur erkannten sie die ewigen Kreisläufe des Lebens und konnten dadurch mehr Sicherheit und Vertrauen ins Leben aufbauen. Was unseren Vorfahren dabei klar war, ist, dass wir den gleichen Abläufen, Prozessen und Naturgesetzen unterliegen, wie alles, das lebt. Aus der unmittelbaren Erfahrung heraus entwickelten sie Lebensrad-Modelle, die persönliche wie gemeinschaftliche Entwicklungsprozesse erklären und begleiten. Eine Art „Gebrauchsanleitung“, wie wir funktionieren.

In unserem linearen Alltag sind wir ziemlich abgeschnitten von unseren inneren Jahreszeiten. Wir haben keine Ahnung mehr, wann es der beste Zeitpunkt ist, den Nährboden für Projekte zu bestellen, wann wir Ideen säen sollen, wann es die beste Zeit ist, wildgewachsene Triebe abzuschneiden oder wann Winterruhe angesagt ist. So wie wir Erdbeeren zu jeder Jahreszeit kaufen können, so glauben wir auch, im andauenden Perfektions- und Leistungsmodus laufen zu können, ohne auszubrennen.

Stell` Dir vor, Du kommst mit 360 Grad Fähigkeiten und Möglichkeiten auf die Welt. Im Laufe des Erwachsenwerdens, durch die Erziehung und Deinen Erfahrungen, dem Umfeld, in dem Du lebst und das Dich prägt, erlebst Du so viele verletzende Situationen, dass Du Dich in eine kleine Ecke zurückziehst, die Du dann „Komfortzone“ nennst. Am Ende lebst Du dann vielleicht 20 oder 30 Grad Deiner Möglichkeiten. Weil alles andere Angst macht. Und doch ist die Sehnsucht groß, mehr zu leben, anders zu leben, endlich anzukommen. Dieses Sehnen mag zu Beginn nur ein Flüstern in unserem Innern sein. Doch irgendwann kannst Du es nicht mehr überhören.

Ich führe seit mehr als 15 Jahren Interessierte in das Wissen des Lebensrads ein, begleite durch den anstehenden zyklischen Prozess und helfe beim Implementieren der hinzugewonnenen Erkenntnisse.

Aktuell in meinem neuen Programm:  100 hours into Integral LeadershipBusiness meet Deep Ecology 

Du willst weitere Informationen dazu? Hier geht`s zum Kontaktformular

 

Frag doch im Zweifel mal `nen Baum: die Medizinwanderung als Spiegel Deiner Seele

Mia in Bali eine Pflanze berührend

Frag doch im Zweifel mal `nen Baum: die Medizinwanderung als Spiegel Deiner Seele

Nehmen wir doch einfach mal an, Du hast ein Problem.

  • Du kannst es ignorieren.
  • Du kannst es in Dein Tagebuch schreiben.
  • Du kannst es mit Deinen Freundinnen besprechen.
  • Du kannst es mit Deinem Therapeuten analysieren.
  • Du kannst es auch raus in die Natur mitnehmen und eine Medizinwanderung machen.

Der Unterschied?

Alle Varianten, in denen Du Menschen zur Klärung Deines Problems miteinbeziehst, werden Dir ungefilterte Lösungsvorschläge geben, die aus dem Erfahrungs-Raum Deines Gegenübers kommen.

Was ich damit meine?

  • Deine geschiedene Freundin sieht Dein Beziehungsproblem durch ihren Schmerz-Filter.
  • Deine verliebte Freundin sieht Dein Beziehungsproblem durch ihre rosarote Brille.
  • Ein Therapeut sieht Dein Beziehungsproblem durch den Filter seiner Therapieform und seiner eigenen Beziehungserlebnisse.
  • Die Natur nimmt Dich – ohne Filter, Brille oder Wertungen –  in ihrem Raum auf und Du erkennst darin nur das, womit Du in Resonanz gehst.

Was ist eine Medizinwanderung und wie geht sie?

Die Medizinwanderung ist ein Gang in die Natur, der Dir in einem rituellen Rahmen als Spiegel Deiner Seele dient. Nimm Dir dafür – sofern es Dir möglich ist – mindestens drei Stunden Zeit. Gehe dabei in die Natur, ohne festen Plan, ohne vorher fixierte Route. Gehe alleine. Damit Du Dich aus dem Profanen des Alltags herauslöst, markierst Du zu Beginn eine Schwelle. Das kann ein Aststück sein, der Übergang vom Weg ins Gras, ein Gartentor, ein gebogenes Baumtor – Du wählst Deine Schwelle. Bevor Du die Schwelle übertrittst wirst Du Dir noch einmal bewusst, warum Du über die Schwelle gehst. Es geht darum, eine klare Intention zu setzen.

Bist du einmal losgegangen, kannst du jederzeit verweilen, wo, und solange du willst. Folge deinen Impulsen, höre auf deinen Bauch, sei spontan und vermeide auf jeden Fall konkrete Wege – Planung oder einen zielorientierten Marsch. Sei dabei absichtslos und ohne Erwartung. Sei wachsam und beobachte genau, was draußen und „drinnen“ vor sich geht. Spüre, wenn du dich in eine bestimmte Richtung oder zu etwas Konkretem hingezogen fühlst. Lausche auf das Lebendige in Allem… Du gehst für einen Moment auf eine Pilgerschaft über den klaren Spiegel der Natur. Sieh immer wieder deine eigenen Spuren an und lies die Zeichen, die du darin findest. So wirst Du den „schweigenden Dialog“ zwischen dir und der Natur beginnen.

Am Ende Deiner Wanderung, trittst du mit der gleichen Achtsamkeit und Aufmerksamkeit über die Schwelle, zurück ins „profane“ Leben.

Tabus bzw. Gebote während einer Medizinwanderung

Schweige-Gebot: Gehe alleine über die Schwelle. Nimm auch keinen Hund mit, der Dich einfach zu sehr von Deiner Intention ablenken würde. Nimm keinen Kontakt aktiv zu Menschen auf, denen Du begegnest. Bleib bei Dir und lass Dich nicht ablenken.

Kein festes Dach über dem Kopf: setze Dich dem Wetter aus, verbringe Deine Zeit nicht in einer Gaststube, in die Du Dich flüchtest, weil es zu regnen beginnt J Selbstverständlich kannst Du einen Unterschlupf nutzen, bleib jedoch in der Natur. Achte einfach auf die richtige Kleidung, wenn Du losgehst und nimm Dir gegebenenfalls einen Rucksack mit Wasser/Tee mit

Keine Nahrung (nur Wasser) Essen „deckelt“ das, was möglicherweise gesehen werden möchte. Nimm daher kein Essen, keine Süßigkeiten mit.

Handy auf Flugmodus schalten Es macht keinen Sinn auf Medizinwanderung zu gehen, wenn Du einen wichtigen Anruf erwartest. Dann bist Du in Gedanken nicht voll bei der Wanderung.

Keine Uhr Falls Du am Ende der Medizinwanderung an die Zeit erinnert werden möchtest, dann stelle Dir einen Wecker am Handy. Besser noch, Du gehst bei der Medizinwanderung in einen zeitlosen Raum ohne fixe Termine danach.

Keine Musik, Keine Zigaretten alles, was Dich ablenkt oder Seelenbewegungen deckelt, solltest Du zuhause lassen. Denn wenn Du Bedürfnisse, die hochkommen, gleich befriedigst, wird Dir der Raum, der darunter steckt, nicht offenbar.

Nicht vorab erzählen, keine fertige Erlebniserzählung aufschreiben. Wenn Du das Erlebte aufschreibst, dann ist es „in Stein gemeisselt“, denn dann wirst Du die Geschichte in dieser Form immer wieder nacherzählen. Lässt Du die Geschichte in Deinem Geist weiterhin offen und ungebündelt, kann sich beim Erzählen immer wieder Neues zeigen.

Der klare Blick von außen, kann dabei helfen, unentdeckte Aspekte wahrzunehmen.

Das Teilen im Kreis weitet den Blick auf das in der Medizinwanderung Erlebte und öffnet neue Perspektiven. Was ist nun das Besondere an einem Spiegel: der Spiegelnde erteilt keine Ratsschläge oder interpretiert bzw. analysiert die Geschichte Deiner Medizinwanderung, sondern fügt weitere Facetten hinzu. In etwa wie bei einem Kaleidoskop, das mit den gleichen farbigen Objekten immer wieder neue Formen entstehen lässt. Welche Form ich dabei zu mir nehme und welche ich stehen lasse, bleibt dabei ganz mir selbst überlassen und muss auch nicht erklärt werden.

Wie und warum arbeite ich mit „Medizinwanderungen“

Wenn ein Klient zu mir kommt, dann versucht er mir in der Regel sein Thema, seine Herausforderung, seine Ansicht, seine Realität ganz genau zu erklären. Insbesondere, warum er/sie sich als Opfer sieht und der/die andere/n Schuld sind.

Viel schneller kommen wir jedoch zum Punkt, wenn wir nicht die jahrelang befahrene Autobahn aus Gedanken, Emotionen, „ich sagte, er sagt, sie sagt“ nehmen, sondern einen ganz unkonventionellen Weg einschlagen, in ein vollkommen neues Terrain: die Medizinwanderung.

Dies ist zum Beispiel eine Medizinwanderung, die ich meinen KlientInnen gerne zu Beginn unserer gemeinsamen Reise vorschlage:

„Gehe über die Schwelle und finde in der Natur einen Gegenstand, der Dich repräsentiert. Lege oder stelle den Gegenstand, der Dich repräsentiert auf die Erde, drehe ihm den Rücken zu und gehe eine Stunde in die entgegengesetzte Richtung (ohne Dich umzudrehen). Nach einer Stunde drehst Du Dich um und folgst Deiner eigenen Spur um Dich wieder zu finden.“

Die Geschichte, mit der der Klient zurückkommt, erzählt so viel mehr über seine Art, mit sich selbst und seinen Herausforderungen umzugehen, als das übliche freie Erzählen. Zudem erfährt er/sie es in einem vollkommen wertfreien Raum und er/sie hat das Erlebte zutiefst erfahren. Als seine/ihre Wahrheit.

Ich habe nun die Möglichkeit, die Geschichte auf vielerlei Weisen zu spiegeln. Ich kann es als Mythos spiegeln, als Ressourcengeschichte, kann den Umgang mit Ängsten hervorheben, kann den Augenmerk auf unterschiedliche Momente der Geschichte legen: kurz – kann meinen Klienten auf neue Facetten hinweisen.

Was bringt es Menschen, auf Medizinwanderungen zu gehen?

Hier möchte ich Menschen zu Wort kommen lassen, die seit einiger Zeit auf Medizinwanderung gehen:

1) Wie haben Dir die Medizinwanderungen und die Spiegel in Deinen Prozessen geholfen?

„Medizinwanderungen haben immer meine Wahrnehmung erweitert, mein Verständnis der Situation, haben mir geholfen Antworten auf Fragen zu bekommen, haben mir die Augen geöffnet für die Lage, in der ich mich, oder nahe Verwandte sich befunden haben, haben mir geholfen Bruchstücke meiner Wahrheit zu erkennen. Es hat sich auch oft etwas in mir oder dem Umfeld bewegt, „aus heiterem Himmel“! Auch wenn ich mich nicht immer mit Freuden oder „Erwartungen“ auf den Weg gemacht habe, noch nie bin ich ohne Hinweis, Hilfe, Erkenntnis geblieben.“

„Die Medizinwanderungen habe ich immer als spielerische Herangehensweise an ein Thema gesehen. Wo man sonst verkopft durch die Gegend läuft – erweitert sich bei einer Medizinwanderung die Wahrnehmung. Auf einmal kommen alle Sinne dazu, man hört zu, man sieht, man nimmt wahr – natürlich mit Intention. Was die Medizinwanderung mir sagen soll, dazu hilft der Spiegel. Oft waren die Spiegel bei mir Aha-Effekte, die eine Nuance aufgedeckt haben an meiner Wanderungsgeschichte, die mir so gar nicht bewusst war. Das Detail, das noch einmal hervorgehoben wird, damit es auch gesehen wird. Spannend fand ich auch am Spiegeln, mit wie vielen Blickwinkeln man eine Geschichte sehen, mit wie vielen Ohren man einer Geschichte zuhören kann.“

„Mir haben die monatlichen Medizinwanderungen sehr viel geholfen. Es hat sich beim mir viel bewegt, Themen haben sich gelöst, ich habe viel Kraft geschöpft und ich bin jetzt viel mehr zu mir gekommen. Wichtig war für mich schon der Prozess des in-mich-Hinenspürens, welches Thema gerade ansteht und das Formulieren einer kurzen und klaren Frage. Alleine hier ist schon sehr viel bei mir passiert und in Bewegung gekommen. Sehr beeindruckend und berührend waren für mich auch Deine Rückmeldungen zu meinen Frageentwürfen, die ebenfalls schon sehr viel bewegt haben! Vielen Dank Dir dafür!“

„Das Spiegeln war ein weiterer wichtiger Teil für mich. Hierdurch hat meine eigene Medizinwanderung nochmals eine ganz andere Dimension und eine viel tiefgehendere Bedeutung für mich bekommen. Eine echte Bereicherung waren für mich auch die Geschichten und das Spiegeln der anderen Personen. Sehr ereignisreich waren für mich auch immer die Tage nach den Medizinwanderungen. Hier ist auch immer noch einiges passiert.“

„Der Prozess bekommt einen Freiraum, in dem er sich bewegen kann. Mir hat das Zeitnehmen alleine schon sehr oft geholfen und der feste Rahmen. In der Natur kann ich sehr gut abschalten und mir fällt es leicht auf Impulse zu achten, da sie sehr fein sind und ich nicht reizüberflutet werde. Ich fühle mich immer gut behütet und angenommen. Das Spiegeln gibt mir die Möglichkeit das Erlebte aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und es lässt die Verantwortung und Kraft bei mir.

2) Was hat es mit Dir gemacht?

„Die Medizinwanderungen haben mich in eine für mich neue und tiefere Verbindung mit der Natur gebracht. So habe ich über den monatlichen Rhythmus der Medizinwanderungen und die jeweiligen Monatsqualitäten, das Leben und Pulsieren der Natur sehr nah, direkt und intensiv erfahren und erlebt.“

„Es hat Vertrauen in mich selbst aufgebaut . Es macht mich ruhiger, zuversichtlicher und ausgeglichener.“

3) Wie haben sie Dich in Deinen Herausforderungen unterstützt?

„Für mich waren die Medizinwanderung der Anstoß, mich mit mir und meinen Herausforderung intensiv zu beschäftigen. Sehr hilfreich war für mich der monatliche Rhythmus. Sie waren eine große Unterstützung!“

„Oft sehr viel Klarheit gebracht,  Entscheidungen sehr erleichtert, Mut für neue Wege gegeben

„Unterbewusst lassen sich durch die Spiegel und Wanderungen schnellere Verknüpfungen herstellen. Das trägt mich dann entsprechend.“

4) Was haben sie Dir ermöglicht?

„Die Medizinwanderung haben mir ermöglicht, mich von Sachen zu lösen, mehr zu mir zu kommen und neue Perspektiven zu haben. Und Vertrauen in meine Intuition!“

„Die Medizinwanderung hat mir eine Möglichkeit gegeben mit mir selbst zu kommunizieren“

„Ich habe das Gefühl, dass die Intuition durch das sich bedingungslose Hingeben und gespiegelt werden, gestärkt wird und ich dadurch mehr Selbstsicherheit bekomme.“

„Sie haben es mir ermöglicht, mich weiter kennenzulernen. Neue Facetten zu entdecken, die noch da sind.“

Wie sieht nun so ein „Spiegel“ aus?

In  „Wie uns die Natur hilft, heil zu werrden“, erzähle ich die Geschichte einer Frau in einer Umbruchsphase. Zur Vorbereitung ihrer Visionssuche geht sie auf Medizinwanderung, deren Spiegel ich im Blogartikel aufgezeichnet habe.

Hast Du Lust bekommen, auch mal auf eine Medizinwanderung zu gehen und an einem Spiegel- Treffen teilzunehmen?

Dann nimm mit mir Kontakt auf. Die Spiegel-Zoom-Calls finden monatlich statt.

Du willst die Kunst des Spiegelns lernen? Dann melde Dich gerne bei mir! Der nächste Kurs hierzu findet vom 03.-04.07.2021 statt.

Mia Brummer

Was ist der Unterschied zwischen linearer und zirkulärer Persönlichkeitsentwicklung?

linear vs. zirkulär

Was ist der Unterschied zwischen linearer und zirkulärer Persönlichkeitsentwicklung?

 

Zitat Anna Belke

 

Wie oft habe ich auf das Zitat meiner Freundin Anna Karin Belke (*1936-†2018) einen fragenden Blick erhalten. „Wie soll ich denn weiterkommen, wenn ich im Kreis gehe? Ich will einfach eine Lösung. Sag` mir einfach, was ich tun soll. Und das möglichst schnell!“ erwidert ein Mentee genervt, als ich im Gespräch den Satz fallen lasse.

Wenn es schnell gehen soll, dann ist die lineare „Fix-it“ – Methode sicher unübertroffen. Da wird kurzerhand eine Strategie an die Hand gegeben, die von „keine Ahnung, wie das geht“ oder „ich will alles wieder so, wie es mal war“ hinzu „jetzt kann ich`s“ oder „bin wieder der/die Alte“. Eine „Oberflächenkosmetik“, die darauf abzielt, die Leistungsfähigkeit eines Menschen (wieder) herzustellen.

Die Verhaltenstherapie ist ein typisches Beispiel linearer Persönlichkeitsentwicklung

 

Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen schreibt in seinem Psychotherapie-Informationsdienst:  „die Verhaltenstherapie ist eine gedanken- und handlungsorientierte, problembezogene Therapieform. Der Therapeut erarbeitet gemeinsam mit dem Patienten neue Verhaltens- und Erlebensmuster, die der Patient mit Hilfe verschiedener Methoden einübt. Ziel ist, die negativen Muster durch positive zu ersetzen. Dies deckt im vollen Umfang die Klassifikation eines Krankheitsstatus gemäß ICD-10 ab, in dem es um die „Funktionsfähigkeit des Patienten“ geht.“

 

Lineare Persönlichkeitsentwicklung
Die lineare Persönlichkeiitsentwicklung: das, was aus dem Rahmen fiel, wird zurück geschoben, damit wir (wieder) leistungsfähig werden.

 

Bildlich gesehen bin ich also nicht mehr „auf Kurs“ und muss demnach wieder in die Leistungsfähigkeit „zurückgeschoben“ werden. Eine Verhaltenstherapie legt den Schwerpunkt weniger auf die Entwicklung des Patienten, sondern darauf, das Verhalten und die Einstellungen nach Möglichkeit zu verändern.

Da stellt sich mir die Frage „WOHIN“? Wer legt denn die Termini „NEGATIVES Muster“ und „POSITIVES Muster“ fest? Ärzte und Therapeuten? Die Krankenkassen? Die Arbeitgeber? Die Politik?

Was ist denn nun eine zirkuläre Persönlichkeitsentwicklung?

 

Die zirkuläre Herangehensweise orientiert sich an organischen  Zyklen, insbesondere an der Natur. Sie nimmt an, dass der Mensch als Naturwesen den gleichen Prinzipien wie die Natur unterliegt. Ein Scheitern bzw. das Absterben im späten Herbst  gehört demnach ebenso zum Wachstumsprozess wie die Tendenz des Sommers, andere zu überwuchern und sich egozentriert auszudehnen.  Dabei wird ein „zuviel“ bzw. ein „zuwenig“ als bestmögliche Strategie angenommen, das durch das Erleben und Erfahren von Handlungsalternativen erkannt und verändert werden kann. Eine Möglichkeit, dies zu erleben ist in der Natur. Die Natur wertet nicht sondern bietet urteilsfrei einen Raum, sich selbst zu erfahren und kennenzulernen, was da – neben den bisher genutzten Abwehrmechanismen – an erweiternden Handlungsmöglichkeiten da ist. Anders als bei linearen Prozessen, bei denen Ärzte, Therapeuten, Krankenkassen etc. das Ziel vorgeben, erfährt man in der Natur und deren Zyklen  die Kraft der zirkulären Kosmovision:

 

zirkuläre Persönlichkeitsentwicklung
Die zirkuläre Persönlichkeitsentwicklung lädt dazu ein, die inneren Jahreszeiten als gleichwertig und gleichwichtig zu erleben und zielt darauf ab, die vollen 360 Grad des Lebens integrativ zu nutzen

Keine innere Jahreszeit ist besser oder schlechter

Da entsteht ein urteilsfreier Raum, in dem sich ein Mensch in all seinen Facetten erleben darf. Da wird z.B. Wut nicht als „negativ“ abgewertet, sondern als Kraft, die als Motor von Veränderungen gesehen werden kann. Wird sie nicht mehr unterdrückt und in autodestruktive Tendenzen geleitet, kann sied die Energie zur Verfügung stellen, die aus der Opferrolle führt und neue, erweiterte Handlungsmöglichkeiten bietet.

Ich erlebe dabei, dass die inneren Jahreszeiten alle gleich wichtig und gleichwertig sind und erlaube mir, meine Handlungsspektrum zu erweitern, so dass ich die vollen 360 Grad meines Lebens leben kann. Während ich zu Beginn der Reise vielleicht nur 30 bis 40 Grad meiner vollen 360 Grad an Lebensmöglichkeiten lebe, die ich als Komfortzone wahrnehme, kann ich im Laufe der Reise durch das Lebensrad nach und nach die brachliegenden Qualitäten und Fähigkeiten erschließen. Aus den blinden Flecken des Niemandsland wird fruchtbare Erde.

In meinen Seminaren und Fortbildungen rund ums Rad begleite ich Menschen in, durch und mit der Natur durch zirkuläre Prozesse. Dies ist keine schnelle „Fix-it“-Methode sondern ein tiefes Eintauchen in die eigene Natur.

Eine spannende erste Begegnung kann die Visionssuche sein, in der man in der viertägigen  „Auszeit“ in der Natur die zivilisatorische Haut abstreift und dazu eingeladen ist, sich als Naturwesen wahrzunehmen.  Wenn Du mehr darüber erfahren möchtest, dann nimm` Kontakt zu mir auf! oder buche Dir ein 20-minütiges Gespräch. 

Von Herz zu Herz, Mia

Wie geht „guter Boden“ oder von der Kunst, ein erfolgreiches Unternehmen zu führen.

der gute Boden

Wie geht „guter Boden“ oder von der Kunst, ein erfolgreiches Unternehmen zu führen.

 

Neulich las ich ein Interview über einen Gärtner, der Gemüse für Sterneköche anbaut. Ein Satz ließ mich aufhorchen: „Gemüse kann nur so gut werden, wie die Erde, in der es wächst.“ Eigentlich ganz logisch. Auf kargen Boden werde ich weniger Ernte einbringen können als auf saftigen, nährstoffreichen Boden. Das ließ mich überlegen, wie`s denn derzeit um meinen „Unternehmerboden“ bestellt ist? Wie geht denn „guter Boden“ ? 

 

  • Wann habe ich ihn das letzte Mal gedüngt?
  • Welche Nährstoffe füge ich ihm zu?
  • Ist er überwuchert von Glaubenssatz-Unkraut?
  • Ist er ausgelaugt von meinen Umsatzerwartungen?
  • Dürfen Teile meines Bodens auch mal ruhen?
  • Erlaube ich ihm auch mal auszuatmen durch die unterschiedliche Wahl meiner Produktabfolgen?
  • Wie oft kümmere ich mich überhaupt um meinen Boden?
  • Mit welchen Energien reichere ich ihn an?

 

Wie reichere ich meinen Boden an?
Wie reichere ich meinen Boden an?

Wenn ich mein Unternehmen linear konzipiert habe, dann habe ich es einmal aufgesetzt und erwarte, dass es im „höher-weiter-schneller-Modus“ jedes Jahr mehr Ertrag bringt.

Ich justiere dann zwar die Stellschraube „Kosten vs. Ertrag“ und versuche, immer noch mehr „rauszuholen“. Wenn man beispielsweise durch Deutschland fährt, sieht man, dass Monokultur und Gewächshäuser die traditionelle Landwirtschaft völlig ersetzt und auch die Landschaft weitgehend verändert haben.

 

Ernten in Deutschland
Ernten in Deutschland

 

Doch irgendwann ist mein Unternehmen ausgeblutet, die Ressourcen erschöpft. Da hilft auch kein Trostpflasterchen, sprich: Incentives für Kunden bzw. Mitarbeiter – diese Anreize werden nur kurzfristig binden. Wertschätzung liegt meiner Meinung nach jenseits materieller Bonusprogramme.

Etwa 8,6 Prozent der globalen Weltwirtschaft geht bereits einen neuen Weg und versucht, ihre Unternehmen zirkulär zu gestalten. Dabei wird gerade die materielle Ebene in Form von Nachhaltigkeit, achtsame Ressourcennutzung und Natur- und Klimaschutz erforscht und verbessert. Eine systemische Transformation, so fordert die WWF, bedarf einer Beteiligung und Zusammenarbeit von Politik, Konsumenten und wirtschaftlichen Akteuren entlang ganzer Wertschöpfungsketten.

Doch zirkuläres Unternehmertum fängt meiner Meinung erst an, wenn vier Faktoren in Einklang gebracht werden:

Die materielle Ebene, die emotionale Ebene, anders ausgedrückt, die zwischenmenschliche Ebene, die strukturelle Ebene der Konzepte und der Frage, wie ein harmonisches WIR global mit allen Komplementärenergien zusammenwirken kann und, als vierter Faktor, die spirituelle Ebene im unternehmerischen Handeln seinen Platz findet.

Wie sollen linear ausgebildete Unternehmer, Politiker, Konsumenten und wirtschaftliche Akteure denn auf die Schnelle zirkulär handeln, wenn sie das Zirkuläre noch nicht erfahren haben. Das wird nicht schnell mal erreicht durch das Überwerfen eines neuen Ideologie-Mäntelchen. Da ist eine tiefe Transformation des eigenen Erlebens und Wirkens erforderlich.

Der erste Schritt dazu ist meiner Meinung nach, ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, dass Unternehmen Wesen sind.

Wesen mit Bewusstsein, Bedürfnissen und auch supportiven Impulsen und Ideen, die uns helfen, dass sie, dass wir gemeinsam als systemische Hubs, wachsen und gedeihen.

 

Erkenne Dein Unternehmen als Wesen!
Erkenne Dein Unternehmen als Wesen!

Am einfachsten geht dies, uns als Gärtner vorzustellen, die im Kreislauf der Jahreszeiten, die Pflanze „Unternehmen“ hegen und pflegen. Sich mit der Qualität des Bodens auseinandersetzt, die klimatischen Gegebenheiten genauestens untersucht, die Samen auswählt und den Gegebenheiten anpasst usw.

Die Natur ist unser bester Ratgeber, wenn es darum geht, ein zirkuläres Verständnis zu entwickeln und dieses in ein Unternehmen einzubinden.

Warum als Unternehmer nicht damit beginnen, etwas anzusäen, zu pflanzen und einen Zyklus lang, zirkuläres Sein zu erfahren?

Wohlmöglich entwickelt sich dadurch eine neue Unternehmerkultur – die der holistischen entrepreneure.

Visionssuche von A – Z: 100 Stunden Einsamkeit | Teil II

100 Stunden Einsamkeit

Visionssuche von A – Z: 100 Stunden Einsamkeit | Markus Zielke erzählt von seiner eigenen Auszeit

100 Stunden mit mir alleine. Ohne Ablenkungen, ohne Essen, ohne die Möglichkeit, von sich selbst davon zu laufen. Was passiert da? „Die zivilisatorische Schicht“ so hat es der amerikanische Psychologe Robert Greenway formuliert „ist nur drei Tage dick!“  Was geschieht, wenn das „darunter“ hervorkommt? Markus Zielke und Mia Brummer erzählen, was sie dabei erlebt haben.

Markus berichtet über seine Auszeit

„Ich muss abbrechen…Ich klappe kurz vor der Zielgeraden zusammen!“

Letzter Tag der viertägigen Auszeit alleine. Kann mich nicht mehr bewegen. Meine Gliedmaßen gehorchen mir nicht mehr. Wie komme ich aus diesem Loch wieder raus? Muss ich abbrechen?? Es fühlt sich wirklich ziemlich ausweglos an. Verfahrene Situation. Würdig eines Romans. Aber gefühlt ziemlich ätzend…

Vor dem Aufbruch… 

Doch beginnen wir am Anfang, bevor ich in diese Auszeit loszog. Im Basislager ging es heiß her. Jeder hatte sich intensiv auseinandergesetzt: 

Was will ich denn nun wirklich, was „ruft“ mich? Und: was hält mich jetzt noch fest? Was sollte ich endgültig verabschieden oder integrieren? Wofür gehe ich eigentlich für vier Tage Auszeit – während andere mit Freunden Sommerpartys feiern?

Diese Arbeit in der Gruppe ist oft emotional aufwühlend und zugleich stärkend. Oft geschieht gefühlt in diesen vorbereitenden Tagen das Meiste der Arbeit. Die folgenden Tage werden von vielen nun als „leichter“ beschrieben. Doch auch hier gilt: das Erleben ist höchst unterschiedlich.

Für einige ist diese Zeit eine Rückverbindung an die Natur, an großes Geschenk diese stille Begegnung mit sich selbst – für andere steht hier noch einmal eine Auseinandersetzung mit tiefen Emotionen an.

In die vier Tage gehe ich mit bangen Herzen und auf unsicheren Beinen. Zuvor hatte ich meinen „Confirmation-Satz“ erarbeitet:  ein Satz der ausdrückt was ich Neues willkommen heißen will – und was ich hinter mir lasse!

Dieser Satz schwingt zwar in mir, aber ich spüre ihn noch nicht als wahrhaftig. Doch genau dafür gehe ich ja nun raus und fort von der Gruppe.

Regenreicher Abschied von der Gruppe

Frühmorgens werden wir rituell verabschiedet. Es regnet in Strömen. In der Nacht zuvor habe ich kaum ein Auge zugetan. Wir haben alle gemeinsam in einem Gehöft übernachtet. Mich sorgt es nun rauszugehen, denn meine Ausrüstung ist mangelhaft und die Aussicht so nun einen bis zwei Tage wohl im Regen zu verbringen erschreckt mich.

Im Regen baue ich meine Plane auf. Da das Seil nicht lang genug war, knote ich es zusammen. An den Knotenpunkten sammelt sich die Nässe – und den ganzen Tag lang tropft es runter. Dann führe ich ab, so wie es uns gesagt wurde. Hungergefühle hatte ich in den ganzen vier Tagen nie.

Immer wieder versuche ich dem Regen auszuweichen. Irgendwann „ergebe“ ich mich der Nässe. Ich schreibe Tagebuch und ein Gefühl des Friedens kommt in mir auf. Gezwungen zum Nichts-Tun werden meine Gedanken ruhiger.

Die Zeit verschwimmt und Berge singen

Am zweiten Tag hört der Regen auf. Das feiere ich mit einem morgendlichen Zähneputzen am kleinen Bach. Anschließend erkunde ich die Gegend und beobachte meine Mitbewohner, die Murmeltiere. Jedoch merke ich bald, dass ich vom Verzicht auf Nahrung geschwächt bin. Ich sitze irgendwann „nur“ da und träume vor mich hin.

Die Berge kommen mir gefühlt immer näher, ein Gefühl der Geborgenheit entsteht. Nun höre ich ein Orchester, ich höre tatsächlich Musik, Akkordeon-Musik so klingt es. So als ob die Berge singen. Später erfahre ich, dass außer mir niemand das gehört hatte – und ich erfahre, dass die bergkundigen Menschen sehr wohl verstehen, dass die Berge musizieren.

Anfangs versuche ich den Tagen eine zeitliche Struktur zu geben und mir kleine Aufgaben zu geben. Genauso wie ich meine Lebenszeit als pflichtbewusster Mensch immer wieder einteile.

Irgendwann kommt der Gedanke „Das ist Deine Zeit. Deine Lebenszeit. Die kommt nie wieder. Du bist mit Dir alleine. Das kann Dir keiner jemals wieder nehmen.“

Auch diese inneren Gespräche, diese tiefgehenden und erspürten Erkenntnisse sind es, die mir so nachhaltig in Erinnerung geblieben sind.

Abends kämpfe ich dann innerlich, ob ich es wagen soll, draußen – dh. nicht unter der Plane – und unter freiem Himmel zu schlafen. Regenwolken hängen zwar immer noch tief über dem Tal, doch ich wage es. Belohnt werde ich mit einem himmlischen Schlaf und leichtem Frost morgens auf dem Schlafsack. 

Die Prüfung am letzten Tag

Nun wird es ätzend. 

Der letzte Tag bricht an. Die Tage soweit waren gefühlt „paradiesisch“, sie fühlten sich für mich ungewohnt unbeschwert und leicht an. Kritisch frage ich mich: bin ich etwas ausgewichen? Kann es so leicht gewesen sein? Sollte ich nicht noch einmal den Blick auf die Wunden der Vergangenheit werfen, um gründlich deutsch sicherzustellen, dass ich wirklich alles gelöst habe?

Nun, das tue ich dann. Wieder geht mein Blick zurück auf Ereignisse meiner frühen Kindheit, die ein Leben lang teilweise verborgen und unbewusst mein Verhalten und meine Gefühle beeinflusst haben.

Irgendwann spüre ich, dass es genug ist – und ich aufbrechen sollte. Noch habe ich den täglichen Gang vor mir, um an einem bestimmten Ort ein Zeichen zu prüfen und es neu zusetzen, so dass ich weiß ein mir zugeordneter Kollege („Buddy“) ist „OK“ – und er weiß es von mir auch. Doch geschieht es, bzw. geschieht es nicht: ich kann mich nicht mehr bewegen – alle Kraft ist plötzlich verschwunden.

Ich bin erschrocken: wie soll ich den Gang zu diesem Ort schaffen, wie soll ich signalisieren, dass ich „OK“ bin – und wie soll ich es schaffen, die letzte Nacht noch durchzuwachen und auf den Schlaf zu verzichten? Muss ich kurz vorm Ziel abbrechen, weil ich es körperlich nicht schaffe?

Und ich hadere. Hadere mit dem Schicksal. Will mich nicht ergeben. Will es schaffen. Will wieder mich bewegen können. Ich bete.

Plötzlich vernehme ich eine Stimme in mir „Du schaffst das. Ich trage Dich bis zum Ende der Visionssuche. Schüttele Dich.“  Wie durch ein Wunder fühle ich mich plötzlich wieder stark genug – und ich schaffe es, meinen Gang zu gehen, und sogar die letzte Nacht zu durchwachen!

Das werde ich nie vergessen.

Im kommenden Artikel erzählt Mia,  wie sie ganz persönlich die 100 Stunden Auszeit erlebt hat.

Hast Du Lust bekommen, mehr über unsere Visionssuche, die wir im August 2021 anbieten, zu erfahren? Dann sprich` uns an! Wir freuen uns auf Dich!

 

Visionssuche von A – Z: 100 Stunden Einsamkeit | Teil I

100 Stunden Einsamkeit

Visionssuche von A – Z: 100 Stunden Einsamkeit | Mia Brummer erzählt von ihrer eigenen Auszeit

100 Stunden mit mir alleine. Was passiert da? Ohne Ablenkungen, ohne Essen, ohne die Möglichkeit, von sich selbst davon zu laufen. „Die zivilisatorische Schicht“ so hat es der amerikanische Psychologe Robert Greenway formuliert „ist nur drei Tage dick!“  Was geschieht, wenn das „darunter“ hervorkommt? Markus Zielke und Mia Brummer erzählen, was sie dabei erlebt haben.

Mia erzählt  über ihre Auszeit

In den Tagen der Vorbereitung wurde mir klar, dass es um eine tiefe weibliche Wunde ging, die gesehen werden wollte. Unmerklich verschwand in den letzten Monaten meine Periode und ich spürte eine tiefe Trauer über so viel ungelebte Weiblichkeit. Ich hatte mich noch nicht einmal von „ihr“ verabschieden können. Und so war mein Wunsch geboren, mich „da draussen“ im Schoß von Mutter Erde davon verabschieden zu können. 

Muss ich’s mir denn immer so schwer machen?

16 Liter Wasser galt es, an den Visionssuche-Platz zu bringen. Meiner war auf einer Hügelspitze, die mich das ganze Tal überblicken – nein, kontrollieren ließ. Der Wind, der mir da oben jedoch entgegen blies, war klar und schneidend. Als ich endlich am letzten Vorbereitungstag das Wasser und einige weitere Ausrüstungsgegenstände den Berg hochgehievt hatte, saß ich schwitzend und keuchend im kalten Wind und blickte über das Tal. Da unten war eine so wunderschöne Stelle direkt am plätschernden Bach. Geschützt, friedlich und herrlich einladend. „Warum muss ich’s mir denn immer so schwer machen?“ kam mir in den Sinn. Was für eine Erleichterung war in mir, als ich auf dem Hosenboden den steilen Weg nach unten rutschte und die Stelle am Bach als meinen Visionssuche-Platz markierte.

Frau Holles Einladung

Nach dem rituellen Abschied von der Gruppe und dem Eintritt in die Auszeit, spanne ich bei herrlichstem Sommerwetter mein Tarp auf, verstaue mein Gepäck und erkunde die nahe Umgebung. Ich entdecke eine „Sonnenterrasse“, einen blumenübersäten „Vorgarten“ und richte es mir gemütlich ein. Am Ufer „meines“ Baches plane ich die 4 Tage Auszeit. Tag 1: Berg vor mir erkunden, Tag 2: Berg hinter mir erkunden, Tag 3: Tour auf die Spitze des Berges links von mir…

Wie gut, dass mir Mutter Erde einen Strich durch die Rechnung macht!

Am zweiten Tag, erwischt mich ihre Gnade: ich menstruiere! Vollkommen perplex überlege ich, was ich jetzt TUN soll. Milde lächelnd – so scheint es, erhalte ich von Mutter Erde die Antwort: nichts!

Wie geht denn Nichtstun?

Und ich kann gar nicht anders – in den kommenden Tagen lerne ich das süße Nichts-Tun.

Ich sitze die meiste Zeit, wie die Lorelei, auf einem Felsen nahe des Baches, menstruiere so vor mich hin  und tu …… nichts. Und das so, wie Gott mich schuf. Nackt und ohne Scham. Nachmittags wechsle ich auf meinen kleinen Strand, setze mich ins kühle Wasserbecken, schaue den blauen Schmetterlingen zu, die von meiner nackten Haut die Wassertropfen schlürfen und genieße das dolce far niente.

Ok, einmal verliere ich kurz die Contenance. Da liege ich so hingegossen auf meinem Privatstrand und höre plötzlich einen Pfiff. Schon spuken mir Bilder von reschen Almburschen durch den Kopf, die mich beim Baden beobachten. Schamhaft greife ich nach einem Tuch und schau` mich ratlos um. 

Da sehe ich lauter kleine Murmeltiere zwischen den Felsen, die mich anpfeifen. Grinsend entspanne ich mich wieder und freue mich über ihre Gesellschaft.

Ansonsten gibt es nicht viel zu tun. Ich gehe schlafen, wenn die Sonne über die Bergkuppen rollt und sehe auf, wenn sich Aurora, meine Nacktschnecken-Freundin langsam von der westöstlichen Planen-Seite Richtung Zeltdachmitte hochschiebt. Ich träume von vollmondgroßen Pizzarädern und belege sie immer wieder neu. 

Die letzte Nacht

In der letzten Nacht besucht mich dann endlich die Kali. Vor Sonnenuntergang packe ich meine Sachen und richte meinen Steinkreis, in dem ich, meiner Vorstellung nach, eine letzte, entspannte Wachnacht verbringe. Doch ein Unwetter braut sich zusammen. Mit letzter Kraft versuche ich, mich in die Zeltplane einzuwickeln um mich vor dem Regen zu schützen. Doch der Sturm zerrt an allen Seiten und reisst mir immer wieder die Plane aus der Hand. Bis ich so wütend werde, dass ich die Plane loslasse und den Wind anbrülle. Es scheint, als hätte er Spaß gegen mich anzubrüllen und so stehe ich eine ganze Weile mit ihm im Regen und wir brüllen gemeinsam. Irgendwann wird es ein Miteinander und als mir dann irgendwann die Luft ausgeht, wird auch er still. Der Regen hört auf und plötzlich wird es so still und leer, dass die Gnade des Erkennens in mich reinfallen kann…

Hast Du Lust bekommen, mehr über unsere Visionssuche, die wir im August 2021 anbieten, zu erfahren? Dann sprich` uns an! Wir freuen uns auf Dich!

Visionssuche von A – Z: Wir beantworten heute Deine Fragen

Fragen zur Visionssuche

Visionssuche von A – Z: Wir beantworten heute Deine Fragen

“Shut your office and go home” war die Antwort eines Meisters, als ich ihm die hundertste Frage „aber, was, wenn…“ stellte. Übersetzt: Geh´ aus deinem Kopf heraus, schließ` dein Büro und geh` nach Hause in Dein Herz. Doch was machst Du, wenn Deine Ängste und Bedenken so übermächtig sind, dass sie Dich am Nachhause gehen hindern? Wenn sie Dich davon abhalten, Dich vier Tage und vier Nächte Dich in und mit der Natur zu erleben, auf Visionssuche zu gehen? Heute beantworten wir sechs „Office“ – Fragen, die wir nach unserem Aufruf in Instagram und Facebook erhalten haben:

Bin ich verrückt? Warum mache ich das eigentlich?

Verrückt im Sinne von nicht normal, nicht der Norm entsprechend? Das kann ich mit einem klaren „Ja“ beantworten. Denn den Ruf, eine Visionssuche zu machen, hörst Du, wenn das Alte nicht mehr trägt. Wenn Dich Dein normales Leben nicht mehr inspiriert und Du ihm entwachsen bist. Da will etwas Neues gelebt werden, das nicht mehr in das alte Konzept passt. Etwas will ver-rückt werden, eine neue Balance gefunden werden. Und wenn Du diesen inneren Ruf hörst, dann ist im weiteren Schritt das „warum“ gar nicht mehr wichtig und weicht einem „wie“.

 

was mache ich 4 Tage mit mir alleine?
Was mache ich vier lange Tage mit mir alleine?

 

Was mache ich vier lange Tage mit mir alleine?

In den vier Tagen vor Deiner Auszeit wirst Du vom Visionssuche-Team auf die Zeit „da draußen“ vorbereitet. Wir begleiten Dich bei der Frage „wofür lohnt es sich?“. Du gehst also schon mit einer Ahnung von dem, was neu geboren werden will raus in die Natur und hast 100 Stunden Zeit, das ins Leben zu rufen.

Was ist, wenn fremde Menschen kommen?

Grundsätzlich bist Du nicht verpflichtet, Dich den ganzen Tag an Deinem Lager aufzuhalten. Spaziergänger hört man meistens schon aus der Ferne und so kannst Du ihnen gut ausweichen, wenn Du keinen Kontakt haben möchtest. Triffst Du fremde Menschen an, so grüßen sie Dich in der Regel freundlich und beharren nicht auf lange Gespräche, wenn sie merken, dass Du keinen weiteren Kontakt wünschst.

Was ist, wenn es 4 Tage durchregnet?

Auf Deiner Auszeit nimmst Du Planen mit, die Dich vor Nässe von unten und oben schützen. Du baust Dir also einen Unterschlupf, in den Du Dich einkuscheln kannst.

 

was wenn es Vier Tage durchregnet?
was, wenn es vier lange Tage durchregnet?

 

Was genau kann da alles passieren im Innen und Außen?

In dieser magischen Schwellenzeit, wenn Zeit keine Rolle mehr spielt und Du aus dem Alltagsleben herauskatapultiert wurdest, spiegelt sich das Innen im Außen und das Außen im Innen. Es entstehen Synchronizitäten, die neue Perspektiven entstehen lassen und Dich die alte Haut, die definiert hat, wer Du bist, abstreifen lassen. Das Neue hat in diesem Raum viel Zeit und kann sich ohne die Störungen des Alltags wunderbar entfalten.

Und was passiert im Anschluss? Wie kann ich das, was ich erlebt habe, behalten?

Nach der Auszeit erforschen die Teilnehmer der Visionssuche genau diese Frage. Das Erlebte wird im Kreis gespiegelt, das Neue in den Facetten des Spiegels betrachtet und Ideen ausgearbeitet, durch welche Aktionen es im Alltag umgesetzt wird. Es enstehen Zweierteams und Seilschaften, die sich gegenseitig auch nach der Visionssuche beim Integrieren des Erlebten zur Seite stehen. Freundschaften, die oft über Jahre weiter bestehen, denn man ist durch die gemeinsame Visionssuche zu einer Art Familie geworden.

Im kommenden Artikel erzählen Markus und ich, wie wir ganz persönlich die 100 Stunden Auszeit erlebt haben.

Hast Du Lust bekommen, mehr über unsere Visionssuche, die wir im August 2021 anbieten, zu erfahren? Dann sprich` uns an! Wir freuen uns auf Dich!

 

Was ist spirituelle Identität?

spirituelle Identität

Was ist spirituelle Identität?

Hast Du Dir schon einmal überlegt, was Deine spirituelle Identität ist? Ich spreche dabei nicht von der religiösen Identität, in die Du hineingeboren wurdest und deren Botschafter Du folgst. Weil es die Religion Deiner Vorfahren ist und Du darin seit Deiner Kindheit geschult wurdest.

Ich spreche von der spirituellen Identität, die entsteht, wenn Du Dich mit Deinen Wurzeln verbindest, dem Land lauscht, im Rhythmus seiner Jahreszeiten den Spuren Deiner Ahnen folgst, in tiefen Dialog gehst und die Botschaften als Vibration in allen Zellen Deines Seins spürst.

Wie die Q`eros als Nachfahren der Inkas darüber denken

In der andinen Tradition gibt es einen weiblichen und einen männlichen Paten der Landschaft. Sie heissen Paqarina und Itu Apu. Diese Paten prägen Dich mit der Signatur des Ortes, in dem Du geboren wurdest. Mit ihnen erhältst Du auch den identitätsstiftenden Imprint von Mutter Erde, die Dich mit allen gespeicherten Informationen Deiner Tribe prägt. Sie geben Dir das Gefühl von Heimat und helfen Dir, dieses geborgene Gefühl der Zugehörigkeit zu spüren. 

Wie entsteht „spirituelle Identität“?

Nicht durch an etwas glauben sondern durch etwas erfahren erwächst Deine spirituelle Identität. Nicht durch blindes Übernehmen von Regeln, Geboten und Verboten, sondern durch das Erfahren. Im Erleben mit allen Sinnen. Dann entsteht eine wissende Weisheit in Dir, die niemals durch das Antrainieren von „Second Hand“-Wissen aufgewogen werden kann.

Und wenn ich meine spirituelle Heimat in anderen Kulturen gefunden habe?

Dann hast Du den ersten Schritt hin zu Deiner spirituellen Identität gefunden, denn die gebiert sich nicht durch das Übernehmen von Weltbildern und Religionen anderer Kulturen. Auch wenn Du Dich noch so sehr einfühlst, wirst Du kein „native american“, indischer Yogi oder tunesischer Schamane werden.

Die Meisterschaft Deiner spirituellen Identität entwickelst Du, wenn es Dir gelingt, die Transformation und Integration des Andersartigen in die eigene Landschaft Deiner Seele einzuweben.

Mia Brummer

Mia Brummer ist eine Hüterin der Schwelle zwischen dem TUN und dem SEIN.

Sie öffnet all jenen das Tor, die es wagen, die touristischen Landkarten des Alltags hinter sich zu lassen und neue, unbekannte Wege zu beschreiten. 

Menschen, die in, mit und durch die Natur wieder in tiefen Kontakt zu sich kommen wollen und zu allem, was sie umgibt. 

Menschen, die in ihrer beruflichen  Ausrichtung nicht das „entweder bodenständig“ – „oder spirituell“ leben wollen, sondern ein sowohl als auch.

Menschen, die den Ruf hören, als „Leader der next generation“ in Verantwortung zu gehen und dafür Werkzeuge und Begleitung suchen.

Menschen, die es wagen, die vollen 360 Grad des Lebens zu leben.

Wieviel Grad Deines Lebens lebst Du zur Zeit?

 

Visionssuche von A – Z: Angst und Selbstsabotage

Visionssuche von A – Z: Angst und Selbstsabotage – von inneren und äußeren Wildschweinen

Träumst Du von wildromantischen Bergen, grandiosen Visionen und einem erfüllten, neuen Leben, wenn Du an die Visionssuche denkst? Dann geht Dir ein wesentlicher Aspekt in der weichgespülten Version verloren, denn Dramen und Konflikte gehören ebenfalls dazu.

Mia und Markus packen aus

Wir teilen mit Dir unsere Ängste und Sabotagemuster, die uns vor und während der Visionssuche überfielen. Denn eines ist sicher: jeder der sich zu dieser Reise aufmacht, wird irgendwann von Ängsten, inneren Widerständen und Sabotagemustern durchgerüttelt.

Markus berichtet über seine Ängste

„Nach der Entscheidung, mich zur Visionssuche in den Bergen anzumelden, fühle ich mich zunächst ganz klar und rundweg positiv. Etwas später überfallen mich Gedanken „Was, wenn wilde Tiere, z.B. Wildschweine, mich anfallen?“ Diese Angst trage ich nun mit mir herum.

Ein paar Mal schon war ich auf Entfernung Wildschweinen begegnet und hatte höchsten Respekt. Ich rede mir ein, dass es wohl darum ginge, sich so in Lebensgefahr zu begeben. Das sei wohl der Preis den ich zahlen müsse, um mir und meinem Anliegen näher zu kommen.  Da die Visionssuche erst ein Jahr später ansteht habe viel Zeit meine Angst heldenhaft mit mir herumzutragen. Erstaunlicherweise unternahm ich auch nichts, um mich näher mit der Realität dieser Ängste zu beschäftigen.

Ein Jahr später. Auf der Visionssuche teile ich meine Ängste mit der Gruppe. Die Leiter lächeln und erklären mir, dass es auf dieser Höhe keine Wildschweine gebe, einzig und allein auf Murmeltieren könne ich meine Ängste projizieren. Später geben sie uns ausführliche Hinweise, wie wir uns verschiedensten Situationen verhalten sollen. Verblüfft stelle ich fest, dass ich ein Jahr lang eine große Angst mit mir herum getragen hatte, die ich sehr schnell hätte aufklären können.

Gar kein so untypischer Umgang mit Ängsten. Ebenso untypisch ist es, dass wir, wenn wir nach dem greifen, was wir wirklich wollen, Ängste auftauchen, die uns davor bewahren und uns in den vertrauten Bahnen belassen wollen.“

Markus berichtet über Selbst-Sabotage 

Markus berichtet weiter: „Wie so oft in meinem Leben habe ich mir gefühlt zu viel aufgehalst. Ein paar Tage vor der Visionssuche beginne ich die Liste mit den benötigten Materialien für die Auszeit anzuschauen. Nun werde ich ärgerlich, wie kann man so eine umfangreiche Liste und so viele Materialien verlangen? Woher soll ich das denn jetzt so Last-Minute noch bekommen? Die Liste hatte ich natürlich schon vor Monaten erhalten.

Gestresst fahre ich in den Baummarkt. Nicht alles bekomme ich in den gewünschten Größen. So ist meine Plane für den Schutz bei Regen wesentlich kleiner, ebenso die Schnüre. Aber ich habe ja nicht viel Zeit.

Mit einem Freund fahre ich los zur Visionssuche. Wir tauschen uns aus über die Vorbereitung. Er hatte sich viel Zeit im Vorfeld genommen, sich informiert und alles sehr ordentlich verpackt. Während wir uns so unterhalten fühle ich mich beschämt, es ist mir peinlich wie nachlässig ich rangegangen war, zum anderen grolle ich mit den Leitern der Visionssuche, und ich bekomme Sorge, dass ich wirklich nicht gut sortiert und vorbereitet bin.

 

das Selbstsabotage-Programm schlägt zu

 

Just in dem Moment durchfährt mich ein Schock: meine Wanderschuhe stehen noch im Flur! Von dem sind wir aber nun zwei Stunden entfernt. Mit Turnschuhen fahre ich los.

Später ein noch größeres Erschrecken als wir unseren eigenen Platz für die Auszeit suchen: laut Voraussage soll es zwei Tage strömend regnen – und meine Plane ist viel zu klein.

Ich teile abends meine Ängste in der Runde und ergebe mich innerlich in mein Schicksal nun auch dem Regen wohl schutzlos ausgeliefert zu sein. Mein Freund kommt mir zur Hilfe, er hat eine zweite große Plane mitgenommen, diese bekomme ich. Das war Glück und Hilfe im letzten Moment.

Natürlich wird mir klar, dass ich dieses Muster der mangelhaften und – mir und anderen gegenüber – verantwortungslosen Vorbereitung immer wieder abspule, wenn es um etwas für mich Wichtiges geht. In meiner Auszeit trete ich bewusst aus diesen Mustern – doch dazu in einem späteren Artikel mehr.

Mia berichtet über ihre Ängste

Nach der Anmeldung zur Visionssuche, die mich zuerst ganz euphorisch in Bildern einer Mia schwelgen ließ, die sehr denen eines weiblichen Indiana Jones glich, bekam ich Muffensausen.

Ich, die noch niemals zuvor gecampt hatte, nie im Zeltlager war oder auch nur ansatzweise Outdoor-Erfahrungen hatte, wollte vier Tage und vier Nächte in der Natur verbringen?

„Alles eine Frage der Vorbereitung“, versuchte ich mich zu beruhigen und begann, mich durch Outdoor-Kataloge zu wühlen, Testberichte über Iso-Matten, Tarps und Schlafsäcke zu checken, Dutzende von Bergstiefeln anzuprobieren und akribisch die Material-Liste abzuarbeiten. Monate zuvor packte und entpackte ich meinen Rucksack und versuchte auf diesem Weg meine Ängste in den Griff zu bekommen. Das ich welche hätte, kam mir gar nicht in den Sinn. Die blendete ich durch wilden Aktionismus aus:

Ich malte mir aus, was ich alles an den Tagen „da Draußen“ unternehmen wollte: Bergwanderungen zur Erkundung meiner Umgebung, Pflanzen sammeln, Steine sammeln für den Wachnacht-Kreis, dazwischen Sonnenbaden für den Teint – ja, ich hatte mir tatsächlich eine „Auszeit-To-Do-Liste“ gebastelt. 

Ich wollte alles unter Kontrolle haben, alles im Griff haben, damit mich nichts unvorbereitet „überfallen“ könnte. 

Mia berichtet über die Gnade, wenn „Etwas“ die Regie übernimmt

Da saß ich nun. Mit durchkreuzten Plänen und einem großen Fragezeichen im Gesicht. Am Nachmittag des ersten Tags, nachdem ich akribisch mein Heim für die nächsten Tage aufgebaut hatte, bekam ich meine Tage. Vollkommen unerklärlich für mich, denn ich hatte das Jahr zuvor bereits keinen Zyklus mehr.  Das brachte mich vollkommen aus dem Konzept. Ich hatte keine Binden oder Tampons mit. Nur vier Päckchen Tempo-Taschentücher. 

 

Visionssuche – manches gilt es auszusitzen

Ich musste es also  „aussitzen“, konnte nicht vor mir weglaufen, musste 100 Stunden mit mir verbringen. Ganz ohne Pläne, ohne To-Do-Listen. 

 

Leben ist das, was passiert,

während Du eifrig dabei bist,

andere Pläne zu machen 

John Lennon

 

Und ich bin dem, was da in meine Pläne eingriff, unendlich dankbar, bei meiner gut getarnten Selbstsabotage nicht mitgespielt zu haben!

Und wo haben sich Deine inneren Wildsäue versteckt?

Welche Ängste kommen Dir, wenn Du daran denkst, was Du wirklich tief im Inneren möchtest?

Wie sabotierst Du Dich immer wieder selbst, wie lenkst Du Dich davon ab, das zu tun was Du als richtig empfindest?

Im kommenden Artikel gibt es ein Q&A über Einwände, Bedenken, Hinderungsgründe und Abwehrstrategien, die uns bei der Überlegung, ob eine Visionssuche ansteht, überfallen könnten.

Hast Du Lust bekommen, mehr über unsere Visionssuche, die wir im August 2021 anbieten, zu erfahren? Dann sprich` uns an! Wir freuen uns auf Dich!